Zitat von freisein:Ja, ich habe ein schlechtes Gewissen, was meine Tochter angeht & ich fühle mich selbst nicht wohl,sie "im Regen stehen zu lassen" .
Du musst Dir vorstellen, sobald ich sage, wo die Reise mit meinem Kind weiter geht, fällt er mir sofort ins Wort & unter 4 Augen habe ich resigniert. Das funktioniert nur mit Zeugen....ich KANN mit ihm nicht reden, da ist ein Kloss im Hals - ich empfinde tatsächlich Abscheu & Ekel vor ihm....es stimmt, meine kleine starke Tochter holt die Kohlen aus dem Feuer - das macht mich sehr traurig, weil ICH einfach nicht die Traute habe, ihm die Grenzen zu setzen. Zu viele Jahre unter seinem Joch prägen wohl - ja, ich habe Gamaschen vor ihm, dass er mich immer wieder verbal verletzt & ich möchte DAS einfach nicht mehr....
LG freisein
Liebe freisein,
wie ich das verstehen kann!
Mir ist das durchaus bewußt, daß die Umsetzung "nicht mal eben so" einfach und easy zu absolvieren ist wie einen Liter Milch kaufen...
(Was allerdings für manche auch schon echt schwer sein kann, aber das ist ja nicht Thema hier

)
Unter anderem hat das Grenzen setzen auch zur Folge, genau mit diesen noch wirksamen Traumatisierungen wieder konfrontiert zu werden.
zB Angst- und Trauergefühlen, Verlassenheitsängsten.
Darauf wurden wir ja konditioniert, durch wen oder wann auch immer und diese Beziehung hat diese Anlagen mindestens verschärft wenn nicht sogar verursacht.
Deswegen würde ich es so ernst nehmen, Dich sebst ernst nehmen, das ist mE sehr wichtig in dieser Situation.
Du erträgst das nicht, Punkt. Und mußt Du auch gar nicht!
Also gilt es doch, den Kontakt solange zu vermeiden und zu unterbinden, bis Du Dich stabilisiert hast.
Und dazu wiederum bedarf es
nicht seiner Zustimmung und auch
nicht irgendeiner Erklärung Deinerseits.
Du mußt ihm nicht angemessenes Verhalten beibringen.Ich glaube, das Wichtigste ist erstmal, daß Du Dich ernst nimmst.
Es reicht, wenn Du weißt, daß Bäume grüne Blätter haben, davon mußt Du niemanden sonst überzeugen, zumal niemanden,der anscheinend der Meinung ist, sie wären gelb mit pinken Sprenkeln.
Mal so bildlich gesprochen.
Umsetzung: Du kannst mit ihm nicht telefonieren, er läßt Dich
a) nicht zu Wort kommen und/oder
b) beleidigt er Dich und/oder provoziert Dich?
Das ist unangemessenes Verhalten und tut dir nicht gut.Leg auf. Geh weg. Setz Dich dem nicht aus.
Ohne Erklärung.
Denn jemandem, dem man noch die Grundkonzepte menschlichen/sozialen Miteinanders erklären muß, ist nicht zu helfen,
daß ist auch nicht Deine Aufgabe.
Stell Dir vor, Du möchtest nach Wien fahren. Mit der Bahn. Aber die Strecke existiert noch nicht. Würdest Du nun also "schnell" nochmal
eine Bahnstrecke verlegen (lassen), die Bauarbeiter bezahlen, solange warten und dann - nach langer Zeit - endlich nach Wien fahren, so
wie Du es ursprünglich vorhattest? ich glaube kaum
Wahrscheinlich wäre es wohl sinniger, entweder das Auto zu nehmen oder einen Bus oder zu fliegen oder einfach woanders hin zu fahren.
Er ist immoment für Dich also die nicht vorhandene Bahnstrecke. Dreh um, geh woanders hin! Änder den Focus!
Warum - und sorry, falls ich mich nicht erinnere - muß der Umgang mit der Tochter geregelt werden, ward ihr verheiratet?
Dann gibt es gerichtliche Vorgaben, die sind üblicherweise en Detail geregelt, und zwar: Wer wann wie oft und wie lange.
Da muß man kein Wort verlieren.
Wenn ihr keiner Sorgerechtsregelung untersteht, gibt es zur Zeit überhaupt gar keinen Grund, Kontakt zu haben.
Ich würde mir dann diese Auszeit nehmen, Du hast da eine Menge zu verdauen, zumal Du dauerhaften Aggressionen ausgesetzt warst.
So, wie Du es schilderst, ist von ihm und auch von seiner Neuen Dir gegenüber kein fairer Umgang zu erwarten.
Mir tut das sehr leid, daß Du so ausgegrenzt wirst, zumal da auch so gar keine Rücksicht auf das kleine Wesen genommen wird.
Das ist Mobbing! Und das geht gar nicht. Aber wenn Du Dich/euch weiterhin diesen bösen Machenschaften aussetzt, "nur",
weil da einer oder zwei nicht klarkommen - denn so glücklich können sie nicht sein, frisch Verliebte sind friedlich und mit sich beschäftigt, und machen nicht
anderen das Leben schwer- dann hast Du gute Chancen auf einen Burnout.
Glaub mir, es gibt ein Leben "danach" und das ist schön
Das braucht niemand, diesen ganzen Streß. Es ist Dein gutes Recht, für Dich zu entscheiden, was immer Du entscheiden willst!
Schick Dir Kraft
