Zitat von Kimberly:Mein Therapeut meinte heute zu mir, dass ich mich im Problemtrance befinde, weil ich immer noch ununterbrochen an den Mist, teilweise noch immer fassungslos, denken muss
Kimberly
Guten Morgen Ihr Lieben,
Problemtrance finde ich ein interessantes Wort. Eine N-Beziehung zu verarbeiten, lädt förmlich dazu ein: Wir wollen verstehen, was nicht zu verstehen ist. Und: im Grunde führen wir die Beziehungsmuster damit fort. In den teilweise jahrelangen Beziehungen, dachten wir doch auch irgendwie, ihn verstehen zu können, etwas bewirken zu können, Einfluss auf den Fortgang der Beziehung zu haben...
Nö: hatten wir nicht!
"Nur das, was wir begreifen, können wir loslassen" (C. & A. Sautter)
Ich finde es wichtig, zu begreifen, dass wir es mit einem Menschen zu tun hatten, der emotionale Gewalt ausgeübt hat, weil er aus irgend einem Grunde emotional so kaputt ist, dass er keine andere Form der Beziehung leben kann. PUNKT!
Und versteht mich bitte nicht falsch: ich google mir an manchen Tagen noch ´nen Wolf um ihn zu verstehen und fühle hach und weh, was hätte sein können wenn...
Alles braucht seine Zeit und seinen Raum.
Ich finde es jedoch auch enorm wichtig, gut für sich selbst zu sorgen und auf sich zu schauen. Das klappt auch in der Phase der "Problemtrance".
Ich denke "sich ablenken" und sich zu positiven Aktionen zwingen klappt nicht besonders gut. Es geht um sanfte, wohltuende Kleinigkeiten. In sich hineinhören, was man möchte. Bei mir ist es derzeit: ausruhen! Stundenlang baden, viel schlafen, kitschige Filme gucken & Bücher lesen, nur die Menschen treffen die mir gut tun, auch mal eine Außenaktivität absagen oder auf etwas Ruhiges umswitchen...
Und ich kann nur noch mal betonen, wie positiv es sich auf mich auswirkt, wie bereits beschrieben, jeden Tag 5 Dinge aufzuschreiben, die ich gut für mich gemacht habe. Die Übung stammt übrigens auf dem Buch "Den Drachen überwinden - Vorschläge zur Traumaheilung" von C. & A. Sautter. Ich verstehe meine X-Beziehung als traumatisch, deshalb kam ich auf dieses Buch. Auch wer dem "Kind" nicht so einen großen Namen geben möchte: es gibt hier viele gute Hinweise zum Verständnis, wie sich solch unbegreifliche Ereignisse hirnorganisch auswirken und wie Mensch sich wieder stabilisieren kann.
Ich möchte mal kurz schildern, wie ich hierzu kam: Ich brauchte nun lange nur seinen Namen lesen, um Herzrasen, Schweißausbrüche und Schnappatmung zu bekommen. Bei mehr Kontakt (nur schriftlich wohlgemerkt!) kamen noch Schwindelgefühle und Kopfschmerzen hinzu. Als ich begann, zu begreifen, dass ich keinerlei Einfluss auf sein Verhalten, sowie seine Sicht der Dinge hatte und habe, litt ich nun massiv, nahezu ununterbrochen ca. 3 Wochen an o. g. Symptomen. Ich habe die "Ohnmacht" irgendwann angenommen und gewürdigt. Trotzdem oder gerade deshalb habe ich dieses Buch gelesen und mit o.g. Dingen begonnen. Die Symptome haben sich bislang verabschiedet!
Ich lese noch jeden Tag hier mit. Manchmal ist das gut und wichtig: da sind Menschen, die verstehen und ich bin normal, die X-Beziehung war es nicht!
Manchmal ist es zu viel und ich schaffe es noch nicht in jedem Fall, dann rechtzeitig den PC auszuschalten.
Denn grundsätzlich möchte ich auf mich schauen: mich stabilisieren und weiter auf meine Anteile dieser Geschichte schauen. Daran arbeiten, dass ich mir nie, nie, nie wieder solch eine Beziehung antue!
Er sagte manches Mal mit süffisantem Grinsen: "Du bekommst halt dass, was Du verdienst!"
Nein, habe ich nicht: ich habe Ehrlichkeit, Liebe, Energie und viel Hoffnung gegeben. Ich hatte die Rechnung leider ohne diesen Narzi-Wirt gemacht, der war dazu nicht fähig, sondern hatte es nur auf der Speisekarte stehen ohne dies wirklich im Angebot zu haben! Die Abrechnung war dann auch noch völlig fehlerhaft und überteuert
Ich habe mir gesucht, was ich kannte. So war das. Und so lerne ich nun, was ich "verdiene" (doofes Wort)
Ich will mich nun lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten! Vielleicht mag da mal demnächst ein Mann mitmachen, doch das ist aktuell mindestens 3.-rangig
Ich denke, dass wir unsere Mitmenschen überfordern, wenn wir sie mit dieser speziellen Beziehung und ihren Auswirkungen zusehr beanspruchen. Guckt mal, wie überfordert wir selbst mit dem Thema sind.
Ich habe meinen supertollen Freundinnen

anfangs einiges erzählt, ihnen etwas Info-Material zum Thema emotionale Gewalt gegeben und mir gewünscht: "Glaubt mir bitte. Sagt und zeigt mir, dass ich normal bin. Seid für mich da und zeigt mir bitte, dass ich Euch wichtig bin und ihr mich seht!" Ich rede mittlerweile kaum noch über ihn. Es gibt Wichtigeres: mich!
Für den speziellen Austausch gibt es dieses Forum und Fachleute. Das ist doch eine Menge!
Einen schönen sonnigen Tag Euch! Alles Gute weiterhin. LG Momo
