Hallo,
Am 15.03. sind/wären wir unfassbare 22 Jahre verheiratet....es ging anfangs rasend schnell, alles passte & doch war nichts "normal" - nach 2 Monaten zogen wir zusammen & gerade mal nach 5 Monaten ! traten wir vor den Altar - der Grund: mein Mann sollte zum Bund eingezogen werden & da kam die Idee mit der Heirat....(ja, da gehören immer 2 dazu)
Nach wenigen Monaten hatte mein Mann einen schweren Arbeitsunfall - er verlor fast seine linke Hand, weil er sich schwerste Quetschungen zuzog. Nur der medizinischen Kunst ist es zu verdanken, dass er einigermaßen sein Leben uneingeschränkt fortführen konnte. Er war lange im KH & Reha & ich stand nun für uns beide ein (Schulden abbauen war nun auch möglich - die brachte er mit in die Ehe). Täglich fuhr ich zu ihm, versorgte ihn, ging Vollzeit arbeiten & ja, ich erreichte meine köperlichen Grenzen....
Nach Umschulung zum Bauzeichner seinerseits fanden wir wieder in den Alltag & wir bauten ein Haus - ich hatte schon immer Kinderwunsch & nachdem alles gut überstanden war, meldete ich diesen mal wieder an - seine Antwort: in 3 Jahren....dies passierte 2x & uns lief die Zeit davon - ich war Mittlerweile 36Jahre alt !
Als er mich nicht mehr "schieben" konnte, gingen wir die Familienplanung an & nein, es stellte sich keine SS ein - wir ließen uns untersuchen & es kam heraus, dass mein Mann KEINE Kinder zeugen kann....ich war am Boden zerstört & unsere Beziehung war auf eine harte Probe gestellt - zumal er mir dann noch frech ins Gesicht sagte, er hätte DAS geahnt !
Auf meine Frage, WOHER, meinte er, seine 1.Freundin hätte soooo oft die Pille vergessen, dass sie schon längst schwanger sein müssen....
Uns blieb nur der Weg der Repromedizin & nach unendlich vielem Frust & großer Enttäuschung & einer sehr guten Frauenärztin wurde ich schwanger - der Wunsch einer Familie schien sich zu erfüllen. Genau zu diesem Zeitpunkt, so sagte mir mein Mann vor wenigen Wochen im Trennungsgespräch hätte er mit mir (schwanger) & dem Haus abgeschlossen...Hääääää....wenn man schwanger ist, baut man sich doch ein Nest & ja, diese Abgeschlossenheit ließ er mich/uns spüren. Während der SS mußte ich viel mit mir selber ausmachen, denn den Herrn ging es ja nun erst wieder zur Geburt etwas an - dies sagte er beim US-Gucken als wir zum ersten Mal das Herz schlagen sahen (SSW 7+0) - ich war schockiert & konnte das überhaupt nicht einordnen, aber er hielt sich auch daran....
Als das Kind zur Welt kam (5 Wochen zu früh), nahm er sogar Elternzeit (2Monate) - danach wußte ich, dass es nur ein langer Urlaub für ihn sein sollte. Er ließ mich mit dem Baby,Hund & Haus völlig allein, keine Unterstützung, keine Erholungspause für mich,keine Anerkennung, keine Wertschätzung. Seinen Respekt mir & dem Kind gegenüber ließ er regelmäßig draußen vor der Haustüre. Er nahm unser Kind schonmal mit, wenn er unterwegs war - er schmückte sich gern mit ihr, aber kümmern im Sinne einer Bindung aufbauend, nein, dazu hatte er keine Lust.
Auch waren/sind wir in der Erziehung/Beziehungsgestaltung mit dem Kind uns oft uneins - das z.T. als Machtspielchen von ihm ausgelebt wird, nur um MICH zu treffen, die völlig unnötig waren....es brachte mich an den Rand der Erschöpfung & wenn es mir mal nicht gut ging,kam nix von ihm - er ging einfach weg,kümmert sich NULL um mich oder dem Kind & tat mein kranksein damit ab: Grippe hat im Moment JEDER....
Ich wußte schon lange, IRGENDETWAS ist bei uns in der Beziehung "komisch" - kein "normales" Verhalten - er schenkte mir NIE Vertrauen, kontrollierte bis vor 2 Wochen noch via Handy unseren Telefonanschluss.....er schob mir ALLE Schuld unserer Meinungsverschiedenheiten zu, wenn ICH mich ändern würde (er sagte immer: etwas lieber zu ihm wäre) DANN könnte es besser werden - ich zweifelte wirklich langsam an mir,meinem Handeln & meinem Glauben - er gab mir das Gefühl, ICH wäre der Grund für beinahe alle Beziehungsprobleme.
Was seltsam war, er sprach mich NIE mit meinem Namen an, unsere Tochter bekam viele Namen von ihm, nur nicht ihren, seinen Vater nannte er "der andre" - SOETWAS kannte ich nicht & wenn ich ihn darauf ansprach meinte er, so sind wir hier in der Gegend. Ich komme übrigens nicht von hier & bin seit etwa 24 Jahren hier ansässig.
Probleme besprechen oder sogar Lösungen suchen/finden war einfach aussichtslos - er lenkte sofort auf etwas anderes & warf mir das vor - er wirkte unzufrieden, aber wenn ich ihn fragte, warum er so unzufrieden ist, bekam ich darauf keine Antwort.
Irgendwann stolperte ich über das Wort Narzissmus & es machte mich neugierig - ich recherchierte & mir fiel es wie Schuppen von den Augen. Ich las & sprach mit Menschen, die IHRE Geschichte erzählten, wo ich dachte, das ist doch MEINE - & so schrecklich die Wahrheit war, wußte ich doch endlich, warum wir nie auf Augenhöhe reden konnten (durften), warum er mich ständig ganz subtil verunsichern wollte, WAS hier einfach falsch läuft & mit Blick auf unsere Tochter machte es mir angst .....
Ich sah täglich die Symptome aber es war für mich eigentlich nicht greifbar - es hatte keinen Namen, nun wußte ich, WOMIT ich es mein halbes Leben zu tun hatte....
Subtilere Formen sind schwieriger erkennbar,dennoch verheerend. Dazu zählen Respektlosigkeit, Ignoranz, Unhöflichkeit, Herablassung, Bevormundung,ständige Kritik, Verurteilung, Lügen, Vertrauensbrüche sowie Vorschieben der Vergangenheit und damit Verzerrung der Gegenwart - ich hatte das ganze Programm zu ertragen & wäre fast daran zerbrochen....
JAAAAAA, ich tat es - ich konfrontierte meinen (Noch) Ehemann am 25.10.2012 genau mit diesem Thema. Ich sagte ihm, dass ich glaube zu wissen, was bei uns nicht stimmt & dass wir dies wohl nicht allein hinbekommen & Hilfe von außen brauchen - wir,er & auch ich.....Nach langem "Gespräch" (er sagte dazu so gut wie nix, sondern zettelte wieder neue Brände an) rang ich ihm ein "ja" ab - aber dabei beließ er es auch - vielmehr stand für ihn nun fest: HIER kann ich nicht bleiben - aber allein sein kann er nicht (seit seinem 17.Lebensjahr war er nicht einen Tag allein - immer Drehtür-Prinzip - die eine raus, die nächste rein! - war nun auch so.... Angst vor dem Alleinsein. Angst davor, mit sich selbst konfrontiert zu werden. Zur Problemlösung wird eine neue Frau gebraucht, denn eins ist klar, für SEINE Probleme muss eine Frau her, wenn nicht ich, dann eine andere....
....the NEXT begann am 02.11.2012 (8 Tage nach unserem Narzissmusgespräch !) als neue Kollegin - Schreibtisch an Schreibtisch & am 02.02.2013 eröffnete er mir, dass sie zufällig die Liebe seines Lebens wäre & auf die Frage, wielange dies schon ginge, meinte er 14 Tage - dicke Lüge....
Er ließ Weihnachten 2012 vergehen & kündigte mir zu Silvester 00:00Uhr an: 2013 wird sich etwas ändern.....
Dann "mussten" wir noch den ganzen Januar einen Hund aus seinem Büro bei uns betreuen & danach startete er seine "heldenhafte" Trennung.
Am Mittwoch, den 30.01.2013 brach er in der Früh heulend & schluchzend unter meinen Armen zusammen & erzählte mir, dass er HIER rausmuss - leider verstand ich nicht wirklich viel,ich nahm ihn in den Arm & tröstete ihn, dass es mir leid tut, dass es ihm so schlecht geht. Er verschwand dann schnell zur Arbeit & ich rief ihn vormittags im Büro an, weil ich mir Sorgen machte, ob es ihm besser geht & er bejahte. Abends, die Kleine lag schon im Bett, redeten wir 2h zusammen & er weinte so arg - ich habe meinen Mann noch nie weinen sehen & ja, ich kaufte ihm diese Show ab - er meinte, er fühle sich noch nícht so alt wie er ist (er wurde am 19.12.2012 45Jahre alt), möchte mit den Jungen von seiner Firma mal wieder um die Häuser ziehen & einen "saufen", ihm wäre es hier zu eng & das Familiengedöns hätte er über. Ich dachte, er wäre in einer klassischen Midlifecrises - jaaaa, so blöd war ich & ich brachte noch Verständnis für ihn auf.
Am nächsten Tag hatte ich einen völlig anderen Mann vor mir: gut gelaunt, so habe ich ihn seit 20Jahren nicht erlebt, er fragte mich, wie es MIR ginge - mir blieb fast die Spucke weg....& auch am Morgen drauf (Freitag) war dies ein völlig neuer Mensch, der liebenswürdig & an mir interessiert war. Ich verstand die Welt nicht mehr...er kam abends nicht heim & ich machte mir wiederum Sorgen. Gegen 21:30Uhr versuchte ich zum 5.Mal ihn zu erreichen & er ging endlich dran - da erfuhr ich durch Nachfragen, dass er mit der neuen Kollegin unterwegs wäre - genau JETZT begriff ich, was hier ablief & ich bat ihn heimzukommen, damit wir reden konnten. Das tat er auch, von 00:00-00:40Uhr & danach fuhr er zu Ihr & verließ für immer unser Zuhause....als ich ihn fragte, ob wir es unserer Tochter gemeinsam sagen können, damit sie unsere Akzeptanz auch sieht, meinte er, SIE wüßte es schon seit einer Woche - da war ich fassungslos....Er meinte, er möchte sich eine Wohnung WEGEN unserer Tochter nehmen & das fand auch meine Zustimmung.
Die Kleine ging abends ins Bett & am nächsten Morgen war Papa nicht mehr da.
Am Samstagmittag (12h nach dem Trennungsgespräch) rief er mich an, dass es mit der Wohnung nix wird (die Möbel wären nix), er tät gleich bei der Neuen einziehen - mein Einverständnis sollte aber bleiben,dass er unsere Tochter bereits am nächsten Tag dorthin holen wollte. Da spielte ich im Sinne unserer Tochter nicht mit...er selbst ist dort noch gar nicht "angekommen", keiner weiß, ob diese Beziehung funktioniert & er möchte unsere Tochter (wird im April 4 Jahre alt) seiner "neuen" Familie vorstellen als wäre sie eine 17jährige.
Er ist gegangen. Von heute auf morgen. Ohne Rücksicht auf Gefühle und Verluste. Nur an sich denkend. Er muss irgendwie in seiner Passion verstehen, dass nicht alle so begeistert sind wie er – und dass nicht gleich alle ihr Leben ändern müssen oder können, nur weil er es gerade für das ultimativ Richtige und Heilige hält.
Die Art, wie mein Mann diese Trennung handgehabt hat finde ich unter aller Sau (sorry). Midlife Krise hin oder her. So geht man mit Menschen nicht um. Besonders nicht mit einem Menschen, der einen liebt, der 22 Jahre mit einem teilt und mit dem man ein Kind zusammen hat. Außerdem beweist es eine absolute emotionale Unreife seinerseits.
Kein erwachsener und reifer Mensch würde gegen das Wohl seines Kindes handeln, nur um die eigene unmittelbaren Bedürfnisse und Vorstellungen durchzudrücken. Und das tut er leider.
Dass er unser Kind in sein neues Leben „einbauen“ möchte ist gut. Dass es dort vielleicht geliebt und ein zweites Zuhause bekommt, sehr schön. Ich denke, das begrüße ich eigentlich. Und uneigentlich würde ich meinen Mann bitten, zum Wohle des Kindes, noch etwas zu warten. Nach 2 Wochen weiß er ja noch nicht, ob diese Liebschaft ein Dauerbrenner ist oder nur eine Phosphorflamme….für das Kind ist es traumatisierend genug, dass Papa jetzt bei einer anderen Frau lebt. Wenn diese Beziehung auch noch von anfänglichen Schwierigkeiten geprägt ist – ich kann mir nicht vorstellen, dass sie schon so gefestigt ist, dass die neue Frau gleich eine Mutterrolle übernehmen kann, geschweige denn unserem Kind die Ruhe, Liebe und Verständnis geben kann, die es in einer solchen Situation bedarf – und vielleicht scheitert, ist Trauma Nr. 2 perfekt. Außerdem möchte ich als Mutter eines so kleinen Kindes erstmal die neue Frau kennen lernen wollen…
Ich begleite unser Kind in den Schlaf & nun haben wir Stück für Stück es geschafft, dass sie allein im Bett einschläft.Ich sitze im Sessel,bis sie eingeschlafen ist.Im Bett sagte sie die letzten Monate: grüß mir den Papa. So,am Montag, wo er nicht mehr da war,weinte sie auf einmal im Bett & meinte,sie könne nicht einschlafen,weil ihr der Papa fehlt.Mir kullerten die Tränen und ich dachte (zu) kurz darüber nach, was ich nun für sie tun könnte und fragte sie,ob sie mit Papa telefonieren möchte.Ja,sie wollte und ich hielt ihr das Handy hin.Sie sagte zu ihm, dass er ihr fehlt und sie nicht einschlafen könne und was macht ER: er sagt zu ihr, sie könne ihn besuchen,er hätte eine neue freundin und sie könne dort auch übernachten.....usw. Sie hörte gar nicht mehr hin,warf sich ins Kissen und weinte.Ich weiss, es war von MIR ein Fehler und das passiert mir nie wieder.Später redete ich mit ihm, dass er unser Kind nicht mehr damit belastet.
Er scheint nicht in der Lage, sich in sie hineinzuversetzen und zu merken, was er ihr mit seinem Handeln antut. Möglich, dass er "die große Liebe" gefunden hat und dass sein Himmel voller Geigen hängt und er Engelschöre singen hört....aber ist er denn so beschränkt, dass er glaubt, es würde jetzt jedem so gehen? Dass unsere Tochter sich freut und davon profitiert? Ihre Welt ist nicht in Ordnung. Papa ist weg. Und dass er ihr hinter meinem Rücken von der Neuen erzählt hat....unfassbar! Eine Trennung ist für ein Kind ein Trauma. Da müssen beide Eltern das Kind auffangen und stützen können, ihm das Gefühl geben, beide sind noch da und das Kind braucht nicht 'Seite wählen' durch Loyalitätskonflikte, weil einer dem anderen schlecht macht. Wie egoistisch und unreif ist dieser Mann eigentlich?.. ich schreibe mich in Rage....das hilft leider nicht...
LG freisein - der 2.Teil folgt gleich