@ Einfach nur da:
Sehr interessant, wie Du die "Verweigerung von Nähe" deiner Ex-Freundin beschreibst und diese von Dir gefühlte Unsicherheit.
Das verwirrt mich persönlich noch ein bisschen mehr.
Denn das sind Gefühle, die ich als vermeidlicher Narzisst auch kenne.
Ich habe das gefühlt, als meine Freundin mir in Bezug auf unsere Zukunft keinerlei Sicherheit geben konnte. Sie arbeitete nicht mit mir zusammen an einer Verringerung der räumlichen Distanz, konnte mir keinen "Fahrplan" nennen, wann sich unsere Situation verbessern könnte. Dazu kamen Eltern, die mich bei ihrer Zukunftsplanung komplett ausgeschlossen haben und auch kommunizierten, dass ich hierbei keinerlei Faktor sein soll. Das ist wirklich eines der schlimmsten Gefühle: Dass man so vollkommen ausgeliefert ist. Dass einem diese so wichtige Beziehung von heute auf morgen noch mehr durch die Lappen gehen kann, wenn Eltern oder sie etwas verändern möchten.
Das hieß für mich: Der Ist-Zustand quält mich, der zukünftige Zustand ist vollkommen offen und dem Zufall überlassen, weil niemand außer mir diese Beziehung als ernsthaften Faktor für Zukunftsplanungen ansah.
Aber jetzt zurück zu den Parallelen zu mir:
Ja, auch ich konnte mich über wunderschöne Gesten nicht mehr allzu riesig freuen. Sie bastelte mir viel, zeigte höchste Kreativität und Individualität, schrieb mir oft Briefe.
Alles, was mir dazu einfiel, war der Kommentar, dass sie mir "ruhig die ein oder andere Karte weniger schicken könnte, aber stattdessen mehr Exklusivität in ihren Alltag integrieren könnte". Denn diese "Geschenke bringen mir nichts".
Harte Worte und auch ein Indiz für Narzissmus. Aber andererseits doch auch logisch, oder?! Was bringen mir Liebkosungen, wenn ich im Inneren unzufrieden mit der Konstellation bin und die Zukunft dem Zufall überlassen ist? Wie in diesem Song "Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit in einer Welt in der nichts sicher scheint". Das ist die Luft, die ich zum Atmen brauche. Und nicht unbedingt kreative Bastelideen.
Aber am Ende unserer Beziehung war wirklich nichts mehr übrig, worüber ich noch nett geredet habe. Das verunsichert mich! Ich habe nahezu alles in ihrem Leben schlecht geredet. Zwar stets argumentativ, aber auch sehr lieblos und frustriert. Einfach bosartig.
Was vielleicht dagegen spricht, dass ich ein N. bin, ist, dass ich nicht widersprüchlich gehandelt habe. Also das, was ich forderte in einer Beziehung, durchaus auch zurück gab. Ich habe auch unverbnünftige Dinge getan, um ihr zu zeigen, dass ich ihre Nähe trotz Distanz aufrecht erhalten möchte.
So habe ich sie z.B. nach Feierabend mal in ihre Stadt zurück gebracht, habe Geld an die Seite gelegt, um auch finanziell eine höchst mögliche Taktzahl an Treffen realisieren kann und habe ja letztlich auch meinen Arbeitsstandort verlegt (das nur als Beispiele).
Genauso wie es sie verletzt hat, dass ich böse Dinge sagte und ihre Bemühungen im "hier und jetzt" (Geschenke etc.) nicht würdigen konnte, so hat es mich verletzt, dass ich im Bereich Zukunftsplanung alleine handelte.
Jetzt könnte man ja auch einfach einen Haken setzen und sagen "wir haben nicht zusammen gepasst", weil wir scheinbar grundverscheidene Bedürfnisse hatten.
Aber das ist mir irgendwie zu einfach. Und die Art und Weise, wie ich letztendlich ihr Leben im "hier und jetzt" runtergeputzt habe, bereitet mir Sorgen.