Mädel84
Gast
ich habe viele eurer Beiträge gelesen, wenn auch nicht alle, angefangen habe ich bei den ältesten, also verzeiht, wenn ich die Diskussion irgendwie zurückwerfe. Ich kann mich wohl auch zu den Narzisstengeschädigten zählen. Letzte Woche war wohl das endgültige Aus nach einer On-Off Beziehung, in der es dermaßen viele Offs und Ons gab, dass es schon peinlich ist. Die Abstände waren nie länger als eine Woche. Schluss gemacht hat natürlich immer er, jedes Mal ging es darum, dass ich sein Weltbild und seine politischen Ansichten nicht übernehmen wollte.
Ich kann hier nur betonen, dass ich selbst kein Problem damit hatte, dass er anders denkt als ich. Mir ist das nicht so wichtig und ich suche auch meine Freunde nicht nach politischen Ansichten aus.
Nach einigen Tagen kam er dann immer wieder unter einem Vorwand angesch...., obwohl er mir jedes Mal das Gefühl vermittelt hatte, ich sei ein Monster, mit dem er nichts mehr zu tun haben wolle. Und ich, jedes Mal aufs Neue (!) völlig schockiert durch das plötzliche Ende, emotional abhängig durch meine Vaterkomplexe, habe ihn jedes Mal mit Handkuss zurückgenommen. Jedes Mal in der Hoffnung, es würde nicht mehr passieren, ich würde dieses Mal aufpassen, mich zusammenreissen etc. Kotz.
Ich habe mir also immer wieder vorgenommen, nicht mehr mit ihm über diese Reizthemen zu sprechen, nun bin ich aber jemand, der irgendwann platzt, wenn ihm der Mund verboten wird. Es ging also nie lange gut.
Jetzt am vergangenen Wochenende der (meiner Meinung nach) endgültige Eklat, und das ca. zwei Wochen vor einer existenziell wichtigen und schwierigen Prüfung.
Das Streitthema war dasselbe wie immer, er fing an, mich zu beschimpfen bis ich schließlich aus seiner Wohnung stürmte und nachts um 2 wieder zu mir fuhr. Gott sei Dank ist es nicht weit.
Ich hänge nun nur noch herum, meine Gliedmaßen sind kraftlos und ich kann an nichts anderes denken, Essen und Schlafen geht nicht, Lernen schon gar nicht und meine Freunde haben auch langsam die Schnauze voll von dem Thema.
Während der Beziehung fühlte er sich groß, indem er meine Fehler unter der Lupe betrachtete, anderen Frauen hinterherglotzte, während wir uns unterhielten, mir jeden Handgriff vordiktierte, mich mit meiner Verlustangst quälte.
Ich bin nun auch in der Situation, dass ich zwar weiß, warum ich dermaßen auf ihn angesprungen bin, ich aber dennoch gefangen bin und meine Sucht nach ihm übermächtig ist. Ich hatte das zuvor noch nie, wurde bisher auch noch nie verlassen.
Er ist ein brillianter Kopf, ein Vorzeigeakademiker, wahnsinnig gebildet, diszipliniert, eloquent, strebsam. Rhetorisch ein gewiefter Taktiker. Kein Suff, keine Parties, nur Kultur wird gepflegt. Natürlich hat mir das wahnsinnig imponiert.
Endlich ein erwachsener Mann, endlich einer, der auch mal dominant sein kann, seine männliche Rolle erfüllt (=mein Papa). Dass er mich dabei ständig abwertet, nehme ich halt in Kauf (= mein Papa). Natürlich war er auch sehr fürsorglich, tat viel für mich, wir hatten viele sehr schöne und für mich erfüllende Momente.
Gott sei Dank ging die Sache noch nicht sooo lang. Trotzdem hat er mir mein Herz rausgerissen und als Trophäe an seine Wand genagelt. Mir geht es richtig schlecht, und wenn er die Kontaktsperre durchbricht, weiß ich nicht, ob ich ihn abwehren kann. Ich weiß nichteinmal, ob ich sie einhalten kann. Ich habe es gestern mit Mühe und Not geschafft, ihm keine Email zu schreiben, mit dem Vorschlag, nochmal "zu reden". Ich will ihn zurück, ich habe das Gefühl, nichts geht mehr ohne ihn.
Gibt es jemanden unter euch, der mir sagen kann, ob die Zeit hier tatsächlich die Wunden heilt? Ich zweifle gerade daran, obwohl die Trennung nicht lang zurück liegt.
Der Text ist länger geworden als geplant, sorry.
Viele Grüße an euch alle.
Du sagst es selbst, deine Trennung ist wohl noch sehr frisch, insofern lässt sich auch nicht genau sagen, wie lange deine Trauerphase anhält! Jedenfalls tat es mir persönlich in den letzten Tagen sehr gut, sich hier auszutauschen...natürlich ist der Kummer noch da....aber und das hoffe ich so sehr, IRGENDWANN ist alles vergessen bzw. überstanden!