Hallo,
manchmal fehlen mir die Worte. Für das, was ich empfinde, wenn ich etwas lese oder höre. Da ist dann nur ein Gefühl...manchmal ein schreckliches.
Mir fällt das Wort "zerfleischen" ein, wenn ich eure Geschichten lese, für das, was passiert ist. Mal geschieht das auf grobe Art, mal auf sanfte. Aber das korrekte Wort dafür ist ja wohl Destabilisierung, oder eben einfach Zerstörung. Es ist das, was eigentlich eine "Liebesgeschichte" sein sollte...
Aber leider sind wir wohl nur in sowas wie einen Fleischwolf geraten. Und müssen uns wieder zusammenflicken.
Mag sein, dass es Menschen mit einem dicken Fell gibt. Die würden hier dann wohl aber nicht schreiben, oder?
Ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich mir schon gewünscht habe, ein dickes Fell zu haben. So dick, dass vieles einfach an mir abprallt. Ich es nicht einmal wahrnehme...
Es ginge mir viel besser. Davon bin ich überzeugt. Und ich denke sogar, dass mir nicht einmal diese Geschichte mit meinem N. passiert wäre, wenn...
Aber ich hab es nicht. Und da liegen wohl auch Stellen besonders blank. Wo es besonders weh tut, wenn...
Er hat mir geschrieben, er wüsste eben, was Frauen mögen. Hat mir geschrieben, er wüsste nicht, ob er überhaupt lieben kann. Und dass er manchmal denkt, da würden 2 Personen in ihm sein (ich glaub sogar an mehr; die, die er sich alle abgeguckt hat von anderen).
Er ist wieder auf der Suche. Seine dreijährige Beziehung nach mir ist anscheinend zu Ende. Er hat sie beendet. Schrieb mir in der Zeit unheimlich viel (das übliche; ihr wisst schon, was sie schreiben, wenn sie zurückerobern wollen). Ich konnte nicht damit umgehen. Nun hat er sich wieder auf der Ponyhof-Seite angemeldet. Schrieb es mir von sich aus. Nur um nicht durchzudrehen, meinte er dazu.
Ich antwortete: Kann ich verstehen. Macht ja auch Spaß. Man bekommt Bestätigung, Nettigkeiten...
Dann war da erstmal Stille von seiner Seite aus. Nix kam. Dann auf einmal, dass er an mich denkt, ihm das Schreiben fehlt...
Naja, nun ist sein Schreiben mit mir wieder extrem geschrumpft.
Ja, er möchte sich wohl noch festhalten an mir. Bis er wieder jemanden hat, an dem er das kann. Jemanden, wo er seinen inneren Kampf ausleben kann - der zwischen dem kleinen Jungen und dem Möchtegern-großer-starker-Mann. Zwischen dem Jungen, der alles tut, um Mama und Papa glücklich zu machen, ihre Zuneigung zu spüren und seine Anerkennung...und die Wut dafür auf sich selbst. Und dem aussichtslosen Kampf der Loslösung von dem, was ihn so hat werden lassen. Denn er sieht das alles nicht. Wundert sich nur manchmal über sich selbst - aber nur, wenn es ihm nicht ganz so gut geht. Er alleine ist. Niemand da ist, wo er ausleben kann, was so zerrissen in ihm ist...
Er liebt seine Eltern. Hat Respekt vor ihnen. Und Angst. Vor ihrem Urteil. Auch das ist ihm nicht bewusst. So wie ihm nicht bewusst ist, dass er ihr Leben nachlebt...und gleichzeitig nach außen hin so tut, als wäre er anders. Er merkt gar nicht, wie sich etwas furchtbar in ihm dagegen wehrt - so oder so zu sein. Und er wird jetzt bald 48...
Musste das jetzt alles schreiben. Wohl mehr, um es mir immer wieder klar zu machen. Glaube, dass ihr es mir nicht übel nehmt. Und vielleicht findet ihr ja auch einiges für euch darin wieder.
So wie ich in euren Beiträgen immer wieder auch etwas für mich finde. Auch, wenn ich nicht oft zu einzelnen etwas schreibe.
Es ist so sinnlos, so einem Menschen beistehen zu wollen. Ohne dabei selbst vor die Hunde zu gehen. Jedenfalls, wenn man kein dickes Fell hat. Denke ich so. Auch, wenn ich eure Geschichten lese.
Gerade habe ich wieder eine SMS von ihm bekommen. "Na, was macht du so?" Hatte mich nicht mehr gemeldet auf seine letzte, in der er mir schrieb, es gäbe für ihn nichts zum Lachen...
Vielleicht meint er damit, dass ich nicht aufhören soll, mich lächerlich zu machen?
LG an euch
soulsea