Moin Writer,
Zitat:Nichts von dem was der Narzisst für mich tat forderte ich. Und da kann ich immer nur von mir sprechen. Ich wusste nicht, das er sich anpasste, das er gefallen wollte. (Woher hätte ich das auch wissen sollen ). Ich hatte wirklich keine Ahnung womit ich es zu tun hatte!
Ich habe mir darüber auch schon meine Gedanken gemacht. Mr.X hat sich teilweise auch sehr angepasst, wollte gefallen und wollte Dinge für mich tun. Allerdings hatte ich dabei immer so ein seltsames Gefühl, das er, wenn ich ihn mal einspannen würde, er mir das irgendwann ganz dick aufs Butterbrot schmieren würde, weshalb ich das immer vermieden habe. Ich wollte nicht in seiner "Schuld" stehen. In gewisser Weise ist es ja in einer Beziehung auch ganz normal, das man sich zusammenrauft, eine Art von Anpassung also, aber das, was in solchen Beziehungen im Hintergrund steht geht weit darüber hinaus. Da geht es um die absolute Kontrolle und Übernahme des Anderen. Das habe ich intuitiv gespürt und doch nicht wahrhaben wollen.
Zitat:Komischer Weise änderte mein x. später seine Taktik! Erst drängte er mich in die Rolle seiner Mutter - später dann - vielleicht,als er mich sicher dachte - änderte er seine Taktik! Er destabilisierte mich - schwächte mich - und übernahm die starke Position! Verdammt, ER hatte die ganze Zeit die Zügel in der Hand. Es war schlimm zu erkennen, wie er mich durch seine Manipulationen die ganze Zeit fremd lenkte Es ging die ganze Zeit nur um MACHT - wie krank echt...
Ohje, so ähnlich war es bei mir auch. Er markierte immer öfter den Starken, obwohl er das in Wirklichkeit gar nicht war, erwartete von mir, das ich seine Spielchen mitspiele und ihm das spiegele, wie er sich selber gerne sehen würde. Er trägt so ein seltsam stereotypes Männer/Frauenbild vor sich her, etwas, dem ich nicht entspreche und er übrigens auch nicht. Dabei hat er immer mehr versucht sich meiner Persönlichkeit zu bemächtigen um sein kleines schwaches Ego aufzupimpen. Er hat sich meine Stärke einverleibt und seine Schwächen und Komplexe auf mich übertragen. Wie ein Vampir. Ja, und es ging eigentlich die ganze Zeit nur um Macht und Manipulation (aber meistens auf einer sehr subtilen Ebene, ganz fies), es war ein ewiger Kampf, der mir dann doch sehr zugesetzt, mich förmlich ausgelaugt hat.
Zitat:Auch ihnen geht es nur um Betätigung, auch sie haben immer mehrere "Andockstationen". Sind Meister der Manipulation! Sie sind nur hinterhältiger, schwerer zu durchschauen als der männliche wie ich finde!
Obwohl ich immer mehr über ihn erkannt hatte, wollte ich es in der letzten Konsequenz doch nicht sehen bzw. konnte es nicht fassen. Hinterhältigkeit trifft es gut. Aber es ist so und je eher man der Wahrheit ins Auge blickt, umso eher kann man die Reißleine ziehen, alles andere ist nur eine Verschleppung der inneren Not, ein gegen Wände anrennen, mit dem Ergebnis sich eine blutige Nase oder schlimmeres zu holen.
Es wurde hier ja schon öfter angesprochen, habe auch mit meiner Psychologin darüber geredet, das diese Menschen keinen festen inneren Kern haben, das sie sich die verschiedenen Rollen irgendwo im Aussen abgucken. Das habe ich genau so erlebt. Ich habe oft (nicht immer) das Gefühl gehabt, das er eine Rolle spielt, das er das (konnte auch nur eine Umarmung oder ein Kuss sein) macht, weil man das eben so tut, aber da war keine wirkliche Verbindung dazu. Auch seine Sprüche, die er ab und an rausgehauen hat und die mich oft abgestossen haben. Bei ihm lief eigentlich ständig die Glotze und er hat sich dann auch diese amerikanischen Serien reingezogen u.a. "Two and a half man" mit diesem blöden Charlie Sheen. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, das sich die Sprüche in der Serie und seine aufs Haar gleichen. Ich habe einmal zu ihm gesagt, jetzt weiß ich woher du das hast, worauf er mich nur seltsam ansah und nix sagte. Die Tragweite war mir damals noch nicht bewusst, also das er wirklich so leer ist und keinen Kontakt zu seinen inneren Anteilen hat, das er sich sogar beim einer blöden Amiserie bedient um so etwas wie eine Persönlichkeit zu kreieren, zusammengesetzt aus fremden Bausteinen. An den wirklichen Menschen kommt man eigentlich nicht ran.
Zitat:Kinder dulden sie nur - wenn diese sie Anerkennen, bewundern, ihr eigenes Selbst erhöhen. Wenn sie sie eben spiegeln, ansonsten vernichten sie sie, weil sie Kongurenz sind - keinen Nutzen haben!
Auch das kann ich nur unterschreiben. Er hat einen mittlerweile pubertären Sohn, der aber nicht bei ihm aufwuchs und zu dem er auch teiweise nur sporadisch Kontakt hatte. Seit ein paar Jahren gibt es regelmäßige Wochenenden die der Sohn bei ihm verbringt, wo aber auch nicht viel läuft. Der wird dann teilweise den ganzen Tag vor der Playstation geparkt oder zwischendurch immer wieder gegen seine jeweiligen Bezugspersonen aufgehetzt. Papi stellt sich als der Beste hin, obwohl er emotional gar nicht vorhanden ist, lässt gerne Andere für sich machen und sieht seinen Sohn eigentlich nur als Spielball um Macht und Einfluss. Ich weiß auch, das der Sohn darunter leidet, ich habe mit ihm darüber geredet, Stichwort fehlende Anerkennung und Beachtung. Aber ich weiß ja selber aus den Erfahrungen mit meiner Mutter, wie schwer, wenn nicht unmöglich, das gerade für ein Kind ist, den narzisstischen Elternteil im richtigen Licht zu sehen. Es ist so wie in dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider", der Kaiser ist eigentlich *beep*, erwartet aber vollste Bewunderung.
Zitat:Das Kind wird also auch nicht als eigenständiges Wesen gesehen - sondern nur als Nutzen-bringer für das schwaches Selbst des Narzissten. Ein Energielieferant - und da schließt sich der Kreis wieder!
So sieht es aus! Vater sein, also ein Kind haben, bedeutet erst mal noch gar nichts, das muss ausgefüllt werden, man muss Verantwortung übernehmen, das Ganze mit Leben füllen, aber das kann er nicht, wie auch, wenn er eigentlich innerlich leer ist, nicht geben kann was er nicht hat. Wir haben einen Abend mal rumgesponnen, wie es wäre in ein anderes Land zu gehen um dort zu leben. Was mich erschreckt hat war, das sein Sohn in diesem Szenario überhaupt keine Rolle spielte. Ich habe dann zu ihm gesagt, du kannst ihn doch nicht hierlassen, der setzt so große Hoffnungen in dich, das würde ihm das Herz brechen. Da habe ich das erste Mal gespürt, das ihm sein Sohn eigentlich schei. ist, der würde ihn, wenns ihm in den Kram passt, wie eine heisse Kartoffel fallen lassen.