MariaLaFleur
Gast
Zitat von Ema:
Ich bin ja vor Jahren selbst mit einem Affären-Problem hier gelandet (das ich zum Glück längst nicht mehr habe) und irgendwann war mir der Hintergrund dieser offensichtlichen Hexenjagd ganz sonnenklar:
Das sind meistens Frauen, die ihren Em zwar wiederhaben und scheinbar über die Af "gesiegt" haben, aber eine heilige Angst davor haben, ob es wirklich vorbei ist und wann sich ihr Zuckerschnütchen womöglich die nächste anlacht hinter ihrem Rücken. Die, die genau wissen, dass es um ihre Ehe eben nicht so rosig bestellt ist und die sich einen großen Teil davon schönreden müssen. Ein Pyrrhussieg also.
Und weil sie ihrem Gatten die Schuld ja nicht geben können (sonst könnten sie kaum mit ihm zusammenbleiben, weil sie das psychisch nicht hinbekommen würden), verlagern sie all ihren Zorn auf die bösen Afs dieser Welt. Ganz unabhängig davon, wer die Affäre forciert hat - was ja sehr oft der verheiratete Part ist. Sehr gern übrigens auch, indem er die Wahrheit über seinen Beziehungsstatus verschweigt (zumindest eine Weile) oder diesen schlechtredet (Ef ist eine Hexe, Ehe besteht nur auf dem Papier usw.). Aber nein: Die Af hat schuld, hat ihn mit ihren Hexenkünsten quasi mit Gewalt verführt (er wollte das alles ja gar nicht und findet es einen "großen Fehler", wenn es rauskommt und weiß gar nicht, was in ihn gefahren ist) und sie wollte sich kaltblütig und nur um zu "gewinnen" oder zu triumphieren oder aus reinem Vergnügen in eine tadellose und wunderbare Ehe einmischen. Ganz egal, wie weit das von der Wahrheit entfernt ist.
Damals hat es mich verletzt. Heute zucke ich nur noch mit den Achseln.
P.S.: Und sie verteufeln nicht nur alle Afs, sie scheinen es sich auch hier stellvertretend für die Af ihres Mannes zur Aufgabe gemacht haben, allen zu erzählen, wie aussichtslos so eine Affäre ist (was ja nicht stimmt) und dass solche Frauen eh nie geliebt, sondern grundsätzlich immer nur als Betthäschen missbraucht werden. Als wollten sie hier durch ihre Missionsarbeit jede Gefahr, die von irgendwelchen Frauen für ihre Ehe ausgehen könnte, prophylaktisch ausschalten. Was natürlich eine Sisiphos-Arbeit ist und unmöglich gelingen kann. Aber sie versuchen es, weil sie den eigenen Mann, wie sie genau fühlen, nicht unter Kontrolle haben und ahnen, dass ihnen das jederzeit wieder passieren kann.
Wunderbar geschrieben und sehr treffend analysiert
