SAMSTAG
Gestern wollte ich nachlesen, ob es mir ohne ihn wirklich besser ging wie seit wir uns wieder gesehen haben.
Doch: Da ich so viel gespammt hab seitdem, hätt ich mich durch vermutlich 10 Seiten lesen müssen.
Ehrlich gesagt glaub ich auch, mir gings nicht besser. I konnt mich nur besser drauf konzentrieren, mich abzulenken.
Indem ich quasi durchgehend an meinem Programmierprojekt gearbeitet hab und plötzlich iwelche Konsolen wieder rausgekramt hab.
Meinen Dresdner Freund hab ich besucht und der hatte grad nen sehr intensives Thema, in das ich mich dann auch reingedacht hab.
I hab mich in ne Seifenblase gesetzt. In der mir nicht viel passieren kann.
Es ist schwer, die Puzzleteile zusammen zu setzen.
Aber was ich weiß ist, dass ich nicht mein Leben in ner Seifenblase sitzen will.
Sondern im Alltag bestehen will. Ja.
Und das muss ich teilweise noch lernen, teilweise wird dazu beitragen, wenn ich ein bisschen bessere Bedinungen geschaffen hab und die WHG endlich fertig renoviert ist.
Achja.
Bzgl 'Ich spamme hier so viel', wollt ich mir nun vornehmen, nur noch zweimal am Tag idealerweise zu schreiben.
Das wär perfekt, weil es dann ne rundum-Einschätzung gibt:
- Einmal mein Gefühl nachm Aufwachen, meine Pläne für den Tag
- DANN irgendeine weitere Nachricht wahlweise nach Feierabend oder vorm Schlafengehen, wo ich berichte, was wirklich draus geworden ist und wie ich mich JETZT fühle
Keine Ahnung, ob ichs schaff. Aber i glaub, i muss ein bisschen mehr Selbstdisziplin entwickeln und aufhören, mich in Seifenblasen zu setzen.
WARUM tue ich das überhaupt?
- Weil ich Angst hab, sonst zu leiden?
WARUM hab ich Angst, sonst zu leiden?
- Weil irgendwas nicht stimmt in meinem Leben und ich mir was vormache?
WARUM hab ich Angst, mir was vorzumachen und was mach ich mir denn vor?
- Ich hab Angst, unglücklich zu sein und mach mir vor, glücklich zu sein?
WARUM hab ich Angst, unglücklich zu sein?
- I fühl mich allein
Ahhaaa. Mhhh. Ich verschließe meine Gefühle, spüre sie selbst kaum, weil ich zu viele Dinge tue, um sie nicht fühlen zu müssen.
Eigtl hab ich Freundinnen, hey und bald bin ich wieder Gleitschirmfliegen. I hab wieder Kontakt zur Wandergruppe von letztem Sommer. I kann an den WEs ab März vermutlich wieder oft in die Berge, mit netten Leuten und großen Gruppen.
I mag das manchmal. Es war letzten Sommer voll schön.
I muss mir ab Mai Leute suchen, die Ahnung von Hochtouren haben, um ne kleine Gruppe für den Großglockner im Sommer zusammen zu kriegen. I hab letzten Sommer den Hochtourenkurs gemacht, aber bin noch Anfängerin. Da muss ich Erfahrung sammeln und dann, auf den Großglockner steigen.
Soweit der TRaum. Und es ist realistisch.
Ich glaube, ich hab auch Angst, nicht mehr Lieben zu können oder dass Liebe keinen Sinn macht und immer irgendwie endet, weils heutzutage nicht mehr gescheit hält. Nein, ich glaub eigtl nicht mehr an Unendlichkeit, ich glaub nicht mehr an ein FÜR IMMER, i woas net, ob ich das nochmal zu einem sagen würde. Mein 1. Ex hat sooft mich dazu gebracht, es zu ihm zu sagen, i habs gesagt, immer wieder. Und es war schön, wie er mir zicktausend Liebesschwüre entlockt hat, ich konnte mich total öffnen, aber ich wusste auch, dass ers erwartet --- er hat mich ein bisschen dazu gezwungen, eigtl nicht nur ein bisschen.
Aber ich wollte solche Dinge auch sagen, vll nicht so oft, aber ich WOLLTE. Aber hab mich schwer getraut.
JETZT im Umgang mit normalen, nicht-klammernden Partnern muss ich lernen, solche Dinge freiwillig zu sagen, zum richtigen Moment im richtigen Maß und in gewisser Weise merk ich, dass ich wenig Erfahrung hab, weil ichs früher denk ich irgendwie dadurch zu einfach hatte, dass mein Ex durch sein Klammern sehr 'dominant' war.
Aber hey, das einzige, was mir Zuversicht und ein schönes Leben ermöglichen wird ist, all das selbst zu lernen, was früher immer schön von mir gefordert wurde.
Nur dann kann ichs im positiven haben, ohne die ganzen Vorwürfe und die ganze Angst, was falsch zu machen.
Eigtl fühlts sichs logisch an.
Ja.
Ja.
I muss mir das irgendwie merken, aber ich fang immer stärker zuzulassen, was wirklich das Problem ist und die Fassade, hinter der ich all das, was mich 'wirklich' verletzbar macht, zu verstecken, zerbröckelt langsam und gibt echte Einblicke frei.
Es wird aufhören, mich so zu stressen und zu belasten, wenn ich selbst besser Nähe fordern, Grenzen setzen, Gefühle zeigen kann.
Vll hab ich nicht mal Bindungsängste. Sondern es ist bei mir eher... der Umgang mit Gefühlen und Nähe, dass ich nicht gescheit WEIß, wie ich es tun soll, wo das richtige Maß ist - und erkennen, wenns dem anderen zu viel oder zu wenig ist, naja da muss man vermutlich besser ab und an drüber reden, anstatt sich zwischen den Zeilen was zusammen zu reimen. Hey wer weiß.
So.
Also ich arbeite jetzt... Fahr dann zu A... Und wir sind heut Abend und morgen zusammen, am SO Abend bin ich wieder zurück in Traunreut.
So. I hoff i krieg keinen Entzug nach meinem eigenen Tagebuch, i bin wirklich schockiert, als ich gestern gemerkt hab, wie viel ich geschrieben hab in letzter Zeit - mir ist das nicht so aufgefallen, aber eigtl ists nen Zeichen, dass ich wohl etwas verzweifelt gewesen sein muss...
Wenn ich iwann mehr Zeit hab, versuch ich, das ein bisschen besser auszuwerten.. aber nicht jetzt... hab ja noch mein Zeiterfassungsproblem zu fixen

Das ist erst mal wichtiger.