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Mein Tagebuch oder so ähnlich

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Hey,
ich wollte hier meine Geschichte erzählen, einfach so, weil ich irgendwie darin versinke und mir beim Schreiben vll darüber klar werde, wieso Dinge so sind, wie sie sind.

Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll oder wo der ganze Murks überhaupt losgeht:

Ich komm aus der Nähe von München.
Ich hab mit 22 Jahren die große Liebe gefunden und ihn dann vier Jahre später wieder verloren.
Seitdem bin ich erwachsen geworden, war mir zuerst auch sicher, dass mir die Trennung gut tut.
Wir hatten einen Altersunterschied von 8.5 Jahren und ich hab zu ihm aufgesehen, während er oft zu mir runtergesehen hat und mir das Gefühl gegeben hat, im Weg zu sein oder Dinge falsch zu machen. Wir haben damals beide eher sein Leben gelebt. Daher hat mir die kurze Zeit nach der Trennung erst mal total gut getan, ich hab zu mir selbst zurückgefunden und mich stark auf mein Studium konzentriert.
Für meine Bachelorarbeit bin ich damals nach Stuttgart gezogen.
Und da ging es eigtl schon los mit diesem Wirrwar aus Weglaufen.
Ich bin nach Stuttgart gezogen, hab aber erst mal die Wohnung in Bayern ebenfalls behalten.

Dann - ein halbes Jahr etwa nach der Trennung - habe ich mich wieder in einen verliebt, aber das wurde nichts.
Ich war zu schüchtern und nicht bereit und hab ihn verprellt. Aber ich war stark verliebt.
Da wir hauptsächlich über so einen Chat in Kontakt waren, lief das ganze immer weiter, ich hing viel in diesem Chat und versuchte irgendwie, seine Aufmerksamkeit zu erwecken, obwohl ich andererseits wusste, er ist mir zu krass drauf (ein bisschen Richtung Aussteiger aus der Gesellschaft).
Da der dann anfing, sehr stark mit einer anderen zu flirten, flüchtete ich mich in eine andere Beziehung mit einem Typen, für den ich nichts empfand.

Das ganze wurde dadurch sehr verworren, dass er vermutlich Gefühle hatte, aber generell ein sehr kalter und oberflächlicher Mensch war und ich eher emotional, sensibel und körperlich eher zurückhaltend/ängstlich.
Wir passten nicht zusammen. Ich gab mir Mühe, obwohl ich nichts empfand, stellte ihn Freunden vor und wollte einfach die Wolke 4 leben.
Ich fuhr einmal im Monat etwa eine Woche nach Bayern zurück, so wie es beruflich mit meiner 20-Stunden-Studentenjob-Woche halt passte). Dann musste ich mich auch noch auf meine Bachelorarbeit konzentrieren.
Ich denke, der Typ, mit dem ich da zusammen war, kam mit all der Kälte wenig klar und versuchte, seinen Frust an mir auszulassen bzw mir zu zeigen, dass er mich nicht braucht. Daher baggerte er zuerst eine Freundin von mir an, bis die beiden das Date klar hatten und sie ihm erlegen war. Das Date sagte er dann allerdings wieder ab und tat so, als würde er sich für mich entscheiden, aber ich war danach ziemlich kalt und sauer - dass er überhaupt erst diese Freundschaft kaputt gemacht hatte.

Ich wurde dadurch auch einsam, da ich in Bawü wenig Leute kannte und mein Vertrauen in die eine Freundin natürlich kaputt war, in die anderen Mädels, die dranhingen, ebenfalls - da die sich aus der Sache komplett raushalten wollten und niemand es zuließ von den Mädels, dass ich mit denen drüber rede - die wollten nichts davon wissen.

Irgendwie kam es dann, dass ich versuchte, mich auf den Typen einzulassen, aber wenn er versuchte, mich zu küssen, drehte ich mich weg, es ging mir alles zu schnell. S. klappte schon eher, Umarmen war kein Problem, nur mit dem Küssen.
Er zog dann mit ner fremden Frau in ne kuschelige ZweierWG, vll um mir noch einen Denkzettel zu verpassen.

Mir gings irgendwie nicht gut, ich zog mich mehr und mehr zurück.
Eigtl verteufelte ich Stuttgart und Bawü und wollte zurück nach Bayern, aber hatte dort ebenfalls nicht mehr viel, wohin ich zurück konnte. Ich schaffte es irgendwie, mir einzureden, dass ich im Schwarzwald ne Wohnung kaufen will, weiß nicht warum, es war damals alles, was mich irgendwie hielt: Umziehen, davonlaufen.
die WHG war sehr günstig, wahrscheinlich eine tolle Investition und urgemütlich.

Aber ich wurde dadurch noch zurückgezogener.
Der Typ, mit dem ich da zusammen war, flog nach 3 Monaten aus der WG mit der anderen wieder raus, schmiss dann seinen Job und zog zu seiner Schwester nach Ulm. Wollte trotzdem noch mit mir zusammen sein - er in Ulm, ich im Schwarzwald.

Ich brauchte jeden Tag fast ne Stunde in die Arbeit nach Stuttgart. irgendwie schlauchte mich das sehr. Auch, dass die Beziehung so schlecht lief und wir einfach keinen Weg fanden, es zu retten. Problem das ich sah war, dass er ein Ar. ist und irgendwie einfach skrupellos, unselbstständig ohne Ende und eigtl quasi ohne Empathie.
Das wahre Problem war vll einfach, dass ich ihn nicht geliebt habe.

Ich wusste nicht, ob ich je wieder lieben würde.
Ich dachte, vll bleib ich für immer halb an meinem Ex hängen.

Irgendwie war letzter Sommer dann der dümmste meines Lebens. Das war ja da, wo er mit der anderen Frau zusammen gewohnt hatte. Der Herbst toppte das, als er dann bei seiner Schwester wohnte und die mich dann auf FB anschrieb, dass sie mich nicht ausstehen kann, weils ihrem Bruder wegen mir oft schlecht geht, weil ich so kalt bin.
Was soll ich denn machen? Wenn mich alle nur ablehnen und mir zeigen, dass er andere Frauen hat. irgendwie habe ich die ganze Zeit nur mit negativen Gefühlen konfrontiert gelebt.

Im September/Oktober hatte ich dann irgendwie Gedult, hoffte, es wird besser dadurch dass er bei seiner Schwester wohnt - ich hoffte auch, er suchte sich wieder einen Job und eine eigene WHG. ICh hätte mich einfach trennen sollen, aber dadurch, dass es mir selbst nicht gut ging, schaffte ich das nicht.

Im November wurds dann so heftig, dass ich meinen Hiwi-Job hinwarf und zurück nach Bayern ging.
Ich hatte da manchmal mit der Telefonseelsorge telefoniert und die meinte, klar, man kann nicht zwei Herren gleichzeitig dienen --- Studium UND Job, Bayern UND Bawü.

Ich hatte auch einen Home Office Job gefunden, wo ich ab Dezember Aufträge bekam und am Anfang sehr sehr motiviert war und das kleine Start Up, bei dem ich da arbeitete, sehr pushte und vollen Einsatz zeigte. Mir gings plötzlich einfach wieder gut: Nur durch den Jobwechsel, dass ich nicht mehr täglich 2h im Auto saß, dass ich im Bayern wieder mehr Leute um mich hatte und auch, dass ich mich von dem Typen nicht hab unterdrücken lassen, sondern meinen freien Willen behalten hab und meine Heimat.

Ne Zeitlang sah ich allerdings dennoch das Problem (warum es mir die Monate davor so schlecht gegangen war) bei mir: Eben dass ich nie wirklich losgelassen hatte, aber trotzdem nen Neuanfang machen wollte. ICh hätte entweder nach Stuttgart gehen oder in Bayern bleiben sollen.
Für beides hatte ich zu viel Angst. Und wollte beides.
Es hätte mich fast umgebracht.

Der Typ und ich blieben zusammen, es war dann halt ne Fernbeziehung. Er war auch immer noch arbeitslos und ne Zeitlang dacht ich, hey vll kommt er auch nach Bayern. Aber das hatte er nie vor.
Wir liebten uns glaub ich beide nicht mehr, sondern waren nur allein und geschunden durch diese Abreibung.

Mein Leben wurde aber schlagartig besser, als ich wieder in Bayern war, ich sah meine Freundinnen wieder, ging plötzlich wieder oft in die Berge. Und der Abstand zu ihm tat mir glaub ich gut.

Im März wollte ich es dann beenden, weil ich dachte, ich wäre wieder bereit für die Liebe - und weil ich auch merkte, dass er nicht nach Bayern kommen würde, höchstens ins Allgäu, was nahe seiner Familie in Ulm ist - aber eben nicht ins Chiemgau, wo ich wohnte.
Jedenfalls war ich dann im März in so einer FB Gruppe, hab dort nen Typen angeschrieben und dachte zuerst, er kommt aus München - aber dann wohnte er stattdessen keine 12 Minuten von meinem Dorf entfernt. Wir hatten auch dasselbe studiert und er wirkte auch etwas introvertiert.
Ich dachte, hey, vll ist es Schicksal und er rettet mich.

Bin dann auf so ein Gruppentreffen gegangen, das er organisierte und wo er mich eingeladen hatte.
Und das Treffen war sehr schön, er war total nett und ging auf mich zu, ich fühlte mich schon halb befreit.
Dann allerdings hatten wir zwei Tage später unser 'Date' und das ging etwas schief. Er war schüchtern, ich auch. Wir waren sehr unsicher und es lief alles sehr seltsam, ich fühlte mich unwohl und wollte eigtl nur weg.
Also schaffte ich es nicht, mich von meinem damaligen Freund zu lösen, sondern stampfte den neu kennen gelernten quasi wieder ein und wurde ihm gegenüber einsilbig auf FB bzw sagte ihm dann ne Woche später auch direkt, dass ich vergeben bin.

Er hatte mir immer mal wieder geschrieben auf FB, ob ich mit auf Gruppentreffen mag - also er ist Admin von so einer Gruppe und organisiert da Ausflüge. ICh sagte eigtl immer ab. Wusste nicht, ob ihm die Treffen nur so wichtig sind, dass er zick Leuten deswegen hinterher läuft oder ob er sich noch Hoffnungen machte - aber dadurch, dass ich immer absagte, verprellte ich ihn eh mehr und mehr und wir sahen uns monatelang nicht.

Im Juni war dann die Krise zwischen mir und meinem damaligen 'Freund' (ich kann ihn so fast gar nicht nennen) nicht mehr zu bewältigen: Er hatte nen Job im Schwarzwald (nach langer Arbeitslosigkeit) und wollte, dass ich wegen ihm ebenfalls zurück in den Schwarzwald zog, ich hatte dort ja noch die WHG, die ich damals gekauft hatte (und wo ich mich auch einmal im Monat etwa während der ganzen Zeit mit ihm traf).

GENAU an diesem Tag, wo ich völlig verstört am Chiemsee lag, nach der Trennung und mit all dem Frust über die Liebe, schrieb mir der Typ aus der FB-Gruppe (nennen wir ihn Mr X!) wieder.
Und ich hatte erneut das Gefühl, hey vll rettet er mich. Schon wieder Schicksal.
Mir gings ein bisschen besser, während ich mit ihm schrieb, weil er ne ganz andere Art hatte zu schreiben, wie der einsilbige kalte Typ aus Ulm.

Ich sagte Mr X dann auch zu, dass ich mal wieder auf eines von seinen Treffen mit kommen würde.

Natürlich war es dann alles nicht so einfach. Wir sahen uns bei einem Treffen, wo er dann aber einer anderen Frau recht offensichtlich den Hof machte und ich dann halt eher mit fremden Leuten zusammen redete und das beste draus machte.
Hinterher schrieben wir noch - und er fragte mich dann, ob ich iwelche Touren empfehlen kann, die er mit der anderen Frau machen konnte. Ich antwortete, naja, leichte Bergtouren gibts ja überall, er soll halt schauen, dass der Berg nicht so hoch ist, wenn sie Knieprobleme hat.
Hab ein bisschen zickig geantwortet und glaub, er hats gemerkt und ich spürte, dass da ein bisschen was war - vll redete ich es mir nur ein, dass er mich absichtlich ein bisschen eifersüchtig machen wollte.
Er schrieb mir danach dann auch wieder, ich hatte aber wegen einem Kurs keine Zeit - doch er schrieb mir das WE drauf wieder.
Iwann erhielt ich dann eine Freundschaftsanfrage von einer anderen Frau (K), mit der ich ihn als gemeinsamen Freund hatte.
Die fragte mich dann auch, ob ich mich mit ihr treffen will.
Daraufhin fragte ich ihn, wer das ist und was er ihr erzählt hat von mir, dass die mich gleich anschreibt.

Und dann gings los:
Wir trafen uns zu dritt bei so einem Gasthof. Hatten dann einen Dreierchat gegründet.
Ich verliebte mich an dem Tag in ihn, als wir da so gemütlich im Gasthof saßen. K war voll der Freak, eine Urbayerin, sehr stämmig und einen Kopf größer wie er, total gerade raus und sehr extrovertiert. Ich versteckte mich ein bisschen vor ihr hinter ihm, er war ebenfalls unsicher - und es fühlte sich an, als wären wir schon total vertraut.
Er fragte mich, wie meine Beziehung läuft und ich sagte, dass da nichts mehr ist. Und es sich im Nachhinein nicht mal nach Beziehung angefühlt hat, was der Wahrheit entspricht. Und meine letzte 'echte' Beziehung drei Jahre her ist - eben mein richtiger Exfreund, den ich geliebt hab und der mich ebenfalls geliebt hat.
Er sagte, dass bei ihm seine letzte Beziehung ebenfalls lang her ist.
Dann holte K uns irgendwie noch einen Kuchen zum Nachtisch und Mr X musste meinen zu Ende essen, weil ich ihn nicht schaffte. Und auch das fühlte sich wieder so verdammt vertraut an :(

Dummerweise war mein Herz noch verschlossen, ich wollte nicht, dass es zu schnell geht. Hatte aber irgendwie Hoffnung, weil wir so viel schrieben, weil ich fühlte, dass da Neugierde bei ihm war und irgendwie eben diese Art der Vertrautheit, dass wir beide ein bisschen anders sind als der Rest - sensibler, Nerds eben - haben auch dasselbe studiert.
Ich war mir sicher wir würden zusammen kommen.

Er lud mich auch fürs WE wieder zu so einem Gruppentreffen ein und ich sagte zu.
Zusätzlich schrieben wir über den Chat die ganze Zeit - er und ich waren die aktivsten dort und naja :( Es war so wie schon einmal: Ich suchte im Chat ein bisschen seine Aufmerksamkeit und er erwiderte das.

Bei dem Gruppentreffen am WE unterhielten wir uns etwas, aber es waren auch andere Leute dabei und es vermischte sich. Ich wurde sehr viel von so einem anderen Typen zugequatscht und dann kam K auch noch nach und ich redete mit K. Und Mr X hatte einen Kumpel auf dem Treffen mit.
irgendwie hatte ich trotzdem das Gefühl, es gab Momente, wo wir uns vorsichtig und unsicher gegenüber standen und dass wir beide vll gern mehr miteinander geredet hätten.
Es ist halt generell schwierig, wenn zwei schüchterne es versuchen, zusammen zu kommen.

Naja, DANN sahen wir uns glaub ich bei einigen weiteren Treffen, wo es eben auch wieder so war: Wir redeten miteinander, verstanden uns, aber es war sehr vage und Unsicherheit war im Spiel.

Iwann wollt ich dann Klettern gehen in Waldkraiburg und schlug es in dem Gruppenchat vor, doch er widersprach und meinte, ich soll in Traunstein klettern gehen, damit er auch mit kann. Ich war erstaunt, da er doch eigtl auch bei mir in der Gegend wohnte.
Und meinte dann, für alle ist Waldkraiburg besser, nur für dich nicht.
Wieso sollen deswegen alle nach Traunstein fahren? Und er meinte, er schläft die Nacht bei K.
Und da war es mir plötzlich klar:
Hey, die ganzen Male, wo ich dachte, es ginge ihm um mich, ging es ihm um sie. All die Zeichen, dass wir uns zu dritt treffen sollen oder dass wir so viel im Gruppenchat schreiben - das alles galt ihr, nicht mir.

Ich fragte ihn dann, ob er mit ihr zusammen ist und er meinte: Ja da läuft was, aber er weiß nicht, ob das was wird, weil sie sehr verschieden sind.

Und ich war sauer.
Hey. Ich hatte mir Hoffnungen gemacht und ER hatte mir Hoffnungen gemacht. Dabei ging es ihm die ganze Zeit um sie. Vll war es auch einfach so passiert. Woher hätt ich das wissen sollen? Sie ist nen Kopf größer wie er und zehn Jahre jünger. Ich dacht, sie will mich mit ihm verkuppeln und dass WIR zusammen passen. Ich hatte all meine Hoffnung an ihn gehängt, dass ich mich wieder verlieben kann, dass er mich auch beruflich wieder motiviert (da ich durch die schlechte Beziehung mit dem Arbeitslosen aus Ulm echt selbst sehr träge geworden bin). Und ich merkte auch, es tat mir gut, mit ihm über unsere Nerdthemen in der Arbeit zu sprechen.
Es hatte sich so richtig angefühlt.
Wie Rettung in letzter Not.

Naja. Aber dadurch, dass er es so vage andeutete, dachte ich, vll schläft er mal mit ihr und das war alles. Wer weiß.
ICh wollt ihm eigtl trotzdem aus dem Weg gehen und schrieb dann, dass i mit zwei anderen Mädels aus dem Chat in Waldkraiburg klettern gehe.

Und dann: ZACK. Stand plötzlich er mit K da. Und sie hatten sich bei unserem Klettertreffen mit eingeschlichen quasi. Er ignorierte K die ganze Zeit und redete eigtl nur mit mir. Wie er mich einmal angesehen hatte, hey, da fühlte ich, dass ich wirklich an ihm hing und es eigtl hätte sein müssen.

Drei Tage später waren dann auf FB ca 100 Bilder, die er von ihr und sich aus einem spontanen Kurzurlaub gemacht hatte: Also da war irgendso ein Dienstag im August Feiertag und die beiden waren anscheinend Mo/Di/Mi weg.
Und es versetzte mir voll den Stich.
Ich war. irgendwie sehr enttäuscht.

Er suchte weiterhin den Kontakt zu mir. Schrieb mich aus ieinem Grund wieder an. Dann hieß es erst, K und er verbringen das nächste WE nicht zusammen, da sie (arbeitet im Supermarkt und an der Tankstelle) arbeiten muss. Das WE drauf wollte er dann auch nicht mit ihr verbringen, sondern plante ein Wochenende im Zillertal, wo er mich dann ebenfalls einlud. Ich fuhr da dann mit, dachte, hey vll ist es mit ihnen vorbei.
Das WE im Zillertal war ziemlich schön, wir passten total super zusammen, die ganze Gruppe.

Da ich schon davor - durch dieses Hin- und Her, von wegen: 'Sind die beiden nun zusammen oder nicht?' - sehr stark von der Arbeit abgelenkt war (und ja, ich mache ja Home Office!), beschloss ich, ich sage es ihm endlich, dass ich in ihn verliebt bin und dann sehe ich schon.

Naja.
Er sagte dann, er ist mit K zusammen, aber die beiden sind sehr verschieden und er glaub nicht, dass es für die ewigkeit ist - aber aktuell ist er gern mit ihr zusammen.
Und dann noch: Er würde seinen Urlaub nutzen, um Abstand zu ihr zu erzeugen, um sich klar zu werden, ob er nicht doch Schluss macht.

Das alles so ganz seltsam formuliert, dass ich es quasi übersetzte als 'Ich sag nichts konkretes, halte mich lieber bedeckt, aber mach dir ruhig Hoffnung, ne Frau auf der Warteliste macht mir immer Spaß'.
Ich war dadurch ziemlich sauer, verließ unseren Chat, blockierte ihn im Messenger und schrieb 'Sry, ich brauch ne Auszeit und Abstand, vll können wir iwann Freunde werden'.

Alle aus dem Chat fragten mich privat, was los ist, einer sagte ich es. Es waren ziemlich beschissene Tage, ich arbeitete nur wenig und hörte viel Musik, mir gings nicht gut. Ich vermisste ihn, wollte ihn immer noch, ka. Dadurch dass er sich die ganze Zeit selbst widersprochen hatte und zu MIR (ob da wirklich was zwischen den Zeilen war) gar nichts gesagt hatte, das machte mich fertig. Wenn er gesagt hätte, ich bin nicht sein Typ. Oder er findet mich süß, er hat es gemerkt - aber das mit K ist ihm wichtig -- dann hätte ich ne gescheite Antwort gehabt.
Aber so hängt alles noch so offen.

Vermutlich wars auch gut, dass ich mich vor ihm schützen wollte und ihn blockiert hab.

Naja, dann schrieb ich hin und wieder noch mit K, sagte ihr natürlich nicht was los war - und jedes Mal, wenn sie schrieb, wie toll es mit Mr X ist, kriegte ich ne Krise und hätt fast losgeheult.

Ich war zum letzten Mal in meinen Ex damals vor JAHREN verliebt. Danach nicht mehr.
Mein Herz war gefroren, durch die Geschichte mit dem Ulmer Lackaffen.
Und dann kommt da der perfekte Typ daher, der zu mir passt --- und dann passiert sowas.

Naja, irgendwie weiß ich selbst, es ist nicht so besonders, wie es klingt, aber es tut weh.
Ich hab die letzten Wochen mit ihm verbracht, er hat mich zurück ins Leben gezogen mit seinen Gruppentreffen - ich war davor zurückgezogen und allein und er hat mich integriert. Alle Leute hängen dran, mit denen ich diesen Sommer verbracht hab.
Ich will nicht schon wieder von vorn anfangen, aber meine Gefühle sind stark, eben weil ich über Wochen dachte (ca 6 Wochen), dass wir uns langsam annähern.

Rückwirkend weiß ich, dass ich für ihn nicht halb die Rolle gespielt hab, die er für mich gespielt hab. Hey, Abhängigkeit und Einseitigkeit ist schon ein schei..

Ich weiß auch, ich sollt lieber mein Leben in den Griff kriegen und schauen, dass ich ein paar Baustellen aufräume. Beruflich kläre, ob Home Office mir wirklich noch gut tut, oder ob es die Einsamkeit nur verstärkt. Dass ich das mit der WHG im Schwarzwald vll löse und loslasse, sie vermiete oder was-weiß-ich.
Ich fühl mich ein bisschen wie ein Aussteiger aus der Gesellschaft, weil ich durch die schlechte Beziehung nach Ulm wirklich immer verschlossener wurde, immer mehr nur noch auf mich selbst geschaut hatte. Dadurch hatte ich ne tolle Zeit, viel erlebt, Freiheit kann toll sein, wenn es einem gut geht und man sich irgendwie sicher fühlt.
Aber jetzt wird mir all die Freiheit zum Verhängnis und ich fühl mich schrecklich.

Ich wünschte, ich hätte mich früher getraut, mit ihm zusammen zu kommen. Auf der anderen Seite bin ich fast erleichtert, dass ich es nicht bin, da ich mich im Moment selbst als Zumutung sehe, mit meiner Freiheit und all den Urlauben, die ich diesen Sommer dank Home Office gemacht habe. Naja, ich war eigtl wirklich permanent in meiner eigenen Welt und jetzt bin ich wieder allein.

irgendwie glaub ich, ich schlepp das schon seit der Trennung damals mit meinem Ex herum. Ich hab mich immer abgelenkt, bin immer davon gelaufen - und hatte daher von Anfang an einfach nie die Ruhe, iwas zu klären, oder aufzuräumen. Die erste Träne für meinen Ex hab ich ein Jahr nach der Trennung geweint, als ich wegen dem Ulmer Typen fertig war. Da hab ich zum ersten Mal meinen Ex vermisst.
Wegen Mr X hab ich schon ein paar Mal geweint. Ich lass die Gefühle plötzlich wieder zu und ich denke, vll brauch ich das auch, um die ganzen letzten drei Jahre abzuschließen.
Ich bin die ganzen letzten drei Jahre eigtl nur davon gelaufen und jetzt steh ich da und merke, hey: Ich muss es alleine schaffen. Irgendwie wird es weiter gehen.

Und ich weiß jetzt, nachdem ich das geschrieben habe, dass ich was es Mr X angeht, loslassen muss. Es hat sich richtig angefühlt, so als wäre er der eine auf den ich die ganze Zeit gewartet habe ---- aber jetzt wo ich das schreibe spüre ich, dass ich das besondere, was ich gefühlt hab, kaum erklären kann --- vll war es nur Verzweiflung.

So. Sorry, es war viel Text. I hoff es hat mir geholfen, darüber zu schreiben. Ich werd das WE vermutlich schlechte Laune schieben und zusehen, dass ich GAR NICHTS tue, außer fühlen --- denn das hab ich die letzten drei Jahre nicht mehr gemacht.
Und man braucht den Schmerz vll als Prozess der Reinigung, man kann sich nicht immer nur ablenken und tun als wär alles ok, wenn es das nicht ist.
Dazu sind da inzwischen zu viele Scherben.
Vll krieg ich das alles irgendwie hin und kann mich allein retten, aber . oh Mann, ich war echt ewig nicht mehr so sicher mit jemandem wie mit ihm und es kommt mir vor wie ein Witz, dass er mit ihr zusammen ist, obwohl doch die ganze Zeit wir es versucht haben - hey, wo hab ich was verpasst, ab wo hab ich es nicht mehr verstanden? Es fühlt sich an als ob ich spinne und irgendwie glaub ich, es wird noch ne Zeitlang weh tun.
Sry für den langen teils verworrenen Text.

15.09.2017 15:20 • x 1 #1


noidea

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Was ich noch nicht genau weiß ist, wie es weiter geht mit der verrückten Gruppe.
Zusätzlich dazu kommt auch noch dazu, dass ich schon wieder umziehe - meine WHG ist für 1. Okt gekündigt.
Meine Nachmieter machen mega Stress und rufen die ganze Zeit an, weil die noch mehrere Maße wollen, noch irgendwelche Fragen haben und irgendwie einfach generell sehr aufdringlich zu sein scheinen. Ich hatte das mit dem Umzug eigtl schon im Mai beschlossen, um näher an Chiemsee und Bergen zu wohnen.
Das war, als es mit dem Ulmer Typen aufs Ende zu lief. Wieso mach ich das die ganze Zeit? Das ewige Weglaufen.

Ich fühl mich krank irgendwie, psychisch. Ich trau mich kaum das zu schreiben, weil ich wenig Bereitschaft hatte bisher, etwas dagegen zu tun - ich gehöre zu der Sorte Mensch, die denkt, sie kommt allein besser klar und braucht keine Hilfe. Daher geh ich eigtl permanent meinen eigenen Weg.

Aber wenn ich zurückblicke auf die letzten drei Jahre, dann spür ich, dass ich ziemlich verloren bin.

Ich habe zwei Freunde, die einen ähnlichen Charakter haben.
Der eine hat mehrere Weltreisen gemacht, ist ein mega herzlicher und durch und durch guter Mensch. Aber er steht auch nicht mehr wirklich in der Gesellschaft, kommt in der Arbeit kaum mehr klar, sondern ist süchtig nach Freiheit, glaube ich.
So wie ich.
Der andere Freund wollte Selbstversorger werden und wohnt in einem alten Haus, das er selbst renovieren wollte und hat keinen Job mehr. Der lebt nur von Ersparnissen ganz allein in der Pampa in so einem alten Haus.

Ich selbst stehe noch ein bisschen integrierter da, aber ich sehe die Grenze und spüre, dass ich näher auf sie zulaufe und sie vll bald überschritten ist.
Ich hab jetzt fast ein Jahr schon Home Office gearbeitet - im Winter 40h die Woche, im Sommer eher nur 15h die Woche.
Klar, das wäre toll für eine Frau, die iwann mal eine Familie gründet und dann von zu Hause aus arbeiten kann, für die Kinder sorgen kann... Es wäre auch toll, wenn ich generell vergeben wäre, dann hätte ich ein bisschen mehr Zeit für Einkauf und HAushalt und natürlich eigene Pläne, sodass ich mich am WE dann besser auf ihn einlassen kann (ich bin dummerweise introvertiert und brauche auch Zeit für mich - trotzdem bin ich anhänglich zugleich, sodass Beziehung+Home Office eigtl ne tolle LSG wäre, um genug eigenes zu haben und wenig Stress). Aber als Single ist es nicht so toll. Ich bin grad auch so schlecht drauf, dass ich quasi nicht arbeite. Dadurch verdien ich nichts, weil ich die Zeit nicht erfassen kann, in der ich nur herum hänge. Als Freiberuflerin krieg ich auch keine Grundsicherheit, sondern wirklich nur das, was ich mache. Ist natürlich ok für mich, Problem ist eher, dass außer mir selbst niemand mit kriegt, wie es mir geht.

Es zieht sich irgendwie auch schon so lange hin. Seit ich mit dem Ulmer Typen zusammen war, kamen immer dunklere Schatten in mein Leben und ich hab mich immer weiter verschlossen.
Ich komm nicht mehr zurück. Menschen bedeuten mir irgendwie fast nichts mehr, ich weiß nicht woher diese Kälte kommt. Aber ich glaub nicht mehr an das Gute, glaube ich.

Ich fühl mich nicht mal wirklich bereit, wieder zu lieben und hatte auch fast ein schlechtes Gewissen, als ich Mr X kennen lernte, weil er so überzeugt schien, wie jemand, der noch an die Liebe glaubt. Ich bin eine von denen, die nicht mehr daran glaubt.

Vll schreibe ich heute den ganzen Tag lang Tagebuch. Was soll ich sonst tun.
Irgendwann lass ich hoffentlich los.
Mich schockiert, dass ich mich so von ihm abhängig gemacht hab.
Ich kannte ihn wenig, vll wär er nicht mal mein Typ gewesen, wenn ich ihn besser gekannt hätte. Ich hab mich einmal über ihn lustig gemacht, weil er da plötzlich seine Steigeisen angezogen hat, weil auf dem breiten Schotterweg vor so einer Hütte Schnee lag. Das war bei unserem aller ersten Treffen. Ich fand ihn seltsam. Iwann dacht ich nochmal, er wäre eher seltsam und hab mich distanziert bei irgendeiner Autofahrt, wo er plötzlich nen Schlager aufgelegt hatte.
Ja, das war im Zillertal. So ein komischer Zillertal Schlager und es war 7 Uhr in der Früh, ich war da voll genervt und hab ihn gebeten, wieder normale Musik aufzulegen, weil ich sonst wahnsinnig werde. Also vll passen wir nicht zusammen. Ich fand ihn nicht immer toll - nicht perfekt. Manchmal war er albern oder schrullig.
Aber er war der einzige, mit dem ich in den letzten Wochen zu tun hatte. Wir haben unseren Sommer irgendwie zusammen verbracht.

Ok, eigtl nicht mal das. Ich hab meinen Sommer eigtl mit einem Kurs verbracht und ein neues Hobby gelernt. Dort hab ich auch viele Leute kennen gelernt. Aber irgendwie zieht er sich seit März durch mein Leben, seit dem ersten Treffen.


Problem ist aber:
Ich weiß eigtl, dass nicht ER das Problem ist, sondern ich selbst. Ich bin vermutlich wegen mir selbst unglücklich, nicht wegen ihm.
Das ist denk ich der übliche Trick, den ich die ganzen letzten drei Jahre anwende: Ich suche einen Sündenbock für meine Probleme, schlüpfe in eine Opferrolle, ändere nichts, sondern mache mich abhängig.
Ich bin das Problem.
Weil ich so viel Angst hab. Zu lange zögere. Keine Entscheidungen treffe. So vage bin.
Da steh ich da, hab nen tollen Typen kennen gelernt und warte so lange in Unsericherheit und Hoffnung ab, bis er ne andere hat. Und dann hab ich plötzlich das Gefühl, er wäre es gewesen.
Davor wollt ich mir Zeit lassen und warten, ob es wirklich passt - wusste es nicht, war voller Zweifel, etc....

Genauso auch mit dem Ulmer Typen: Es hat von Anfang an nicht gepasst, aber ich bin mit ihm zusammen geblieben, bis es absolut nicht mehr ging. Ich wusste eigtl nach einem Monat schon, dass der viel zu kalt und verschlossen für mich ist - eben einer von diesen oberflächlichen Männern, die nicht gescheit reden, sondern Taten sprechen lassen. Ich brauch nen sensiblen und intensiven Mann, der Ehrgeiz hat und ein bisschen reißerisch sein kann. Der mich berührt von seiner Art her und ein Strahlen in seinen Augen hat.
So wie mein Ex oder Mr X. Eben einen, wo ich mich verliebe.
Wieso hab ich so lang gebraucht, bis ich mich trennen konnte?

Wieso hab ich immer so viel Angst?

Ich weiß doch eigtl, was ich will und was nicht ---- wieso verschließ ich mich so sehr und warte so viel? Ich hasse warten.

Ich wünsche mir so sehr die Chance, es nochmal besser zu machen. Und schneller entscheiden zu können.
Aber andererseits brauch ich bei Gefühlsdingen nun mal Zeit und hasse es auch, zu überstürzen, da ich mich durch meine Introvertiertheit dann erdrückt fühle, wenn ich mit einem zusammen bin (nach zwei Treffen) den ich nicht kenne. Nach 6 Wochen zusammen kommen macht für mich mehr Sinn.
Von daher weiß ich einfach nicht, was die Liebe für ein sch. ist und ob ich je wieder Hoffnung für mich sehe. Es wird doch immer so laufen. Ja, ich weiß, das sagen alle.
Aber ich fühl mich so hoffnungslos, weil ich einfach so bin wie ich bin und da nicht wirklich rauskann. Aus dieser Rolle und dieser vorsichtigen Verhaltensart.

Ich hab ihm heute Früh (Mr X) unter einem Vorwand auch geschrieben, in Wirklichkeit vermiss ich ihn und hab ihn noch nicht aufgegeben, aber es tut mir nicht gut.
Ich denke, es ist nicht mal fair - da so vieles schief gelaufen ist, ich so vieles richten müsste in meinem Leben, BEVOR ich wieder ne Beziehung führen könnte, aber irgendwie denk ich, ich kann das alles vermeiden und einfach sofort wieder vergeben sein, das wäre mir am liebsten. Aber ich spüre in mir, dass das nicht funktionieren wird und da zu viele verschleppte Wunden sind, ich bin immer noch am davonlaufen. Ich bin nicht bereit. Aber will nicht allein sein.
Ich fühl mich verloren, aber weiß nicht, wie ich mich retten könnte.
Ich bin nicht bereit, Hilfe zu beanspruchen, weil ichs auf meine Art schaffen muss, ich kann nicht so sein wie die anderen und hab auch das GEfühl, dass mir alles zu viel wird, wenn da zu viele LEute um mich sind. Hey, irgendwie versteht mich niemand richtig, aber ich bin sensibler als der Rest, ich kann nicht so sein wie sie.
Ich hab immer wieder das Gefühl, weg zu müssen, davonzulaufen, ich weiß nicht, woher das kommt. Ich fühle es nicht mehr. Weil über der Ursache so viele Konsequenzen liegen, die alle weh tun - ich seh nur noch ganz klein am Rande, dass das alles vorhersehbar war, so wie ich eben bin.

15.09.2017 17:00 • x 1 #2


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mhh ja. er hat mir vorhin geantwortet und ich ihm auch und prompt gehts mir besser :) juhuu. vll krieg ich heute dann doch noch mehr hin, als nur doof hier zu schreiben und mich selbst zu bemitleiden.
also wir haben nur smalltalk gemacht, nicht über gefühle geschrieben. aber es ist schön von ihm zu hören. und auch eine mutprobe, dass ich mich traue, so krass auf ihn zuzugehen. i hab ihn gefragt, obs ihm recht ist, dass ich ihm schreibe und er meinte, ja ich kann mich jederzeit melden.... juhuuu.... ich hab ihn nicht verloren durch mein verliebtheits-geständnis im unpassenden moment und der zickerei mit dem blockieren danach... :( aber doof ist das alles schon. den wieder echt zu sehen iwann wird schwierig werden, da es alles mega peinlich ist für mich... aber ich stelle mich. ich stelle mich. man darf nicht immer weglaufen, das ist nicht gut.

oder vll verrenne ich mich jetzt auch und es wäre besser, ich schließe ab und laufe weg - aber das bring ich grad nicht übers herz und er wies aussieht auch nicht .... aaaaw

15.09.2017 18:30 • x 1 #3


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Ehrlich gesagt bin ich heilfroh, dass ich meinen Ex hatte und damit erfahren habe, was echte Liebe ist. Und wie schön es sich anfühlt.
Ich weiß, dass ich diese erste Beziehung im Nachhinein völlig verherrlicht habe. Ich hab auch noch unsere Fotos von uns. Und wenn ich wegen einem anderen Liebeskummer habe, sehe ich sie mir an.
Mein Ex war eigtl attraktiver und süßer mit einem intensiveren Blick wie alle Männer, die danach kamen. No1. Und so durch und durch gut.
Wir hatten trotzdem hin und wieder Zoff und er konnt auch sch. sein. Die meisten Fehler hab ich gemacht. Aber ich war auch 8.5 Jahre jünger. Meine Freunde mochten den auch nicht so, eben weil immer ich Schuld war. Und es eigtl nur am Alter lag, dass ich mit 22 unreifer war als nen 31 Jähriger.
Mir gibt es Halt zu wissen, dass ich es erlebt hab.

Der Ulmer Typ hat mir die letzten Wochen auch noch geschrieben, aber ich habs immer ignoriert. Vor drei Tagen hat er geschrieben, ob er meine WHG im Schwarzwald möbliert mieten kann und da hab ich ihm geantwortet und geschrieben, ich hab auch grad Liebeskummer wegen einem anderen und er soll mich doch endlich in Ruhe lassen. Darauf hat er geschrieben, dass er auch schon ne andere wieder *beep* hatte. Und mir wohl nur noch so zum Spaß schreibt. Aber wieso tut er es dann? Dann fragte er noch, ob ich mit ihm bouldern gehen will.

Ehrlich gesagt bin ich heilfroh, dass ich keinen Kontakt mehr zu meinem richtigen Ex habe. Sodass der ne Legende bleibt. Bei dem Ulmer Typen war aber klar, dass ich nie sagen werde, ich bin stolz drauf, mit dem zusammen gewesen zu sein oder erinnere mich an iwas davon gern zurück, weils ein fast 1-Jahr andauernder Fehler war. Saudumm.

Mit Mr X hab ich heute noch ein paar Nachrichten geschrieben und ich denke, ich kanns mir platonisch mit ihm vorstellen und finde Friede. Es hilft mir immer, die Fotos von meinem Ex anzusehen und einen auf alte Witwe zu machen, nachm Motto, ich habs ja schon erlebt. Natürlich, das hindert mich auch daran, nach vorne zu sehen. So hab ich das Jahr in Bawü auch nur ausgehalten, weil ich mich total an die Erinnerung mit meinem Ex geklammert hab.
Bei Mr X hab ichs bisher noch nicht gemacht. Und denk, das muss ich auch nicht, weil der selbst irgendwie was Gutes in sich trägt, was echtes und irgendwie etwas, was mich anzieht.
So, dass ich denk, hey, er hat mir auch so geholfen, wenns platonisch bleibt, ich hab Leute durch ihn kennen gelernt und er hat so viele Treffen organisiert und mir ein bisschen den Glauben an das Gute zurück gegeben.
Vll ists besser, wenn wir Freunde werden als wie wenn wir jetzt in der falschen Situation, wo ich nicht bereit eigtl bin mit all meinen psychischen Problemen und Ängsten und was weiß ich und der Unsortiertheit in meinem Leben --- wenn wir so zusammen gekommen wären.
Aber vll verletzt es mich bald auch wieder.

Ich spüre beim Schreiben, dass ich nicht ganz hinter dem stehe, was ich schreibe, sondern irgendwie noch Gefühle hab, die mehr als platonisch sind und ich mir auch mehr wünsche als das und nach neuen Zeichen für Hoffnung suche. Aber aktuell sind da keine. Außer dass wir schreiben, aber ich bin heute so kaputt und müde, dass es sich auch von meiner Seite aus eher platonisch anfühlt, eben dieses 'ich will nicht allein sein', 'ich weiß nicht wohin' --- und nicht so, dass wir uns attraktiv finden oder hingezogen fühlen, sondern eher verloren im Moment.
Weiß net, wies bei ihm ist, er ist halt grad krank wegen dem schlechten Wetter, also hat Halsweh - so mega Happy wird er da gerade auch nicht sein, dass er die Kraft hätte, irgendwelche Zeichen in seine Nachricht zu packen, aus denen ich entschlüsseln kann, ob er mich vll doch will.
Ohh Goottt, ich bin schrecklich mit meinen Zeichen.
Ich wollte direkter werden, damit ich mich mit sowas nicht mehr verrückt mache.
Aktuell habe ich ihm vor zwei Wochen mein doofes Verliebtheitsgeständnis gemacht, dh er weiß es eh. Habs dann mit dem 'ICh brauch Abstand' allerdings wieder revidiert, weil er ja mit K zusammen ist und es anscheinend doch ne Beziehung und keine Affaire mit der ist. DANN hab ich ihm heute Früh wieder geschrieben und mich fürs Blockieren entschuldigt und gefragt, ob die mich ab Oktober evtl wieder mit auf Gruppentreffen nehmen, weil ich spüre, dass mir das fehlt.
Also harmlos.
Naja, ich hab ihn auch noch gefragt, ob wir privat schreiben können oder ob es ihn stören würde, wenn ich ihn ab und an mit meinem Leben zuquatsche.
Und er meinte, ich kann jederzeit schreiben.

Das ist der Stand. Da sind wenige Zeichen drin, denk ich. Ich hau mich halt auf die Fresse, weil ich mit dem Kopf durch die Wand will und auch wenn ich meine Abfuhr schon vor zwei Wochen mehr oder weniger bekommen hab, kann ich es nicht sein lassen.

Morgen schreib ich mehr.

Mir gehts eigtl besser, seit wir geschrieben haben. Ja, für den Moment ist es immer heilsam zu schreiben, aber irgendwann muss man es halt dann realisieren, dass man diese Freundschaft eigtl nie wollte und es mehr nicht wird als nur Freundschaft oder Hoffnungsloses, Verflossenes.

Aber vll finde ich wenigstens raus, dass er gar nicht mein Typ gewesen wäre oder er wird mir langsam egal.
Ich hab ihm schon angekündigt, dass ich mich Anfang nächster Woche wieder melde - das heißt, dass ich ihn am WE in Ruhe lasse. Und das schaff ich: Ein einigermaßen passables WE zu haben ohne ihn anzuschreiben oder zu sehr zu vermissen.

Ichh muss am WE arbeiten und ein bisschen mit dem Umzug anfangen (Kartons einpacken).

So, ich glaub, ich kann jetzt schlafen... Ich hoffs.

15.09.2017 21:54 • #4


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K und ich haben ihn gleichzeitig kennen gelernt, uns gleichzeitig in ihn verliebt - nur sie hat sich um ihn bemüht und wahrscheinlich beim zweiten Treffen mit ihm geschlafen, während ich Prio auf meine Urlaube (dank Home Office viele), mein eigenes Leben und Zeitlassen gesetzt hab.
Vermutlich hätten wir besser zusammen gepasst, Mr X und ich. Aber vll wollt er auch nicht ewig warten oder hatte Angst, dass ich es ins Leere laufen lass, immerhin hab ich mir große Mühe gegeben, mich möglichst bedeckt zu halten. Ich hab zwar im Chat um Nähe und Aufmerksamkeit geeifert, aber hatte sooft keine Zeit wenn er mich eingeladen hat, auf ein Treffen mit zu kommen. Und privat zu zweit getroffen haben wir uns auch nicht mehr, nur einmal um die Fahrgemeinschaft zu machen, ins Zillertal. Oh Mann.
Also ich hab die ganze Geschichte dem einen Selbstversorger-Freund erzählt und er meinte, dass Männer es oft bei mehreren Frauen gleichzeitig versuchen, da ja Männer immer innitiativ sein müssen, während Frauen oft nur mit einem schreiben, um sich dann entscheiden zu können.
Und so kann es - laut dem Selbstversorger-Freund - passieren, dass ein Mann mit einer unpassenden Frau in eine Beziehung gerät und nebenher noch mit der eigentlichen Favouritin schreibt und eigtl sie will.

Und: Es könnte sein, dass mir das passiert ist und ich die Favouritin gewesen wäre, aber meine Chance nicht ernst genommen hab. Arrrggg.
Oder es könnte sein, dass ich K völlig unterschätze und sie um ein vielfaches toller ist wie ich und ich mich damit abfinden muss, dass er sich wirklich gegen mich entschieden hat. K ist ein guter Mensch. Sie ist nur einen Kopf größer wie er und ne Haudrauf-Frau, die sehr quirlig ist und nicht wirklich zu ihm passt. Aber sie ist naiv und lieb und gut und wahrscheinlich tut sie ihm gut, wenn er sich auf sie einlässt.
Vll sollt ich mich zurückhalten und ihm die Chance geben, sich auf sie einzulassen.
Es ist für mich nicht nur eine Schmerzens- und Gefühlsfrage, sondern auch ne Gewissensfrage.

Erstens: Da ich kränker bin wie er denkt (alle halten mich eigtl für lieb, schüchtern, vernünftig im gewissen Grad und intelligent) aber ich bin getrieben und frustriert von der Liebe, sehr geprägt und versunken im Chaos. Vermutlich kann ich ihm nicht das bieten, was sie ihm bieten könnte ---- wobei die auch ein bisschen Dreck am Stecken hat und keine so geordneten Verhältnisse, die wär wenn sie es nicht überstürzt hätte, vermutlich auch besser noch ein paar Monate Single geblieben um ihr Leben zu ordnen. Irgendwas tief in uns haben wir sogar gemeinsam, K und ich. Diese Idiotie und Naivität und ein bisschen diese Verlorenheit. Er hatte also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Oder so.

Mir tut das alles irgendwie Leid, ich versuch mir auch einzureden, dass sie ihn mir weggeschnappt hat und irgendwo glaub ich auch, sie wusste es, dass ich auch auf ihn stehe und es war ihr wurscht - also kanns mir doch auch wurscht sein. Aber sie hat gleichzeitig versucht, sich mit mir anzufreunden, wobei wir glaub ich sehr verschieden sind und es mit der Freundschaft daher eher nur schriftlich klappt und persönlich für mich anstrengend und für sie öde wird, weil introvertiert+extrovertiert=abprallen. Ist halt so.

Ach ka.
Eigtl wollt ich ja schlafen und nicht noch mehr schreiben.
Also mach ich das jetzt... Ich denk das meiste ist jetzt eh schon geschrieben.
NAja, wie auch immer, ich reiße mich jetzt wirklich los.

15.09.2017 22:26 • #5


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Achja nur eine Sache noch, die im Endeffekt auch das belastende ist:
Mir schreibt K ab und an von ihm und jammert dann auch, dass er nicht zu ihr steht, öffentlich so kalt ist und sie gar nicht weiß, woran sie da ist.
Ich frag mich, warum er es so kompliziert macht. Warum er sich nicht entweder für sie oder gegen sie entscheidet. Warum er es ihr so schwer macht und mir damit auch, weil mich das dummerweise weiter hoffen lässt, wo ich längst Klarheit gewollt hätte.

JETZT hat sie aber geschrieben (bzw gestern), dass es für sie ok so ist. Ich glaub, sie nimmt ihn einfach so wie er ist und lässt ihm Zeit. Entweder liebt sie ihn so sehr oder sie hat auch so eine Angst vor dem Alleinsein, dass sie alles mit sich machen lässt. Ein bisschen ist sie ja wie ich, nur halt auf ne extrovertierte Art.... Puuh. Jedenfalls hab ich mich dann gestern getraut sie zu fragen, wie es ist, wenn sie zu zweit sind: Ob er dann Nähe sucht, sie in den Arm nimmt, und sie sich wie ein Pärchen verhalten und er dann auf sie eingeht - oder dann auch nicht. Und sie meinte, Ja, sie nehmen sich in den Arm... etc...
Und deswegen war ich dann heute auch so sch. drauf bzw konnt die Nacht nicht schlafen, weil ich das quasi übersetzt hatte als, Ja wir schlafen oft miteinander und hey, ich wollte das so genau nicht.
Ich will nicht, dass sie sich ausgerechnet bei mir über die Beziehung zu Mr X ausheult, klar interessiert es mich, aber es tut mir nicht gut.
Das ist so verworren, eben diese Dreiecksgeschichte.

Ehrlich gesagt glaub ich, dass sie mich nicht mal mag, sondern nur mit mir gut stellt, damit es bei Mr X besser ankommt. Und bei mir ist es ähnlich, ich schätze sie zwar, aber für ne Freundschaft stimmt eigtl die Chemie nicht - trotzdem schreiben wir seit wir uns damals mit Mr X vor paar Wochen kennen gelernt haben irgendwie alle paar Tage ......

Soooo.... Das war jetzt wirklich der aller letzte Post für heute..... Zu meiner schrottigen, verworrenen Geschichte.

Ich nehm mir auch vor, morgen erst am Umzug zu machen, bevor ich hier wieder online komme... Ich hoff ich schaffs.

15.09.2017 22:41 • #6


Ex-Mitglied

ich hab jetzt deinen Anfangspost gelesen, willst du Antworten oder ist das nur dein eigenes Tagebuch ohne Kommentar? Egal was, du schaffst das :freunde:

16.09.2017 01:37 • #7


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gute frage ;) aktuell reicht mir eigtl, alles nur runterzuschreiben. aber es kann sein, dass es kippt. und ich meinungen und rückmeldungen will (später).

also wenns ok ist, schreib ich erst mal für mich selbst und sobald meine postings verzweifelter werden oder ich nach meinungen frage, dann wären meinungen und antworten erwünscht.

16.09.2017 08:38 • x 1 #8


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Eine Kiste habe ich jetzt eingepackt. Krempel aus dem Wintergarten, es ist fast alles in der Kiste jetzt, bis auf das Möbel. Bin mal gespannt, wie viele Kisten ich kaufen muss. Hab bisher 10 Stück gekauft, aber der Baumarkt ist nur zwei Dörfer weiter.

Ich hab gemerkt, wie ich den Wintergarten eigtl gehasst hab. Im Sommer knallheiß, im Winter Ar. und es liegen massig tote Viecher drin rum, weil ich nie hinter den Schreibtischen oder Schaukelstühlen abgesaugt hab, sondern nur da vorne eben. Ich bin vll nicht die richtige Person für einen Wintergarten.

Meine neue WHG hat einen Balkon. Mit Überdachung und Balken drüber, wo man bestimmt die Hängematte hinhängen kann. I freu mich auf die neue WHG.
Aber komm mir auch dumm vor. Hey hier sitze ich mal wieder und verpacke meine ganzen Sachen in Kisten. Zu meinem Kitsch im Wintergarten hab ich schon sorry gesagt. Das sind so kleine Stofftierchen, die ich damals vor ettlichen Jahren für meinen Ex von der Wiesn geholt hab. In einem Streit hat er seines mal zerrissen, ich habs zusammen genähnt wieder und noch einen Streit später hat er es nochmal zerrissen und gleich in den Abfall geworfen. I wollts dann aus dem Abfall rausfischen und es hing ieine Nudel an dem Ohr von dem Kuscheltier.
Dann hab ich aufgegeben und gesagt, ich rette es nicht. Dann hatten wir eben keine kleinen Maskottchen mehr.
Aber im nächsten Jahr bin ich wieder auf die Wiesn und habe sie nach ewigem Suchen nochmal gefunden und dann zur Sicherheit gleich zwei gekauft.
Und so lagen sie dann bei mir in der WHG, Arm in Arm, ich hab sie so hingelegt, dass sie sich beide umarmen.

Ich hab lang nach der Beziehung mit meinem Ex innerlich nicht loslassen wollen, vll weil ich nicht bereit für was neues war, mich nochmal zu verlieben, am Ende hinterher wieder allein zu sein.
ICh war über meinen Ex von Anfang an so weit hinweg, dass ich dachte, ich würde ihn nie wieder sehen wollen und wusste, ich hab ein besseres Leben - weil ich von meiner Schuld befreit war und nicht mehr die dumme Idiotin war, die alles falsch macht. Ich konnte neu anfangen. Und der erste Neuanfang schien richtig.
Nur.. irgendwie waren es die letzten Jahre zu viele Neuanfänge.

Hey, vll sollt ich mir schwören, dass das hier der letzte ist. Der letzte Umzug, der letzte Neubeginn. Ich hab fast keine Lust mehr auf Neu, Neu, Neu. Aber es ist so leicht, vor seinen Gefühlen weg zu laufen.

Nur aktuell sitz ich eben in der Patsche. Weil der Umzug sich bis auf den letzten Drücker hinauszögert, meine Chefs grad viel Stress haben und ich daher nicht gut wegfahren kann, bei dem Wetter will ich nicht mal wegfahren - und hab auch durch die vielen Urlaube im Sommer (Holland, Elsass, Plattensee, Rijeka, Bergreisen, Italien), nen leichten Freizeitüberschuss und fühl mich leicht verblödet, als hätt ich ewig nur noch meine Beine zum Wandern benutzt, aber nicht mehr mein Hirn zum Denken.

Darum bin ich hier, Zuhause und muss mich den Gefühlen stellen.
Ich weiß, dass ich die Schmerzen vergessen haben werde, sobald ich umgezogen bin und keinen Termindruck habe, sondern wieder FREI bin.
Freiheit ist mein stärkster Verbündeter. Ich find immer einen weg, notfalls eben abhauen. In der Hinsicht bin ich wohl auch skruppellos. Dann wird mir wieder alles egal, ich schluck die Gefühle runter, verliere mein Herz noch mehr im tiefsten Eis und es wird immer schwieriger werden, es je wieder ganz freizukratzen und in die Sonne zu halten.

Lieber Mr X,
ich denk gerade an dich und ich hoffe, du wirst das WE ebenfalls an mich denken. Ich hoff, mir fällt am Montag was zu schreiben ein und dass es uns dann beiden einigermaßen gut geht, damit wir ein bisschen herzlicher beim Schreiben werden wie bei den letzten Nachrichten, die doch alle sehr gestelzt waren.
Lieber Mr X, bitte verliebe dich in mich. Bitte fühle mich. Bitte spüre all das Gute, all das Schlechte, all das Kindliche und all das Besinnliche und Nachdenkliche in mir und sehne dich danach, bitte wünsch es dir in deinem Leben und versuch mich festzuhalten.
Bitte bleib in meinem Leben. Auf die eine oder andere Art.

16.09.2017 10:35 • #9


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So, die zweite Kiste ist gepackt, diesmal Küche+Wohnzimmer. Es geht schon. Ich hab meistens keine Motivation, solche Dinge wie Umzug oder Aufräumen zu erledigen. Dadurch, dass meine WHG dann auch eher Chaos ist, verstärkt sich das alles. In den letzten Wochen hab ich - dank den vielen Urlauben - so gut wie nie aufgeräumt, nur das nötigste und es sieht sch. aus.

Ich hab mir vorgenommen, dass ich immer eine Kiste packe und danach kurz einen Beitrag schreiben darf. Und ich hoffe, ich halte mich daran, dann käm ich nämlich heute durch. Denk ich. Wobei, es ist schon Mittag. Aber egal. Morgen bin ich erst abends verabredet mit einer Freundin, davor hab ich auch noch Zeit. Und mehr als das hatte ich mir für das WE nicht vorgenommen.

Manchmal ist es besser, kleine Schritte zu machen. Normal nehm ich mir zu viel vor, schaff dann auch echt viel und komm mir trotzdem wie ne Versagerin vor, weil ich eben nicht ALLES geschafft hab. Ich bin meine kleine Ditaktorin und manchmal macht es mich verrückt.
Ich dachte, der Sommer hört nie auf und ich kann noch auf den Großglockner steigen. Und jetzt regnet es seit Wochen. Irgendwas in mir ist sogar erleichtert und dankbar, mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen und nicht so viel machen zu müssen.
Aber andererseits bin ich gleich so träge, ich komm nicht mehr gegen mich an. Es ist, wie wenn man versucht, ein Gerät mit Wackelkontakt zu bedienen, so bin ich im Moment.

Ich sag zu mir selbst: Arbeite, steh auf, räum auf, --- doch ich bleib liegen, hör mir nur nochmal auf Prime Music das Lied Moonlightshadow an und versinke darin. Dauerrepeat. Nur noch einmal umdrehen, noch einmal das Lied hören. Noch einmal träge sein.
Dann schaff ich nicht viel. Beim Arbeiten sagt die eine Stimme in mir dann, hey, leg dich kurz aufs Sofa.
Dann tu ich das, mach meine Augen zu und aus 5 Mins werden 15 Mins. Dann arbeite ich nur 4 Stunden am Tag - so wars die letzten Wochen. Mir reicht das ja vom Verdienst. Also als Freiberuflerin krieg ich nur das, was ich auch mache - die Faulenz-Zeit geht quasi auf meine Kappe und nicht auf die des Unternehmens. Man könnte meinen, das spornt an, viel zu arbeiten - aber ich brauch auch gar nicht so viel Geld.
Ich brauch eher Freiheit.
Also was dabei rauskommt, ist im Endeffekt nicht die hochmotivierte 50h Woche und Mega-Ehrgeiz, sondern eher die 20h Woche und Lotterleben aufm Zeltplatz. Ich bin halt doch eher Hippie als Geschäftsfrau. Saudumm.
Ich hoff aber, es ändert sich und ich beiße mich wieder mehr in mein Thema hinein.

Ich wollte mal herausfinden, was GEfühle sind. Und simulieren am Computer. Ich interessiere mich seit meinem 11. Lebensjahr für Hirnforschung. Und mit meinem Studium hab ich ein bisschen an das Thema rankratzen können. Ich interessiere mich auch für Robotik. Hey, vor zwei Jahren als ich neu in STuttgart war, hab ich mir nen Lötkolben und Arduino Krempel gekauft und einen kleinen Roboter gebaut, der leider fast nichts kann. Es blinken Lichter, er hat einen Display und kann piepsen.

DIESEN Winter wollt ich eigtl auch wieder löten und mit Raspberry Pi anfangen, aber ob ich dazu komme? ICh bin ja leider so träge und demotiviert und nicht mehr so wissbegierig und ehrgeizig wie während meiner Bachelorarbeit.
Ich frag mich, ob ich je dahin zurückkomme oder ob ich den Wissensdurst in mir verloren habe - ob das der Gemütlichkeit und dem Lotterleben gewichen ist...? ICh frag mich, wie ich zu neuem Ansporn komme. Wahrscheinlich schon eher, wenn ich Leute hab, die mir zuhören, wenn ich davon erzähle. Der Ulmer Typ war total plump, wenn ich dem von meinen Hobbys und Studium erzählt hab, ist der mega abweisend geworden, hat nur dagegen gesteuert und mir eigtl eher gesagt, das ist nicht sein Ding, das ist trocken, hört sich nicht spannend an.... Das hab ich gehasst. Weils mir so wichtig war und er nicht mal höflichkeitshalber zugehört hat.

Mr X würde sich bestimmt zuquatschen lassen. Der ist so wie mein Ex. Meinen Ex hab ich immer damit zugequatscht und ich hab das Funkeln in seinen Augen geliebt, wenn ich was neues rausgefunden hatte, was der auch cool fand. Oder das Schmunzeln und das Genecke, wenn ich nen Bug fabriziert hatte. Solche Dinge. Der hat mich verstanden und es war da Nähe, echtes Interesse und Liebe für das, was mir wichtig war. Es war eine Verbindung. Und ich hab es geliebt, ihm manchmal am Abend beim GuteNach-Sagen ne lange Mail über irgendeinen Unsinn zu schreiben, der mir durch den Kopf ging und er hatte immer iwas dazu zu sagen. Manchmal auch nur, dass ich lustig bin. Aber ich war mir bei jeder Antwort ganz sicher, dass er gelesen hat was ich geschrieben habe und dass er es verstanden hat. Beim Ulmer typen war das eher unklar. Der hatte null Interesse an schreiben, der war total oberflächlich, hätte glaub am liebsten nur geschrieben, um neue Zeiten zum fi. auszumachen und war sonst komplett kalt und unbeteiligt. So ein Ar.. Und mit so einem hab ich fast ein Jahr lang ne Fernbeziehung geführt, bin dadurch selbst ebenfalls kalt geworden und hab mein süßes und anhängliches und begeistertes ICH verloren. Aber ich sehe es noch, jetzt wo ich Mr X kennen gelernt hab, zeigt mir das, dass ich vor manchen Personen wieder genauso bin wie damals vor meinem Ex.

Ohhh Gottt, kompliziert, was beim Schreiben alles zum Vorschein kommt, das war mir alles so gar nicht bewusst, was alles eine Rolle spielen KÖNNTE.

Aber egal, jetzt ist es draußen.

Wird Zeit, Kiste Nummer drei einzupacken.

16.09.2017 11:35 • x 1 #10


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So, jetzt habe ich gleich zwei Kisten gepackt. Bad und Küche und nochmal Küche+Wohnzimmer. Ich kann aber eh noch nicht alles einpacken, das ganze Geschirr brauch ich ja noch. Aber ich hab mir schon vorgenommen, nächste Woche nur Fertigzeugs für in den Backofen zu essen, damit ich nicht mehr so viel Arbeit hab.
JETZT backt da auch grad dieser Fertig-Kartoffel-Auflauf von REWE und ich hab Mittagspause. Bin kaputt, da ich heute noch nichts gegessen hab, gestern auch nicht. Am Vormittag hatte ich ein bisschen Schwung und Flow, aber gerade lieg ich wieder im Bett. Und hab den Laptop dabei.
Naja.
Nach dem Essen dann fahr ich zum Baumarkt und kauf noch 10 zusätzliche KArtons und fahr heimzus auch wieder zu Rewe und hol neue Getränke und Aufback Zeugs. Und hey, vll geb ich sogar meine Pfandflaschen ab.
Und trag die Kisten, die aktuell im Wintergarten stehen, runter in die Garage und ein bisschen leeres Wintergarten-Möbel auch schon. Das wär ganz gut, wenn ich den Wintergarten absaugen könnte, aber es ist auch sehr anstrengend.

Mein erster Umzug, den ich ganz allein machen muss. Aber so wies in meiner WHG grad aussieht, hätt ich auch keine Helfer reingelassen. I bin so froh, dass bald alles vorbei ist. Hey ich hab die letzten Wochen überhaupt nicht mehr geputzt, eben weil ich dachte, ich zieh eh bald um und mach es dann. Dann hat sich der Umzug immer verschoben und ich hab das Putzen gleich mit verschoben. Kann gut sein, dass es schon vier Wochen sind oder drei zumindest. Das ist nicht so lustig.
Ohh Mann.

Wer würde mich schon lieben, ich bin total schrecklich. Aber heute komm ich mir nicht mehr so schlimm vor wie gestern, da war ich rasend und verzweifelt. Heute bin ich müde aber denk wieder, hey das wird schon.
irgendwie gehts weiter.

Gestern war ich auch auf Tinder und hab da mit einem Typen ausgemacht, dass wir vll klettern gehen, aber ehrlich gesagt nutz ich Tinder nur, wenn ich Frust hab und sag die Treffen dann meistens doch wieder ab. Ich war schon oft auf Tinder, aber nur auf zwei Tinder Dates bisher.
Solche Leute wie ich sind wohl auch Schuld dran, dass Tinder ne *beep" App ist, weil Leute, die wirklich nicht auf fi., sondern auf Trost und Liebe aus sind, sich wieder vom Acker machen und nur liken und es danach irgendwie nicht verbindend genug ist.
Eigtl sind Partnerbörsen auch Schrott, man hat halt nichts gemeinsam.
Und ich brauch gemeinsamkeiten, ich brauch das Gefühl, mich in wem wieder zu finden.

Noch 10 Mins, bis mein Essen fertig ist.

16.09.2017 12:50 • x 1 #11


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So, hier bin ich wieder. Essen hat sch. geschmeckt, der Kartoffelauflauf war total mies. Aber bei Rewe hats zur Zeit nicht viel Auswahl. Vll echt ganz gut, dass ich bald nicht mehr im Dorf wohne. Also ich zieh in ne 11.000 Einwohner Stadt :) Da gibts sogar ein Einkaufszentrum und Restaurants, da ist mehr los wie hier.

Aber es war ein schönes Zuhause. Mein Dorf wo es nicht mal nen Supermarkt gibt, der nächste ist der Rewe zwei Dörfer weiter. Alles war weit weg, aber ich denke, dafür hatte ich meine Ruhe und ich bin froh, dass ichs erlebt hab.

Mir gehts echt besser jetzt.
Ich denk nicht mehr an ihn heute, weil ich ja beschäftigt bin mit dem Umzug. Glaub es war auch ne gute Idee, dass ich es locker angehe und mir Schreibpausen gönne, da hab ich quasi ne Belohnung und damit Motivation und ziehe es wirklich durch, fühl mich wohl dabei.
Ich komm mir nicht so allein vor, wenn ich zwischendurch schreibe. Aber ich darf mich auch nicht drauf verbeißen, auf das Thema allein.
Hey jeder kann sein Leben doch so leben wie er es mag.

Gestern wo ich ja mit Mr X geschrieben habe, hab ich ihm auch geschrieben, hey ich könnt mir auch vorstellen, einfach mit dem Auto um die Welt zu fahren. Richtung Spanien losfahren und dann immer links rum, bis ich irgendwann über Kroatien wieder zurück nach Hause komme. Zwischendurch natürlich mit der Fähre weiter. Ich würde in Amerika die ganzen Western Städte abklappern wie Kansas City und Louisiana und so. Da war ich noch nie und würde voll gern mal hin. Meine Mutter meinte, das ist da nicht so toll. Aber in den ganzen alten Western Filmen sieht es cool aus. irgendwie. Nach Wildnis, aber nicht so ober touristisch, sondern noch echt, so hoffe ich es, dass es dort sein wird.
Und ich wollte auch noch nach Indien (mit dem Auto, haha) und Thailand und Australien, aber da muss man links fahren, vll fahr ich da nur kurz von der Fähre und mach dann alles andere irgendwie anders ._. Oder ich traue mich einfach und fahre wirklich selbst links.
So ausführlich hab ich das Mr X allerdings nicht geschrieben. Eigtl nur die ersten zwei Sätze ;)

Und er meinte dazu, nette Idee. Aber auf Dauer wäre mir das viel zu einsam und er mag es lieber, Gruppentreffen zu veranstalten mit mehreren Leuten dabei.
Mich hat es nicht schockiert, dass er das gesagt hat.
Es sagen die meisten.
Auf den Gruppentreffen ist er immer voll ruhig und hält sich stark zurück, aber schriftlich geht er sehr auf die LEute zu. Er trägt ein Rätsel in sich und ich find ihn trotz der Mainstream-Meinung interessant.
Interessanter find ich Menschen, die ebenfalls von der Einstellung her sagen würden, 'Ja, ich fängs cool allein um die Welt zu fahren oder zu segeln, nur ich allein'. Die das auch tun würden.
Vll tue ichs aber gar nicht.
Ich hätt zwar Bock drauf.
Aber ich sehe es ein bisschen auch so wie Mr X. Seit er mich mit auf die Gruppentreffen genommen hat, bin ich gern mit Menschen zusammen, das ist irgendwie sehr angenehm. Aber falls wir iwann doch noch zusammen kommen, überrede ich ihn vll doch, mit mir iwann um die Welt zu segeln. Oh Mann, das wär so cool.

In meinem Kurs, den ich diesen Sommer gemacht hab, gibts ein Pärchen, die zusammen eine Weltreise machen - sie fangen bald damit an. Sie hat auch schon unbezahlten Urlaub genehmigt bekommen und er ist ebenfalls ein Freiberufler.
Ich bin auch Freiberuflerin. Hey, ich seollte es machen. Ich sollte.

Ich denk mir, hey, eigtl kann doch jeder Mensch leben, wie er mag. Es gibt diejenigen, die ihren Platz auf dieser Welt suchen und finden. Und Familien gründen.
Und es gibt die, deren Platz der Aufbruch ist, die vll zu vernarbt sind, noch stehen zu bleiben oder mit anderen Menschen schwer zusammen passen, sodass Treffen für sie in sehr vielen Konstellationen eher Stress sind und es Glück bedarf, die richtigen Menschen zu finden - und selbst da wirds nach zu intensivem Kontakt sehr anstrengend.

Mr X ist allerdings ein sehr angenehmer Kontakt und die Menschen, die er durch die Gruppe um sich herum hält. K ist mir ein bisschen zu anstrengend und aufgekratzt manchmal, aber auf der anderen Seite ist sie ebenfalls 'anders' als die anderen und eher kindisch als über-extrovertiert. Es ist seltsam zu erklären.
Ich weiß nicht, ob mir ne platonische Gruppe aber wert wäre, auf meine Freiheit zu verzichten und mich da wirklich zu integrieren. Naja. Halt solang ich eh daheim bin. Wenn ich ne Beziehung mit ihm anfange und es wirklich was mit uns werden sollte, dann wird sich unser Leben wohl sehr stark um die Gruppe drehen und wie lang es braucht, bis mir dann doch wieder langweilig wird und ich abhaue, ist leider schwer zu sagen.

Mit meinem Ex wäre mir allerdings nie langweilig geworden. Mhh. Naja, vermutlich werden Mr X und ich eh nie zusammen kommen.

16.09.2017 15:34 • #12


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Jetzt hab ich gerade 5 weitere Kisten eingepackt, denn wenn ich nach jeder Kiste Pause mach, werd ich ja nie fertig. Ufff. Hier schauts immer noch aus, als ob der Blitz eingeschlagen hätte. Morgen putze ich dann. Ein bisschen verkisteln muss ich auch immer noch, also es liegen noch lose Sachen rum und ich hab auch noch sehr viele Bücher rumliegen, aber kann die halt nicht alle in eine Kiste tun sondern muss sie verteilen. Damit ich die Kiste hinterher noch tragen kann.
Hier liege ich jetzt.
Hab das Gefühl, dass alles irgendwie gut wird und ich mir plötzlich wieder selbst genüge.
Warum wohl? Weil wir gestern geschrieben haben? Und ich dadurch nicht loslassen muss? Ich dadurch innerlich noch ein bisschen auf ihn hoffen kann? Oder weil er mir wirklich wurscht geworden ist und ich loslassen konnte. Echt, sowas kann man nicht fühlen.
Es ist halt auch situationsabhängig. Heute gehts mir echt gut.

ICh würd sogar so weit gehen zu sagen, dass ich heute einen schönen Tag hatte. Das war irgendwie gemütlich. So viel wie ich geschrieben habe und dabei immer gemerkt hab, dass ich mich im Griff hab. Und die ganzen alten Sachen mal wieder in der Hand zu haben, die Nerdbücher vom Studium. Und die zwei süßen Kuscheltiere von mir und meinem Ex. Den ganzen Kram, die Erinnerungen sind durch meine Hände geflossen und irgendwie zurück in mein Gedächtnis.

Ich war wirklich krass abwesend das letzte Jahr mit dem Ulmer Typen. Es ist erschreckend, wie kalt ich war. Die erste Hälfte der Beziehung (also Mai bis Dez) war ich fast paralysiert, danach ab Januar, wo ich ja nach Bayern zurückgekehrt bin, war ich am Freibrechen. Ich hab nur an mich gedacht. Nur ans Weglaufen, wegfahren, Urlaub hier und da, damit ich nicht spüren muss, wie er mir weh tut.
Und es war cool. 2017 war das beste Jahr meines Lebens vll, ich hab nie so viel neues erlebt und so viel Freiheit gespürt.

Schade, dass so ein verdammt krasser Sommer mit so viel Regen endet. So plötzlich.
Was wohl Herbst und Winter bringen? Hoffentlich beruflich wieder mehr Energie und neue Projekte, die ich durchziehen kann.
Wenn das Thema Umzug abgeschlossen ist, dann nehm ich als nächstes in Angriff, beruflich wieder engagierter zu werden und wieder neue Projekte zu erhalten und wieder mit Schwung und Elan dabei zu sein, so wie im Winter und Frühling vom letzten Jahr.
irgendwie hab ich das Gefühl, dass meine Chefs grad echt nen Wurm drin haben in unserer Organisation und zu viel gleichzeitig versuchen. Wir sind ein kleines Start Up. Und meine Chefs haben im Sommer mehrere neue Themenfelder dazu genommen, die alle neuen Wirbel und Chaos dazu bringen, aber keines davon lässt sich vertiefen. Das färbt leider auf die Stimmung ab und es läuft alles etwas angespannter und macht weniger Spaß, es ist viel Demotivation mit dabei.

Es gibt noch viele Baustellen in meinem Leben, aber ich seh langsam wieder Struktur und einen roten Faden.
Komisch, aber das Verwurschtel hat sich in Gedanken fast aufgelöst. Ich fühl mich nicht mehr verloren.
Warum hab ich mich verloren gefühlt?

Ich sollte öfter schreiben.
Gern auch zum Erbrechen wie heute, bis mir fast nichts mehr einfällt und ich mich echt anstrengen muss, noch ein Thema zu finden, das ich noch nicht breitgetreten habe.

Hey, worüber könnt ich noch schreiben?

Ich denke, ich mache mir noch einen kurzen Plan:
Ich sammel heute nochmal kurz Müll auf hier in der WHG, trage die Säcke dann runter, sowohl den Restmüll als auch den Papiermüll und danach geh ich auf Amazon Prime und suche mir irgendeinen schönen Film raus.

Klingt nach einer Idee? Dann hab ich alle Aufgaben für heute erfüllt.

Achjaa, ich hab Mr X nicht mehr geschrieben heute. Hab ihm ja auch gesagt, dass ich mich erst Anfang der Woche wieder melde, ich kann mir also aussuchen, ob Mo oder Di, aber ich werde mich denk ich schon am Mo melden, in der Mittagspause vll oder lieber erst gegen Abend, mal sehen.

Bis dann ! :) Ich schreib heute bestimmt noch

16.09.2017 17:03 • #13


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Juhuu, geschafft. I hab sogar eine Waschmaschine angestellt. Also muss ich nachher drandenken, das auch noch aufzuhängen.

Hey, Mr X war heute wies aussieht den ganzen Tag online. Immer wenn ich geguckt habe, stand 'Jetzt aktiv' da.
Ich hab nicht zu oft geschaut. Also ich hatte ja zu tun. Vermutlich habe ich ungefähr dann geguckt, wenn ich hier einen Beitrag geschrieben habe, vll 5-8 Mal heute. Also wenn man das als viel bezeichnen mag, war es viel. Aber ich war davor die letzten zwei Wochen viel viel öfter auf FB, teilweise aber auch durch den doofen Gruppenchat, aus dem ich ja zum Glück raus bin, als ich vor zwei Wochen mein Verliebtheitsgeständnis abgelegt habe.
Vermutlich war der Chat das größte Übel. Weils mir ja doch nur um ihn ging. Und der Spam war es nicht wert, nur um nicht zugeben zu müssen, dass ich gern mit ihm schreiben würde.
Jetzt habe ich es zugegeben und wir schreiben. Er sagt natürlich kann ich ihm jederzeit gerne schreiben. Und? Wieso hab ich ihn nicht gleich gefragt, ob wir privat schreiben können oder ob ihn das nerven würde? Stattdessen werd ich in so einem blöden Gruppenchat fast wahnsinnig damit, iwas zu schreiben und zu allem was zu sagen und doch nur mit der Hoffnung, ER antwortet oder findet es lustig oder was weiß ich. Er hat ja genauso gespammt. Wahrscheinlich haben wir in der Hinsicht beide total murks gemacht, vll wollten wir beide gern privat schreiben, aber hey: Wer weiß. Niemand weiß.
Niemand. Vll chattet er auch nur gern auf der Arbeit in Gruppenchats und lenkt sich vom Arbeiten ab. Aber glaub es ist auch generell ne Woche mal lustig und hinterher merkt man, wie einem die Decke auf den Kopf fällt mit den Chats.
Ach.
Lieber Mr X. Wieso bist du so viel online? Vermutlich wegen ihr. Aber hey. irgendwie hoff ich, dass du auch nach mir gesehen hast. Vll nicht so oft wie ich nach dir. Aber... du mochtest unser Schreiben gestern auch und es hat dir gefallen dass ich wieder deine Aufmerksamkeit suche? Oh bitte bitte sag ja. Das muss einfach so sein. Und da hast du heute vll auch an mich gedacht.
Ach lieber Mr X, i wünscht i hätt ne aufgeräumte WHG und du könntest hier neben mir liegen, dann könnten wir uns zusammen einen Horrorfilm ansehen. Allein trau ich mich nicht und werd wieder irgendwas normaleres schauen. Vll nen Drama oder WEstern oder kitschigen Pferdefilm. Ich hab keine Ahnung. Ich hab keine Ahnung.
Iwann liegen wir zusammen hier herum? Oder in meiner neuen WHG? Oder in deiner WHG.
Ich wurde so lange nicht mehr im Arm gehalten, seit Juni schon nicht mehr.
Seit ich single bin. Und ich denke, ich wäre bald bereit, dass DU mich in den Arm nimmst. Machst du das? Ja? Ja?
Oh vll spinne ich. Vll liegt da grad K in deinen Armen, aber irgendwas in mir sagt: Du musst mich mögen. Es muss so sein.
Hey, ich hab heute in der Früh als aller erstes deine Nachrichten nochmal gelesen und nach Zeichen gesucht und ja: Das schönste Zeichen stand gleich ganz am Anfang der aller ersten Nachricht, ganz vorne.
Wo du geschrieben hast: 'Ach Vorname, ich war doch nie sauer auf dich.'
Hey, wenn jemand zu einem sagt, Ach Vorname, dann ist das bestimmt, weil man diesem Menschen am Herzen liegt. Ich würde nie Ach Vorname zu wem sagen, der mir wurscht ist. ICh glaub du magst mich. Ich glaube es.
Aber... Ich will mich auch nicht zu früh freuen, ich werd eh wieder fallen oder dumme Fehler machen und wer weiß, vll bild ich mir alles wieder mal nur ein oder es klappt zwischen dir und K so gut, dass du mich bald abblockst. Wer weiß das schon.
Aber hey, auf FB wirst du von allen meinen Freunden immer als erstes angezeigt, weil du der bist, zu dem ich den stärksten Kontakt hab. Und dein Profilbild sieht so vertraut aus auf Platz eins, so als wärst du der wichtigste Mensch für mich. Bitte werde der wichtigste Mensch für mich. Verschwinde nie nie nie wieder aus meinem Leben!

16.09.2017 18:06 • #14


noidea

noidea


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Mhh ja, der Film ist jetzt fertig. Ich habe Frame geguckt. Wusst nicht, worums da geht. Und es ging im Endeffekt um zwei Personen, die in vorgefertigten Geschichten gefangen sind und ausbrechen wollen.

Klingt spektakulär? ICh hab dasselbe ebenfalls erlebt. Ja, denn mir ist letztes Jahr dasselbe passiert. Das ganze Jahr bin ich schon dabei, auszubrechen. Am Ende vom Film ist mir das bewusst geworden. Ich habe mich erlöst, fast wie in einem Film.
Und die Angst vor ihm regierte mich nicht mehr, als ich dann den finalen Schlussstrich zog. Von Januar bis Juli hab ich mich immer ein Stückchen mehr gelöst. Immer ein bisschen mehr getraut. Immer ein bisschen stärker auf mich selbst geschaut und dann war ich frei.
JETZT hab ich zum ersten Mal einem Typen gesagt, dass ich in ihn verliebt bin ohne dass er es zuvor zu mir gesagt hat.
Ok, es war zwar ne Abfuhr. Aber. Ich hab mich davor noch nie getraut. Das ist das erste Mal.
Ich bin so viel stärker geworden.

Wie in einem Film hätt ich ebenfalls gerne ein Happy End.

Ich frag mich, was Liebe überhaupt ist.
Wieso liebt man den einen und den anderen nicht?
Ich denke, man muss den anderen ein bisschen verstehen, ein bisschen sein wie er.
Und er muss das eigene Leben verbessern. Und sich seins verbessern lassen. Man muss sich ein bisschen brauchen, aber nicht auf die abhängige, negativ geprägte Art, sondern eher auf die zufällige - als wär man genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Geben und Nehmen.
Und man muss sich vertrauen können.

Ich verliebe mich fast nie. Ok, manchmal schon. Manchmal faszinieren mich Menschen, weil sie so stark und eigenwillig wirken, dann spornt mich das an. Die Menschen wollten nichts für mich tun, aber dadurch, dass ich zu ihnen aufgesehen habe, habe ich etwas gelernt. Ich liebe lernen. Ich liebe es, Neues zu entdecken. Geschichten zu hören. Aber auch, selbst welche zu erzählen. Ich liebe Kitsch. Ich glaube glaube ich nicht wirklich an das Schicksal oder an irgendwas magisches, aber finde es trotzdem toll, wenn im Leben Dinge passieren, die man mit ein bisschen Mysterie erklären könnte, wenn man es so möchte.
Zeichen. Zwischen den Zeilen. Oder im Leben.
Wenn es im Film an die Tür klopft. Man dann die Türe in echt öffnet. Und ZACK ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass draußen irgendwer steht. Oder irgendwas besonderes passiert.
Dann tu ich so, als falle ich in eine Trance und das Schicksal leitet mich. Es passiert sehr selten. Es ist auch schwer zu erklären. Während dem Film hab ich mich dran erinnert. Das passiert mir nur ganz selten, ich weiß nicht, wann zuletzt. Wenns mir schlecht geht - dass jemand anderes mich steuert. Und ich zusehe, wie sie es hinbekommt. Gerade so. Wenn ich nen Kreislaufkollaps bekomme, wenn ich in meinem Minibadezimmer heiß gebadet hab, hinterher föhne und dabei vergess, das Fenster zu öffnen. Da bin ich zweimal umgeklappt. Und saß dann auf dem Boden, naja, Trance.
Genau dieses Gefühl - hab ich manchmal, wenn ich die besten Entscheidungen meines Lebens treffe - und hinterher weiß i net, wie mir das passiert ist.

Natürlich red ich mir das ein und tue nur so, weil ich gern dran glauben würde. Eigtl kenn ich die Wahrheit. Ausnahmezustände, blabla, ich hab mal nen Bericht drüber gelesen, der bestätigt, dass sich die Zeitwahrnehmung verzerrt, wenn man in solchen Situationen ist oder Angst hat.
Vll mach ich daher so viel schei., weil sich dadurch meine Zeitwahrnehmung verlangsamt. Hey, wenn man sein Leben lang den Abgrund lang spaziert, nimmt man es wahr, als hätte man ewig gelebt. Weil man permanent Angst hatte. Permanent nicht wusste wie es weiter geht. Man kommt nicht in dieses Heiteitei Hamsterrad, in dem Jahre verrauschen, als wär es nur ein Augenblick gewesen. Davor hab ich die meiste Angst.

Und; Ich bin 28. Iwann saß ich hier - bzw damals noch in einer anderen WHG. Und war 23. Und mein Handy war auf LAUT gestellt, denn ich war mit meinem Ex zusammen und durfte keine 5 Minuten brauchen, um zu antworten, weil ich sonst die Böse war. Das war ne andere Welt. Ne lustige Welt.
Ich hab ihn geliebt und er mich. Auch wenn er mir nie vertraut hat.
Vll liebe ich daher die Freiheit so sehr. Weil der einzige Mann, der mich in meinem ganzen Leben je geliebt hat, mir nicht vertraut hat. Dabei hab ich ihn vergöttert, geliebt und halte ihn immer noch in meinem Herzen. Ich hab Schluss gemacht, weil ich meine Vergangenheit und die Vorwürfe loswerden wollte, nicht ihn. Ich hab mit mir selbst Schluss gemacht, bin weggezogen und hab von vorn angefangen. Und ihn mit seinem krüppeligen Hass und seinen Vorwürfen einfach stehen gelassen.

Wer weiß. Vll ist er jetzt glücklich. Ich würds ihm sogar wünschen. Aber würde es nie wagen, ihn auf FB wieder zu deblockieren, weil ich nicht weiß, ob ich es sehen will. Ich hab auf Stopp gedrückt, an dem letzten Tag, wo wir uns gesehen haben. Weiter will ich seine Geschichte nicht kennen, ich schreib lieber meine eigene.
Und behalte meine Erinnerung an ihn.
An das Gute.
Und an alles, was er für mich getan hat.
Er hat mir Autofahren beigebracht - ich hatte meinen Führerschein zwar mit 19 gemacht, aber bin dann nicht gefahren. Er hat mich ans Steuer gelassen und gepusht, dass ich fahre. Nach einem Jahr Beziehung meinte er, jetzt ist er so lang gefahren, nun muss ich es tun. Und ich hab ihn angesehen, als wäre er verrückt. Doch er hatte es ernst gemeint. Er hat es mir zugetraut. ICh war damals noch so gefangen in meinen Selbstzweifeln und meiner Angst, was falsch zu machen. Doch dann hat es Spaß gemacht. Wir haben außerdem zusammen mit Klettern angefangen. Da hab ich ihn gepusht.
Und beim Klettersteiglaufen auch. Und er mich beim Mountainbiken.
Er ist der Grundstein, auf den mein Leben als Erwachsene aufbaut.
Man könnte sagen, es gibt viele Männer, die GUT sind und mich damals vll genommen hätten. Aber man muss Glück haben, dass er mit dir vorwärts geht. Da gibts verdammt wenige. Die meisten bleiben einfach zusammen stehen. Einige werfen dich sogar zurück.
Ich will wieder vorwärts gehen. Hand in Hand. Mal will ich vorne laufen und mal hinten.
Und gemeinsam auf selber Höhe auch. Selten allein hinterher und genauso selten allein voraus.
Wenn man Single ist, stellt man es sich ganz einfach vor.

Sobald Gefühle im Spiel sind, setzt doch manchmal diese Trance ein und man sagt: Tu dies. Tu das. Und der Körper gehorcht nicht, sondern rennt aufgelöst zum Telefon und wählt seine Nummer.
Arrrggg. Beherrschung, das schlimmste, manchmal.
Aber: Es kann besser werden. Es kann besser werden.

Sorry, nach Filmen schreib ich oft sehr abgedreht und wirr, weil ich noch halb in der HAndlung oder dem Gefühl/Flow vom Film hänge. .

16.09.2017 21:03 • #15




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