Hallo machiennelilly,
danke für deinen einfühlsamen Beitrag, ich bin etwas weinerlich heute (bestimmt nur, weil ich krank bin, so!) und musste glatt heulen.
Ja, ich glaube, uns beiden ist das auch passiert.
Dass man sich irgendwie auf dem Weg selbst verloren hat.
Ihm wohl auch, jedenfalls sagt er das.
Bei mir liegt es noch nicht einmal so sehr daran, dass ich nicht grundsätzlich wüsste, wo meine Grenzen sind.
Und bin ich einmal an dem Punkt, bin ich auch sehr gut darin, mich abzugrenzen, dann ziehe ich das Ding auch durch, das hat ihn übrigens sehr schockiert.
Mit welcher stoischen Konsequenz ich ihm dann letztendlich die Sachen in den Hausflur gestellt, die Bilder abgenommen, das Schloss getauscht habe.
Und auch nicht ganz legal und mit unfairen Mitteln die Kontoauszüge beschafft habe.
Er war schockiert, wie gut ich als Lügnerin bin.
Er hat es so gedeutet, als wollte ich ihn schon lange los werden.
Als hätte ich das geplant.
Im Grunde, was ich umgekehrt auch von ihm dachte.
Auch bin ich zu jemandem gegangen, den er hasst bis auf's Blut und der ihn ebenso verabscheut.
Um an Informationen zu kommen, habe ich das gemacht, sonst wäre ich ihm nie so in den Rücken gefallen.
Er sagt, es geht ihm nicht um die Auszüge, die könne ich ruhig haben.
Wozu sollte ich das auch benutzen, außer, um mir Klarheit zu verschaffen?
Mir ist auch klar, dass solche Aktionen nicht gerade dazu beitragen, das Vertrauen zu stärken, aber ich habe ihm dann gesagt: "Ich HABE dich gefragt. Und du hast gelogen. Also musste ich mir die Wahrheit selbst zusammen suchen. Wie hätte ich so damit weiterleben sollen, so im Unklaren über ALLES?"
Er hat das auch verstanden, glaube ich.
Er ist kein übler Kerl, eigentlich.
Nur es gibt halt viele,viele Dinge bei uns, die jeden von uns total unzufrieden gemacht haben.
Ich kann auch seine Seite irgendwo verstehen, nur wie er das alles gemacht hat, so hinterrücks, bzw. noch alles auf mich abzuladen, das geht ja so nicht.
Und ich habe mir das lange angesehen, finde ich, und muss mir jetzt nicht vorwerfen lassen, dass ich irgendwann auch einfach nicht mehr konnte.
Ich meine, er sagt das ja selbst auch, dass er gesehen hat, dass mir alles zu viel geworden ist.
Manchmal glaube ich allerdings, so richtig kapiert hat er es auch noch nicht.
Letztens hat er ernsthaft gesagt: "Sieh mal zu, dass du jetzt mal mit deinen Freunden feiern gehst und Spaß hast und dich ablenkst und dein altes Leben zurück bekommst und dann kannst du ja vergleichen, was du besser findest."
Darauf habe ich ihm gesagt, dass ich überhaupt nicht feiern gehen will, dass mir das mit ihm immer viel mehr Spaß gemacht hat (was auch stimmt, denn er kann verdammt lustig sein und man kann mit ihm viel Unsinn machen) , dass ich aber diesen Stress nicht mehr haben kann, den er dadurch auslöst, dass er die Erwartung hat, dass ich immer alles für ihn regeln soll.
Mal ganz unabhängig von den Lügen, das war ja auch im Alltag einfach Mist.
Dass es halt gleichberechtigt sein muss, denn wir gehen beide arbeiten, ich KANN das nicht alles schaffen, ohne mich dabei komplett zu verlieren.
Und dass ich mich klar freuen würde, auch mal einen Mädelsabend zu machen und sowas, aber es doch nicht darum geht, dass ich ihn loswerden will, weil ich feiern gehen will oder etwas anderes suche oder so.
Was für ein Blödsinn...
Kann doch nicht sein, dass man sowas noch erklären muss...
Dann scannt er neuerdings meine Wohnung.
Guckt unauffällig ins Schlafzimmer, wenn er hier ist, wirft ultra-lange etwas in den Mülleimer und guck da rein.
Da habe ich ihn auch mal nach dem Verstand gefragt und ihm gesagt, er soll mich doch mal angucken.
Ich hatte eine Migräneattacke (hatte ich vorher noch nie und hatte zwei Tage was davon) habe 7 Kilo abgenommen in den drei Wochen, schleppe diese Erkältung seit zwei Wochen mit mir herum, gehe (bis auf jetzt seit Freitag, seit es mir richtig mies geht) nebenbei noch arbeiten, schleppe mich so über die Wochen und er denkt, ich lade mir Männerbesuch ein?
Also ehrlich...
Ok, mich stört die Kontrolle nicht wirklich, soll er halt machen, ich nehme sowas mit Humor, aber IHN stresst das ja dann unnötig und dass er so von mir denkt... eigentlich sollte er mich besser kennen.
Und bei so viel Misstrauen, den Lügen, bei so vielen unerfüllten Erwartungen, bei so vielem, was nicht ausgesprochen wurde und allem, was zu viel gesagt wurde...
Ich habe das Gefühl, wir stehen da vor einem Berg an Problemen.
Es könnte so einfach sein.
Aber jetzt fängt man im Grunde wieder ganz von vorn an, habe ich das Gefühl.
Ich hoffe, dass ich zumindest irgendwann weiß, wofür das gut war.
Ich wünsche euch auch, dass ihr euren Weg finden werdet, dreißig Jahre sind eine lange Zeit....