Guten Morgen an alle
es ist kaum einer an Bord hier, naja am Samstag haben die meisten Afs und AMs auch was anderes zu tun, als hier ihr Leid zu klagen.
Ich habe schon länger nicht mehr über mich geschrieben.
Hat sich seitdem aber einiges verändert und ich fange mal wieder von vorne an, mit dem "zu mir selbst finden" , mit dem "alleine zurechtkommen", mit dem "ach ich weiß auch nicht, wie es weitergehen soll...".
Seitdem ich wieder einmal wöchentlichen ganztägigen Kontakt zu meinem AM hatte, ging es mir psychisch nicht mehr gut damit.
Ich war immer schon Tage vor unserer Verabredung unruhig und habe an mir gezweifelt, ob ich mir damit gut tue.
Wollte doch nie eine Affäre sein. Er hat mich einfach, ohne mit mir mal darüber zu reden, nach unserer doch recht intensiven Beziehung, trotz seiner EF, nach fast einem Jahr, wieder zur Affäre degradiert.
Seiner EF wollte er auch noch eine Chance geben. Nur klappte das durch ihre Zwangserkrankung nicht so, wie er es sich vorstellte.
Damit bin ich nie klargekommen in den letzten Monaten. Ich sollte ihm immer noch ein paar Wochen Zeit geben...für was auch immer? Dabei wollte ich gar keine eheähnliche Gemeinschaft.
Aber auch keine 3er Beziehung.
Für ihn war unser jetziges Leben völlig normal und er redete mir Dinge ein, manipulierte mich, machte mir teure Geschenke, um mich so bei Laune zu halten.
Er braucht seine vertraute Umgebung mit EF und auch mich. Ohne mich "kann" er angeblich nicht leben. Niemals!...naja
Vor kurzem bekam ich eine Karte mit dem Text und einem putzigen kleinen Bären vorne drauf "wenn du mich mal verlässt....darf ich dann mitkommen"?
Jedenfalls hat er es sich so vorgestellt, dass ich bis zu unserem Ende das alles mitmache.
Ihm ging es relativ gut damit, obwohl die EF in regelmäßigen Abständen ausflippte. Immer dann, wenn "unser" Tag näher rückte.
Obwohl sie seit sehr langer Zeit die Wohnung nicht mehr verlassen hatte/konnte, hat sie innerhalb der letzten Wochen, zwei Untersuchungstermine, die ihn betrafen, mit ihm zusammen unter Beruhigungsmitteln, wahrgenommen.
Also alles "tutti paletti" im trauten Heim. Santosha sitzt ja auf der Warmhalteplatte und einmal in der Woche ist unser "schöner Tag" Zu seiner Entschuldigung muss ich allerdings sagen, dass er mir immer bei allem geholfen hat und auch dafür gesorgt hat, dass es mir ab und zu gut ging.
Bei seiner MRT Untersuchung wurden Ablagerungen im Gehirn festgestellt , die eine dementielle Erkrankung bestätigen. Wie das Ganze fortschreitet, kann man nicht sagen, ob zügig oder ein eher langsamer Verlauf, das weiß niemand.
Er redet sich das Ganze jetzt schön und meint er wäre noch nicht erkrankt.
Für mich zählt, dass meine bei ihm vermuteten NarzSymptome, anscheinend die Symptome, die durch eine wohl schon länger bestehende Beeinträchtigung des Gehirns, im Anfangstadium einer dementiellen Erkrankung, sind und genauso auftreten.
Die von mir, bei ihm seit vielen Monaten festgestellten eindeutigen Persönlichkeitsveränderungen, sind fast identisch mit denen der NPS.
Jedenfalls hatte er schon vor seiner Untersuchung gemerkt, dass ich mich mehr und mehr verabschiedete. Ich war mir so unsicher, was ich will, was gut für mich ist, ob ich ganz auf ihn verzichten will.
Mit dem Wissen, dass ich ihn niemals ändern kann, habe ich am letzten Mittwoch unsere Verabredung f. Freitag abgesagt und ihm mitgeteilt, dass ich mit dem jetzigen Zustand einer Geliebten f. einen Tag in der Woche, nicht klarkomme.
Ich habe die Affäre beendet.
Er ist völlig außer sich. Anfangs haben wir noch einige Mails ausgetauscht, die von seiner Seite aus wieder so manipulativ waren, dass ich mich richtig erschreckt habe.
Ich solle das mal so hinnehmen wie es ist und man kann nicht alles haben. Ein Tag in der Woche mit ihm wären für mich besser, als überhaupt nichts mehr.
Jetzt fängt er an, mir Schuldgefühle einzureden.
Er hätte den Kopf voll mit anderen Sachen, aber das würde ich ja wohl nicht verstehen. In seiner schwersten Zeit hätte ich ihn verlassen usw....usw....usw!
Wir wollten am Anfang unserer Beziehung vor knapp 2 Jahren mal in eine gemeinsame Wohnung ziehen, auch als WG getarnt.
Ich habe schon einen behinderten Mann in einem Pflegeheim. Jahrelange Pflege habe ich hinter mir. Bin fast daran kaputt gegangen.
Trotzdem hätte ich ausschließlich wegen der Diagnose nicht Schluss gemacht. Da ging es eben um die o.g. anderen Dinge, die ich nicht akzeptieren konnte.
Aber es tut mir jetzt sehr weh, wenn mir das so vorgeworfen wird.
Es stimmt schon, dass Demenzkranke irgendwann zu einem Pflegefall werden und das hätte ich nach meinen Erfahrungen mit schweren Krankheiten nicht mehr bewältigen können.
Ich muss jetzt, genau wie die meisten hier, erstmal genug Kraft für mich selbst aufbringen, um das alles zu verarbeiten und auch anzunehmen.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende
Santosha