Zitat von Melana:
Das klingt alles ganz schön logisch und spannend... nur was ich mich jetzt frage: wie verstärke ich Tests, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie durchführe? Also wie teste ich überhaupt?
Ich befürchte, ich hab ne sehr hohe Schmerzgrenze. Denn natürlich gibt es schon ein paar Dinge, bei denen ich mir heute schon denke: geht gar nicht!
Ja, ich bin ja hier mehr für die rationale Sichtweise in Affären zuständig
Diese Tests finden wie gesagt unbewusst statt. Sie fangen an beim Flirt (auch das ist ein Test, und wer da schon durchfällt, ist halt raus) und gehen dann immer weiter. Männer testen übrigens genauso

und wenn sie in einer Affäre irgendwann "leiden" und ambivalent werden, dann deshalb, weil sie genauso wenig wie die Frau zu einer endgültigen Entscheidung gelangen, aufgrund der Konstellation (Männer testen z.B. durch Rückzüge - sie distanzieren sich zwischendurch immer gerne mal und achten dann auf die Reaktion der Frau und entscheiden anhand der, ob die Frau für sie "geeignet" ist oder nicht. Auch das ist biologisch begründet).
Du hast nun eine Sonderstellung, denn Du HAST ja bereits einen "guten Mann", den hast Du getestet, und Du befindest ihn auch immer noch für gut für Dich, sonst hättest Du ihn längst verlassen oder würdest zumindest mit dem Gedanken spielen. Die Frage für Dich ist also unbewusst nur, ob der andere BESSER sein könnte. Denn Dein "Trieb" verlangt natürlich danach, dass Du Dir den für Dich "besten" Mann auswählst. Und das ist Dein Dilemma.
Du wirst in der Konstellation einer Affäre aber so gut wie nie zu einer klaren Entscheidung diesbezüglich kommen. Solange Du keine klare Entscheidung GEGEN den anderen Mann fällen kannst, hängst Du da eben drin und kommst nicht raus. Es gibt so oder so nur die Möglichkeit, dass Du für Dich, auf der Ebene Deines Bauchgefühls (und das nährt sich u.a. aus diesen unbewussten Tests, aus Deinen vergangenen Erfahrungen, Deinem Wissen ...) zu einer klaren Entscheidung GEGEN einen dieser beiden Männer kommst. Denn nur dann kannst Du auch eine klare Entscheidung FÜR den anderen zulassen.
Es ist meiner Meinung nach deutlich leichter, diese klare Entscheidung gegen den anderen zu treffen (es sei denn, Dein Mann leistet sich in der Zwischenzeit einen so gewaltigen Bock, dass Du auf einmal eine deutliche Entscheidung gegen ihn treffen müsstest, aber das ist wohl nicht sehr wahrscheinlich
Und wenn Dir Dein Verstand dazu ja nicht ausreicht, brauchst Du nun etwas auf Gefühlsebene, das Dir diese Entscheidung ermöglicht. Im Grunde müsste er etwas tun, das Dich emotional so verletzt, dass Du Dich von ihm abwenden musst und willst. Was das sein könnte, musst Du selbst wissen.
Die andere Alternative wäre, dass der andere Mann Dir seinerseits kein Interesse mehr zeigt. Dann kühlen Deine Gefühle auch sehr schnell ab, wenn von ihm gar nichts mehr kommt. Das Problem bei uns Frauen (eigentlich ist es eher ein Vorteil, für Männer jedenfalls, für uns aber oft ein Problem) ist, dass wir meist zugunsten der Männer entscheiden möchten. So kommt es, dass wir uns Dinge schönreden, die gar nicht schön sind. Dass wir eindeutige Fehler gern mal übersehen oder sie mit hanebüchenen Erklärungen ("er hatte eine gefühlskalte Mutter und deshalb ...") zu entschuldigen versuchen. Wir versuchen also quasi, uns den Mann so hinzubiegen, dass wir die Entscheidung für ihn rechtfertigen können.
Er hat mich betrogen - na gut, war ja auch meine Schuld, ich hab halt nicht so oft Lust auf ihn gehabt. Er lügt mich ständig an? Der arme Kerl ist einfach nur schwach und feige und traut sich nicht, mir die Wahrheit zu sagen. Er hat mich geschlagen? Er ist eben so impulsiv, und sein Vater hat ihn ja auch geschlagen, er kennt es nicht anders. Und so weiter. Manche Frau "verzeiht" da eben ganz viel, das hängt auch immer mit dem Selbstwert zusammen. Eine Frau mit hohem Selbstwert verzeiht deutlich weniger, weil sie intuitiv weiß, dass sie eh einen Besseren findet oder sonst auch allein besser zurechtkommt als mit "so einem".