Ich hatte heute nicht viel Zeit (einer von uns muss ja arbeiten

), aber ab und zu lesen ging.
Muss mich bedanken.
In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, festzustecken. Der Akkutschmerz vorbei...und jetzt die Frage: Wie gehts weiter? Fühlte mich irgendwie planlos.
Zuerst hat mich das hier alles auch ein wenig verwirrt. Aber ich habs jetzt sortiert.
In letzter Zeit war ich ziemlich antriebslos und grad hat mich ein Anfall von Ausmisterei gepackt...so als hätte ich irgendeinen Lähmungszustand überwunden.
Ich finde nicht, dass sich das in die Pflicht nehmen unserer sozialen Kontakte und das Verantwortung für die eigene Gefühlswelt gegenseitig ausschliessen.
Selbstverständlich dürfen wir von anderen erwarten, dass sie soziale Verantwortung im Umgang mit uns tragen. Nur tun sie es nicht, liegt es an uns, wie wir mit den Gefühlen, die das auslöst, umgehen.
Bezogen auf die Affäre (die man wohl erst gar nicht einging, wenn man nach diesem Prinzip lebt), würde das heissen: Ich erwarte vom Affärenpartner, dass er verantwortlich und respektvoll mit uns umgeht.
Tut er dies nicht und mir entstehen dadurch unangenehme Gefühle, wie Schmerz, kann ich das Gefühl erst mal annehmen. Es schmerzt. Das ist auch gut so. Sonst wären wir Roboter.
Übernehme ich dann die Verantwortung für meine Gefühle, entferne ich mich aus der Situation und zwar nicht erst nach 3 Jahren (wie ich

), sondern umgehend.
Bei anderen Mitmenschen kann ich wahlweise auf Distanz gehen oder negative Aktionen in meine Richtung nicht persönlich nehmen.
Das geht hin bis zu den Idioten in ihren Autos.
Dazu auch ein nettes Beispiel vom Samstag, als ich unterwegs zu einem sehr netten "Kaffeekränzchen" war.
Ich fahre auf einer langen geraden Strasse. Auf der rechten Seite ist die Einfahrt zum Parkhaus, in dem ich parken will. Kurz bevor ich abbiegen muss, blinke ich. Da sehe ich, wie der Typ, der in der Ausfahrt des Parkhauses wartete, bis ich vorbeifahre, damit er rausfahren kann wild fuchtelt (in meine Richtung) und sich den Finger in den Hals steckt und übergeben andeutet. Er hätte wohl gerne gehabt, dass ich etwas früher blinke. Ich hab mich nicht eine Sekunde schlecht gefühlt, ich sah den Typ und die Frau die auf dem Beifahrersitz peinlich berührt wegschaute und dachte nur, die arme Frau, so ein Idiot und lachte. Das hat ihn natürlich nur noch mehr aufgeregt.
Ich hätte mich jetzt natürlich auch aufregen können und das Fenster runterlassen und den Typ fragen, ob er noch ganz richtig tickt, ich hätte mich auch schuldig fühlen können, dass ich nicht schon 500 Meter vor der Einfahrt geblinkt habe. Ich hab mich aber fürs Lachen und Kopfschütteln entschieden.
Und noch ein Aspekt heute (danke @assi) den ich für mich mitnehmen konnte. Thema verlassen werden. Ist mir als Kind auch so ergangen. Und in den letzten Jahren bin ich wieder verlassen worden. Von meinen wichtigsten Bezugspersonen. Durch den Tod.
Und wieder mal hab ich mein Kindheitstrauma reaktiviert und mich in eine Beziehung begeben, wo ich immer wieder verlassen wurde. Die Affäre. Und ich hab immer noch nicht kapiert, dass das Spiel so nicht funktioniert.

Aber jetzt...ich will nicht noch hundert Mal renikarnieren müssen, um das endlich zu kapieren, was ich vom Kopf her ja schon lange weiss...
Ach siehste, der Typ war mal wieder schneller als ich...
