Zitat von Kaetzchen:
@ema, aber das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun? Dass es jemandem nach einer Trennung irgendwann wieder gut geht heißt doch nicht, dass es keine echten Gefühle gegeben hat? Klar, wenn jemand einen Tag nach der Trennung freudestrahlend durch die Gegend hüpft, sich gleich den/die Nächste/n schnappt und alles ist fein, ist das was anderes. Aber wenn jemand Monate nach einer Trennung weitergeht - wohin auch immer - und es ihm besser bzw. wieder gut geht, dann ist das doch durchaus normal und auch wünschenswert, wenn einem der andere am Herzen liegt?
Ja. Da hast du natürlich recht. Normalerweise wünsche ich auch jedem, dass es ihm gut geht.
Ich hab gerade nochmal nachgedacht, woran das liegt, dass ich es in dem Fall anders empfinde.
Ich glaube, es ist ein großer Unterschied - unter normalen Umständen - ob man selbst verlässt oder verlassen wird.
Verlässt man jemanden, hat man möglicherweise ein schlechtes Gewissen und brennt geradezu darauf, dass es dem anderen bald wieder gutgeht.
Das ist dann so selbstlos gar nicht, denn es lindert das eigene schlechte Gewissen.
Wird man verlassen und sehnt sich nach dem anderen, hofft man ja nicht , dass es dem anderen in irgendeiner Form schlecht geht. Dass er krank wird oder so. Man hofft vielmehr, dass er sich auch irgendwie noch sehnt. Dass man noch in seinem Herzen ist.
Und bei diesen vermaledeiten Affären ist es nochmal anders.
Schau doch mal, wie viele es hier komplett aus den Patschen haut, während der andere scheinbar fröhlich weitermacht. Klar, dass das zusätzlich kränkt. Denn er hat ja monate- und jahrelang was von großer Liebe erzählt, um einen bei der Stange zu halten. Und erzählt, wie sehr er doch selbst leidet.
Natürlich haut es einen dann um, wenn er sich dann fröhlich und beschwingt einfach die nächste schnappt.
Und gerade beim Nachdenken ist mir noch dieses Verantwortungsdings im den Sinn gekommen, was einen als Af echt fuchsig machen kann.
Da hört man ständig das Gejammer, mit schmerzverzerrter Miene: Er kann ja nicht ...
Die Verantwortung für die Familie! Das Gewissen!
Da fragt man sich doch, wenn man selbst tief am Boden liegt: Aha! Und ein Recht auf deine Verantwortung und dein Gewissen hat also nur ein Mensch, der einen Ehevertrag mit dir hat? Mit anderen Menschen kannst du umgehen, wie du willst? Egal, ob du verbrannte Erde hinterlässt? Egal, welches Wrack zurückbleibt?
Und das ist ja nicht übertrieben.
Assi ist seit Monaten arbeitsunfähig. Ich selbst schon seit Januar.
Bina schmeißt Antidepressiva auf Selbstrezept.
Hanna wechselt den Arbeitsplatz. Andere - ich will nicht sagen wer - unternehmen Suizidversuche.
Wenn das nicht verbrannte Erde ist...?
Klar, dass es einem da nicht so leicht fällt, ihm (auch nach Monaten) viel Glück beim Weiterv. mit der Next zu wünschen vermag, während die EF immer noch zu Hause sitzt und man selbst am Tropf hängt und versucht, irgendwie auf die Beine zu kommen.