Zitat von Chilalla:. sagt mal: ich habe eben phantasiert, wie so oft, dass ich die EF um ein Gespräch bitte oder ihr einen Brief schreibe. Wir sind uns letztes Jahr um diese Zeit mehrfach begegnet nach seiner OP (das dauerte sechs Wochen) und es gab da einigen Austausch; das Ende vom Lied: Wir sind nach ein paar weiteren Wochen alle drei ins Dreieck zurück.
Mich kränkt in diesem Spiel (u.a.), dass ich die verheimlichte, versteckte Frau bin - das wird Euch allen genauso gegangen sein, denke ich. Und ich bin immer versucht, das aufzubrechen; ich weiß nur nicht, was dabei herauskommen soll außer, dass ich meine Rachegelüste und meine Eitelkeit befriedige und dass ich einer Frau wahnsinnig weh tue, die nichts dafür kann, dass ihr Mann sie belügt und betrügt. Und trotzdem juckt es mich. Habt Ihr auch sowas überlegt? Wart Ihr auch so hin und her gerissen?
Ich habe das diese Woche getan. Kein Brief, sondern eine Mail mit Hinweisen zum WA-Verlauf und 13 Fotos (von 600). Ich habe mir das zwei Wochen lang überlegt und immer wieder neu formuliert. Ich habe es mit einem Freund durchgesprochen und mir alle Eventualitäten überlegt. Ich wollte mir die Rückkehr zum AM komplett abschneiten, ich wollte einen völligen Cut machen.
Mein Ziel war nicht in erster Linie "Rache". Meine Zielen waren:
1. Ich lasse nicht zu, dass der AM seiner EF ggü unsere Liebesgeschichte als 6Affäre darstellt. Sie soll wissen, wie es wirklich gewesen ist. Sie soll von seinen Heiratsplänen lesen, von seinen Liebesschwüren, sie soll auf den Selfies sehen wie verliebt er mit mir in der Oper sitzt. wo wir überall waren. sie soll wissen, was er mir versprochen hat. Und sie soll selbst lesen, wie er ihre Ehe mir ggü dargestellt hat, wie er sie beschrieben hat und was er nach Außen trägt. Wenn der AM mit ihr einen Eherettungsversuch startet und nicht mehr lügen will, dann sollte aber doch bitte die ganze Wahrheit auf den Tisch.
2. Die EF kontrolliert den AM extrem streng. So darf er zB den Zeitstempel bei WA nicht ausschalten, damit sie immer sieht, wann er online war und dann fragt sie, mit wem er kommuniziert hat. Mein Ziel mit meiner Aktion war, dass sie ihn noch ein bisschen "würgt", so dass er ihr nicht mehr entkommt und es wirklich rund um die Uhr bei ihr aushalten muss und nicht mehr fremdgehen kann. Meiner Einschätzung nach, ist es unter solchen Umständen nur eine Frage der Zeit, bis es knallt. Das kann allerdings schon ein paar Monate dauern. Und bis dahin bin ich hoffentlich "geheilt".
3. Machen wir uns nichts vor: die EF ist in gewisser Weise auch unsere "Konkurrentin". Wir wollen, dass der AM sich gegen sie entscheidet. Wir wollen das, weil er uns erzählt hat, dass er sie nicht mehr liebt, alles ein Desaster mit dieser Frau ist und er nur uns liebt. Wer weiß, ob er dasselbe nicht der EF erzählt hat? So kampflos lasse ich mich nicht von der Bühne jagen, ein letzter Treffer sei mir gegönnt.
So. Zum Thema "Treffer": ob es einer war, weiß ich nicht. Ich habe seit meiner Mail keinen Kontakt mehr zum AM. Allerdings hatte ich gehofft, dass er mich überall blockiert und stinksauer auf mich ist. Leider ist er das nicht. Ich bin nirgendwo geblockt, so dass ich ihn jetzt selbst bei WA blocken müsste, damit ich nicht dauernd auf den dämlichen Zeitstempel schaue und überlege, was er sich wohl gerade mit seiner EF geschrieben hat. An eine Trennung der EF durch die Mail und die Fotos glaube ich nicht. Für mich wäre es ein Trennungsgrund, da ich ja alles schwarz auf weiß bzw die Fotos hätte und mein Mann nun nicht mehr lügen könnte. Aber die EF ist komplet indolent.
Ich war ja selbst vor Jahren die betrogene EF - und ich kann mich nur wiederholen: ich habe mich sofort getrennt und es war so gut wie schmerzfrei. Wenn ich die EF von meinem AM wäre und alles gelesen bzw gesehen hätte, was ich ihr geschrieben habe, hätte ich nie wieder ein Wort mit meinem Mann geredet. Diesen Lügen wären nicht mehr aus der Welt zu räumen gewesen und Vertrauen kann darauf nicht mehr wachsen. Wie sich eine EF fühlt, die nach einem Betrug bleibt, das müsste uns zB @Vegetari erzählen. Und zwar jenseits der bunt angemalten Fassade von "wir-haben-eine-Paartherapie-gemacht-und-sind-wieder-happy". Dass das Ganze nicht völlig problemfrei sein kann, zeigt sich ja anhand der ganzen betrogenen EF/EM, die hier immer wieder losschimpfen. Ich persönlich glaube nicht an Paartherapie. In Einzelfällen kann das sicher helfen, ins Gespräch über bestimmte Problempunkte zu kommen. Meistens aber liegen die Probleme doch tiefer und in einem selbst begründet.
Bei meinem AM ist es zB so, dass er sich nach 27 Jahren mit seiner EF in einer komplett dysfunktionalen Beziehung befindet (ja, das Urteil traue ich mir zu!), die dazu dient, die jeweilige schwache Psyche gegenseitig zu stabilisieren. Das hat mit Liebe nicht das Geringste zu tun, sondern lediglich mit Abhängigkeit und Gewohnheit. Ein Teufelskreis, aus dem die meisten Menschen niemals ausbrechen können. Diese Teufelskreis geht so: EF stabilisiert AM, weil sie ihm völlig unterlegen ist und er sie steuern und lenken kann, wie er will und sie abhängig von ihm ist. Er brauch dadurch keine Angst zu haben, dass sie ihn verlässt oder irgendetwas nicht so läuft, wie er willst. Sie hält dadurch sämtliche seiner Ängste in Schach. Der Nachteil: Er wird niemals Respekt vor ihr haben bzw sie auf Augenhöhe lieben. Wie soll das auch gehen, das wäre ja ein Zirkelschluss. Sie ist einfach abhängig weil sie nun einmal ein nicht so intelligent ist, kein Selbstwertgefühl hat und voller Komplexe ist, da sie ja wahrscheinlich merkt, dass sie bei anderen Menschen nicht besonders beliebt ist und mit ihrem Gelaber über Mist nicht besonders gut ankommt
Allerdings ist die EF nicht so dumm, als dass sie nicht in 27 Jahren gemerkt hätte, dass auch der AM von ihr abhängig bist. Das weiß sie hervorragend zu ihrem Vorteil zu nutzen. Materielle Werte sind ihr wichtig und sie merkt, dass sie die bekommen kann. Und außerdem merkt sie, dass sie ihn durch bestimmte Verhaltensweisen (Verlustängste schüren, emotionale Ausbrüche) unter Druck setzen und damit ebenfalls von ihr abhängig machen kann. Eine niemals funktionierende Beziehung, nichts ist freiwillig, alles ist getrieben. In wechselseitiger Abhängigkeit können sie sich gegenseitig steuern und kontrollieren. Sie macht, was er will. Aber er macht auch, was sie will. Das ist eine ganz typische dysfunktionale Beziehung, die nicht geheilt werden kann und wo man sich nur trennen kann - wenn man dem denn entkommen will.
Und wenn man schon an Therapie denkt, dann müsste es eine Einzeltherapie sein, in der der AM seine Ängste bearbeitet und EF ihre Minderwertigkeitsgefühle. Eine Paartherapie ist viel zu kurzfristig gedacht. Und da die EF vor drei Jahren schon einmal 7 Wochen in einer psychosomatischen Klinik war und man ihr dort dringend zur Trennung vom AM geraten hat, und sie das nicht wollte und schließlich als "austherapiert" entlassen wurde, gehe ich davon aus, dass die beiden sich niemals trennen werden und in einem Teufelskreis aus Hass und Abhängigkeit und Gewohnheit miteinander verbunden bleiben werden.
Das alles hat jetzt aber im Grunde nichts mehr mit mir zu tun. Und ich muss schauen, wie ich nun mein Leben wieder auf die Reihe bekomme.