Zitat von Chilalla:Danke, @estella. Das ist lieb von Dir, und es stimmt auch. Warum bist Du denn hier?
Leider aber geht dieser Weg nicht für alle: Ich kann mich nur abwenden, wenn ich verstanden habe. Meine Motive, seine Motive, ihre Motive. Als wären es Treppenstufen, die man Schritt für Schritt erklimmen müsste, um ins Licht zu kommen: Verstehen. Verzeihen. Loslassen. So irgendwie :-///
Du wirst irgendwann einsehen, dass es keine Antworten gibt. Und dass Du weder seine Motive noch Deine eigenen Motive jemals so wirklich verstehen wirst. Und wenn Du denkst, Du hast sie verstanden, kommt auf einmal was und alles ist doch ganz anders, als Du gedacht hast
Aber es wird Dir eines Tages schlicht und ergreifend egal sein. Ich bin ja da auch durchgegangen, wie so viele andere hier auch. Durch die Zweifel, die vielen vielen Fragen, das nicht verstehen können und wollen, mich selbst nicht verstehen können und wollen. Die blinden Flecken nicht sehen zu wollen, die aber eben doch da sind und da, wo es weh tut, hinzusehen. Weil man eigentlich ganz anders ist bzw. gern ganz anders wäre als das, was eben leider doch offensichtlich ist, wenn man den Blick zulässt. Und dann tut es noch einmal richtig heftig weh, wenn man das Pflaster abreißt und sich die offene Wunde anschaut, aber genau dann kann sie auch heilen. Und wenn sie verheilt ist, bleibt eine kleine Narbe, die einen erinnert, immer mal wieder. Manchmal ist es auch genau diese Narbe, die einem gefehlt hat und die einen noch ein bisschen "runder" macht als vorher.
Ich habe von mir selbst auch mal gesagt, ich habe durch die Affäre meine Unschuld verloren. Es war nicht meine Unschuld (ok, die war auch schon früher weg

), aber ich habe ein großes Stück Naivität verloren. Darum trauere ich noch manchmal ein wenig, aber ich bin auch stärker geworden, weil ich viele Ängste verloren habe. Die Angst, verletzt zu werden zum Beispiel - ich weiß jetzt, dass ich verletzlich bin und verletzt werden kann, ich weiß aber auch, dass ich es überlebe, dass ich daran sogar wachse und dass es mich insgesamt weiterbringt. Also muss ich keine Angst mehr davor haben und kann meine Verletzlichkeit besser zulassen. Ich habe mehr Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten, mit solchen Verletzungen umzugehen, gewonnen. Ich bin dadurch ingesamt weicher und offener geworden, ich traue mich, meine Narben zu zeigen, wenn ich denke, dass es nötig ist. Und das ist ja etwas Gutes
