Zitat von Tanie:Ich denke, dass die größte Falle und größter Irrglaube bei emotionaler Abhängigkeit ist, dass der Betroffene denkt, dass der Verursacher auch der Heiler der durch ihn verursachten Schmerzen sein kann.
Schafft man es diesen Kreislauf zu durchschauen und zu durchbrechen, haben die Verursacher keine Chance mehr und der Betroffene endlich die Chance aber auch harte Arbeit vor sich, sich selbst zu heilen.
Weise.
Für mich sieht es so aus, dass schlimmer nochmal diejenigen 'drinhängen', die den anderen heilen wollen.
Das Rätsel eines opfrig daherkommenden Menschen lösen wollen. Bei Ex-Am klaffte eine Lücke zwischen seinen Schilderungen und den offensichtlichen Luxusproblemchen. Da hatte ich Schwein, keine Ahnung ob mir andernfalls die Abgrenzung so schnell gelungen wäre. Irgendwann bestimmt, da hätte ich ihn als Menschen nicht mehr so ganz für voll genommen.
@Holylake
In Affäre mit "nahe an NPS-Kandidaten" kann ich mich nur schwer hineinversetzen. Kann es sein, dass man sich von einem mit allen Wassern gewaschenen Typen besonders gut beschützt fühlt? Und dabei in jedem Moment ausblendet, welche Gefahr von diesem Mann auch ausgeht?
Ich meine, bei allem, was ich von diesen Jungs so mitgeschnitten habe im Leben, würden sie im Zweifel auch ganz fix ihre eigenen Kinder drangeben, wenn's dem eigenen Heil nützt.
@Abendstern2018
Verliebtheit kann man sich als eine Melange aus körperlichem Begehren (Erregung), Haben-wollen von Wohlgefühlen (beschützt fühlen etc.), Unsicherheit und Verlustangst vorstellen.
Findet ein normales -beide ungebunden- Paar zueinander, dann schweisst der gemeinsame Auftritt als 'Einheit' zusammen. Paaridentität stiftet Sicherheit und auch Besitzerstolz, ganz plump ausgedrückt. Später mag weiterer Beziehungskitt hinzu kommen, Kinder, Vermögen etc.
Das fällt bei Affären weg, daher dieses endlose Rotieren in Aufregung und Verlustangst ("Verliebtheit"). Und das hat leider einen Suchtfaktor. Bisschen vergleichbar mit Spielsucht finde ich, da gibt es auch keinen Suchtstoff von aussen, nur das dauerhafte Zündeln an der eigenen Existenz bei Null Erfolgsaussichten. Die Null Erfolgsaussichten auf mittel-/langfristige Sicht lügt man sich durch die kleinen Gewinne auf dem Weg ins Verderben unendlich groß: Wenn ich erstmal unendlich reich bin, dann...
Realisiert jemand in hellen Momenten, dass das eigene Treiben ungesund ist, kommt erstmal: Ich werde das jetzt besser kontrollieren!
Äquivalent denkt man zunächst, zusammen mit dem Affärenpartner wäre man ein hyper glückliches Traumpaar.
Nachdem man dann immer wieder auf den Boden der Realität aufschlägt kommt "Aber befreundet kann ich mit der Person sein".
Ich glaube, Freundschaft kann man vielleicht lange nach Affärenende probieren. Und so wie man zu den seltenen "Glücksfällen" gehört, für die ein warmer Wechsel vollzogen wird, startet man mit hohen Hypotheken in die Zukunft. Die alte Beziehung wird während der neuen Beziehung verarbeitet. Wenn viel dran hing, dann ist man bei einer Scheidungsschlacht dabei. Die meisten Sitzengelassen finden den Warmwechsel wenig 6y und sinnen vielleicht auf Rache.
Das eigene Unterbewusstsein wird nachhaltig Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit des neuen Lebenspartners signalisieren.
Ein Spielsüchtiger würde einen großen Hauptgewinn gleich wieder verspielen, btw. Kenne so jemanden.
Zumeist kommt es aber eben zu keiner Trennung, auch weil beim gebundenen Affärenpartner irgendwo mitschwingen wird "Jemand, der sich aussichtslos total emotional verrennt ist kein starker Kandidat für eine Partnerschaft".
Bei manchen Männern mögen noch weitere entwertende Einstellungen eine Rolle spielen wie "Heilige -H." -Komplex.
@Schlumpf
Doch, doch, es gibt zahlreiche Geliebte, die die Notbremse gezogen haben. Auch in diesem Forum. blackeyed würde ich unbedingt dazuzählen wollen, sie beendete konsequent die Affäre, er ghostete später die Partnerschaft, ema, kaetzchen, cremetussi, dieTrulla, ich. Mangomontag und ca. alle anderen haben irgendwann die fortgesetzte Warmhalteplatte verweigert.
Sie kommen schließlich alle wieder und wieder und wieder.