Zitat von Cremetussi:Mal so reingeplatzt: Ich bin gerade so mörderisch sauer auf diesen D.reckskerl. Was der mich Zeit und Energie und letztlich auch Geld gekostet hat.
Liebe? Ist da gar nicht mehr.
Am liebsten würde ich ihn gerade im Nachhinein verpetzen. Damit diesem Saubermann mal die Maske abgenommen wird. Ich hoffe, es holt ihn irgendwann ein.
Mir geht's gerade andersrum.
Was ich vorhin erzählt habe, von seiner EF und ihrer Freundin, das hat meine Sicht noch einmal deutlich verschoben.
Der hat es echt nicht leicht. Also meiner. Der Plan, den seine Frau da ausgeheckt hat, der ist gut. Das muss ich anerkennen. Der ist perfide und skrupellos und sehr erfolgversprechend.
Ich wüsste auf Anhieb nicht, wie ich da reagieren würde. Selbst mit Nachdenken ist es nicht leicht.
Und er wird keine Zeit haben nachzudenken. Er wird spontan reagieren müssen.
Und wenn sie das so gut macht, dann macht sie es nach aller Wahrscheinlichkeit nicht zum erstenmal.
Da geht's nicht um Liebe. Zumindest in dem Fall nicht. Da geht es um verdammt rücksichtsloses Durchsetzen der eigenen Interessen. Und auch das ist nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit nicht zum ersten Mal so.
Die Frau hat sich jede Form von Liebe in ihrer Beziehung abgeschminkt, wenn ihr mich fragt. Die hat sich abgeschminkt, welche zu bekommen oder zu geben.
Die will, dass die Ehe so funktioniert, wie sie es für richtig hält. Und das macht sie gut. Hut ab.
Hätte sie den Gedanken an Liebe und Vertrauen nicht völlig gesteckt, dann könnte sie nicht so handeln. Es geht (in diesem Beispiel und wohl auch in anderen) lediglich darum, ihn dazu zu bringen, dass er tut, was sie will.
Das wird ihr gelingen. Wie gesagt: Der Plan ist sehr gut.
Ich hätte mir so etwas gar nicht vorstellen können. Hätte er es mir erzählt, hätte ich es wohl nicht geglaubt.
Er hätte es mir aber andererseits auch gar nicht erzählen können. Weil er es, auch wenn er es bald erleben wird, vermutlich nicht durchschauen kann.
Diese Form von Skrupellosigkeit macht mich einigermaßen fassungslos.
Ich mag ja manchmal zynisch sein - aber selbst bei einem beruflichen Konkurrenten, mit dem mich emotional nichts verbindet, hätte ich wahrscheinlich noch Probleme, so vorzugehen.
Mit einem Lebenspartner niemals.
Vermutlich, weil mein Fokus in einer Beziehung zu sehr auf dem emotionalen Bereich liegt.
Lieber würde ich mich trennen, bevor ich meine Vorstellungen von Zuneigung, Respekt und Vertrauen derart über den Haufen werfe.
Aber ich kann vielleicht leicht reden. Ich brauche ja keinen Versorger. Dann sieht die Welt womöglich anders aus.
Nichts, was er mir jemals hätte erzählen können, hätte mir ein solches Bild von seiner Ehe vermittelt, wie seine Frau es mir jetzt ungewollt gezeichnet hat.