Zitat von Abendstern2018:@ema:
Krasse Geschichte
Darf ich dich fragen: wie fühlt sich das an für Dich und was macht es mit Dir? zu wissen, dass ein (ehemals?) geliebter Mensch so behandelt wird.
Klar, deren Ehe ist not your Business, aber ich meine damit, ob und wie es Deine Gefühle beeinflusst, so etwas zu erfahren.
Das ist nicht ganz einfach zu beantworten.
Zunächst einmal ist er - denke ich - kein ehemals geliebter Mensch.
Ich empfinde immer noch sehr viel für ihn.
Was ich dabei fühle, dass er so behandelt wird? Ich sage mal so:
Schön ist das nicht. Aber er sucht es sich selbst so aus. Irgendwas hält ihn dort fest.
Auch sehe ich seine Frau nicht als Monster. Sie ist abhängig. In welcher Form auch immer. Sie kämpft auf ihre Art um den Erhalt ihres alten Lebens und ihrer Sicherheit.
Dass sie dabei so schwere Geschütze auffährt, zeigt mir, wie sehr beides am Bröckeln sein muss.
Was Liebe betrifft, hat sie offenbar resigniert. Das ist der Preis, den sie zahlt.
Traurig genug. Und Strafe genug.
Was ihn betrifft: Er ist ein erwachsener Mann und bleibt dort, aus Gründen, die nur er selbst kennt.
Noch will er dort offenbar sein. Sonst wäre er nämlich weg.
Seine Ausbruchsversuche scheinen massiver zu werden. Das hat mir dieses Gespräch der Ef mit der Freundin ja auch gezeigt.
Ich wünsche ihm, dass er es schafft. Ich wünsche ihm, dass er das erreicht, was er erreichen will.
Helfen kann ich ihm nicht und will es auch nicht.
Zum einen gehen deren Ehestreitigkeiten und Muster mich nichts an. Ich bin die falsche Person, sich da einzumischen. Jeder ist die falsche Person. Außer, jemand wird um Hilfe gebeten (Therapeut, Coach, guter Freund). Ich jedoch ganz sicher nicht.
Ich würde ihm auch deshalb nicht "helfen", weil ich kein weiteres Kind will und brauche.
Er schafft das schon allein. Wenn er will. Sonst wäre ich ja fast in der gleichen Position wie seine Frau jetzt.
Die nimmt ihn auch nicht für voll.
Das ist schlicht und einfach nicht, was ich will. Ihn retten.
Außerdem habe ich gerade genug damit zu tun, mich selbst zu retten.
Was seine Frau mit ihm macht, hat er in Ansätzen mit mir gemacht. Ohne Absicht wahrscheinlich. Aber so war es.
Ich bin dran, mich selbst mithilfe von Coaching da rauszuholen. Schwer genug.
Wenn es unerträglich für ihn wird, wird er etwas ändern. Darauf kann ich vertrauen. Dann schafft er es auch.

Ich ändere für mich ja auch gerade etwas. Und ich schaffe es ja auch

Es hat mich wieder ein Stückchen weitergebracht zu sehen - und zwar ziemlich direkt - dass er im Grunde an mich weitergegeben hat, was er zu Hause eingeschenkt bekommt. Wenn auch ohne Absicht.
Jetzt fällt das weg. Und er muss halt - in diesem Sinne - ohne mich klarkommen.
Vielleicht sucht er sich jetzt eine andere, um dem Druck zu entkommen. Vielleicht kapiert er aber auch etwas.
Ich wünsche es ihm.
Ich zumindest werde aus dieser Geschichte stärker und klarer rauskommen, als ich reingegangen bin.