Zitat von Pinie:
dem Gesetzen von Paarbeziehungen auseinandergesetzt haben OHNE in die Fallen von Therapiegläubigkeit getapert zu sein. ("Das offene Gespräch suchen" ist zu 8o% Griff ins Klo, bei unglücklichen Affären 99%.)
Und warum du bei einem pot. Betrüger wie ein scheues Reh sehr lange auf der anderen Seite des Flusses bleiben musst, ggf. auch komplett den Rolladen runter lassen musst, damit der ohne Aussicht auf saftiges Gras auf seine austrampelte Matschepampewiese zurückgeworfen wird, das wird auch klar.
Bei manchen da drüben ist so wenig Ich-Stärke vorhanden, da sehe ich Coaching sogar als nötige Ergänzung zu einer Therapie.
So Babyschritte: Ich simse weniger Worte als ein Mann, ich forciere keine Treffen etc. Ich schreibe meinem Verlasser keinen 1oseitigen Liebesbrief.
Ein Problem in diesem Forum ist, dass hier teilweise selbst Betrügende weicher aufgenommen werden als die pöhsen! pöhsen! Geliebten.
Naja, also bis ich, du und wenige andere den Thread sehen meist.
Hier heisst es dazu lapidar "Leb erstmal 1oo Jahre ohne Beziehung, du bist ja liebessüchtig, unreif etc." und DAS noch von einer oder mehreren, bei denen meinereins ne Einladung zum Tee glatt verweigern würde. Das wird Frauen vor die Füße gek tzt, die teilweise selbst 5, 1o, 15, 2o Jahre GUTE Ehen gelebt haben.
Nochmal: GUTE ohne Dauerbetrug und Wahrnehmungsstörungen.
Irrwitzig.
Ja, Pinie, da sagste was.
Und ich unterstreiche das jetzt mal, damit es im allgemeinen "Ich leide so arg" (worüber ich mich keineswegs lustig mache) auf gar keinen Fall untergeht.
Das Problem vieler Therapeuten ist (unter anderem) tatsächlich, dass sie vom geistigen Durchdringen bestimmter Beziehungsdynamiken - im Unterschied etwa zu Pick-up-Artists - erstaunlich weit entfernt zu sein scheinen.
Teilweise leben die derart verstrahlt in ihrem Wolkenkuckucksheim von "offenes Gespräch suchen" oder " Gefühle ehrlich kommunizieren", dass ihre Beratungen oft regelrecht kontraproduktiv sind und beim Klienten zu etwas führen können, das selbstschädigendem Verhalten gleichkommt.
"Offene Gespräche" und "ehrlich kommunizierte Gefühle" können ja ganz schön sein in einer guten Beziehung auf Augenhöhe, in der eine Basis von Liebe, Respekt und gegenseitigem Vertrauen vorhanden ist. -
Aber doch nicht in einer Affäre! (Zum Kuckuck!).
Bevor man einem Affärenopfer auch nur ansatzweise empfehlen darf, so etwas wie ein offenes Gespräch mit dem Herrn zu suchen, ist es unbedingt notwendig, zunächst die Beratung dahingehend zu lenken, dass das meist völlig verrutschte Machtverhältnis einigermaßen ausgepegelt wird.
Und das geht nur, wenn man sehr lange Zeit mittels des eigenen Verstandes gegen die übermächtig gewordenen Gefühle handelt und eine knallharte Strategie verfolgt.
Von so Sachen wie "Machtverhältnisse" und "Strategie" wollen die meisten Therapeuten und Psychologen jedoch nichts wissen. Aus blanker Ignoranz zum Teil und auch, weil sie an eine diffuse bessere Welt zu glauben scheinen, die sich automatisch manifestiert, wenn nur alle Menschen ihre Gefühle ehrlich mitteilen.
Ich bin ja in diesem Forum aufgeschlagen, nachdem mein mir innewohnender Selbsterhaltungstrieb mir bereits geboten hatte, diese für mich unerträgliche Affärenkonstellation zu beenden.
Gelitten habe ich allerdings wie Hund unter der selbsteingeleiteten Trennung.
Und ich bin heilfroh, zunächst hier gecoacht worden zu sein (u.a. von @kätzchen ) und nicht von einer Therapeutin.
Mich hat das zunächst einmal darin bestätigt, bei meiner Entscheidung unbedingt zu bleiben und nicht wieder einzuknicken.
Und zwar ganz gleich, ob mein Ziel darin besteht, vielleicht doch noch eine echte Beziehung mit ihm führen zu können oder aber lediglich darin, meinen eigenen zertrümmerten Selbstwert wieder aufzubauen - ohne ihn.
Die Strategie - so habe ich hier gelernt - ist in beiden Fällen ohnehin die gleiche.
Das hat mich nicht vor allen Fehlern bewahrt - aber sicher vor den allerdümmsten.
Und vergessen habe ich den Typen zwar immer noch nicht, aber zwei Dinge kann ich mit Sicherheit heute sagen:
1. Nie - und zwar wirklich nie! - wieder wird er mich dazu bringen, das Affärenspiel nach seinen Regeln fortzusetzen oder wiederaufzunehmen
Keine Arme, keine Kekse

2. Ich darf behaupten, dass die damals für mich äußerst ungünstig verteilten Machtverhältnisse sich sehr deutlich ausgependelt haben.
An alle, die noch mit dem Gedanken spielen, sie könnten das OdB eines Tages für sich gewinnen:
Denkt bitte daran, dass einigermaßen ausgewogene Machtverhältnisse sowieso die Grundlage für jede wie auch immer geartete Beziehung sind, die diesen Namen auch nur halbwegs verdient.
Solange eine(r) dasitzt und "liebt" und schmachtet und jeden Brotkrümel dankbar aufpickt, während der andere mit ihm und seinen Gefühlen Schlitten fährt und das Spiel ausschließlich nach seinen Regeln spielt, KANN daraus keine Beziehung werden!
Zumindest keine, die ein Mensch, der halbwegs bei Verstand ist, haben will.
Insofern kann man fast schon von Glück reden, dass das nix wird mit dem gemeinsamen Reiten in den Sonnenuntergang. Zumindest nicht, solange man es so sehr ersehnt, dass man glaubt zu sterben, wenn es nicht eintrifft.
Und wie sehr man bereit ist, sich für das gebundene OdB selbst zu verraten und zu verkaufen, hat ja jede hier innerhalb der Affäre schon hinlänglich unter Beweis gestellt.
Eine so entstandene Beziehung kann fast zwingend nur in einer Katastrophe enden.
Und deinem letzten Absatz kann ich nur laut lachend beipflichten, Pinie!
