Zitat von hatdazugelernt:Du vermisst ihn, schmerzlich, und das willst du nicht loslassen, du willst ihn nicht loslassen.
Das ist ja das unlogische. Nein. Ich habe nicht das Bedürfnis, ihm was zu erzählen, ich will nicht in seinen Arm, ich will nicht Zeit mit ihm verbringen. Ich vermisse nicht ihn. Ich vermisse, was wir hatten. Und selbst bei mir ist angekommen, dass ich zu dem Zeitpunkt nur den halben Kerl kannte, da wusste ich noch nicht, wie empathielos er sein kann, dass er unter Druck in Panik gerät und seine Mutter verkaufen würde. Mir war schon aufgefallen, dass da wenig Sozialkontakte sind, aber ich habe gedacht "Männer...". Und dass sich das ja dann ändern kann, wenn ich da bin.
Du hast recht, ich kann nicht loslassen. Wie kann man denn so eine intensive Zeit zusammen gehabt haben, die beider Leben so sehr verändert (er wohnt nun in einem anderen Erdteil, ich immerhin in einer neuen Stadt mit neuem Anfang mit meinem Mann), letztendlich sogar zum guten (seine EF wollte schon immer zurück, und mein Mann und ich haben unser Problem adressiert), sich so nah gewesen sein, und sich dann so aus dem Leben streichen? Vor allem, es ist doch nicht nötig, ich wußte doch von seinem Dilemma mit den Kindern, wir hätten uns doch anständig trennen können, noch ein paarmal schreiben, das dann einschlafen lassen und mit einem Lächeln dran zurück denken. Die Therapeutin meinte, das Problem ist hier weniger er, sondern meine tiefe Überzeugung, wie Dinge zu sein haben. Mein Schwarz-Weiss-Denken. Darin bin ich gut, ich denke in Dunkelschwarz und Hellweiss. (Deswegen ist es auch so unverständlich, dass ich mich überhaupt in dieser Situation befunden habe.) Man trennt sich anständig.
Und nachdem diese Zeit so intensiv war, so wunderschön und so schmerzhaft, und mir so viel über mich aufgezeigt hat, nicht nur Gutes, im Gegenteil, so viele Veränderungen angestoßen hat, soll ich sie einfach abhaken? Ich weiß. Ja.
Zitat von hatdazugelernt:Hältst du den Gedanken an eine Zukunft mit deinem Mann aus, in der dein AM für alle Zeiten Geschichte ist, ihr nie wieder voneinander hört? In der es nur euch beide gibt, deinen Mann und dich?
Ich wünsche mir das. Diese Zukunft. Und manchmal sehe ich sie sehr klar, z.B. als wir die Wohnung angeschaut haben. Da erschien es mir gar nicht mehr Lichtjahre entfernt. Idealerweise höre ich aber nochmal von AM, von mir aus in ein paar Monaten, wir plaudern auch gern über Himbeermarmelade... Ich hasse diese Zwei-Wohnungs-Situation. Und dann wohne ich ja auch noch in der Wohnung, in die ich heulend eingezogen bin, nachdem AM mich vor 1 Jahr das erste Mal verlassen hat. Und in der ich dann wartend sass. Ich hab zwar ein paar Dinge verändert, aber es ist und bleibt diese Wohnung, die mit dieser Zeit verknüpft ist. Und jetzt hier noch richtig Geld reinzustecken, damit es anders aussieht, lohnt sich nicht.
Mir ist aufgegangen, jetzt fühle ich mich geliebt. Wie sehr mein Mann mich liebt, ist offensichtlich. Er steht zu mir. "In schlechten Zeiten". In den fast 5 schönen Monaten mit AM fühlte ich mich auch geliebt, aber in den 8 Monaten danach nicht. Er hat zwar versucht, sich von seiner Frau zu trennen, inkl. kurzzeitigem Auszug etc, aber irgendwie fühlte ich mich nicht geliebt. Ich hab nur gegeben. Und hab es aber nicht gemerkt.
Im Moment gibt mein Mann mehr. Was auch zu Druck bei mir führt, denn ich merke es ja, und meine, möglichst schnell wieder genauso viel geben zu müssen. Er versucht mir diesen Druck zu nehmen, und auch die Paartherapeutin sagte, ich muss lernen, dieses Geschenk anzunehmen.
Ehrlich, Affären sind Mist. Ich frage mich, ob mir das nochmal passieren kann. Ich bin geneigt zu sagen, nein. Obwohl ich auf der anderen Seite ja immer gesagt habe, die, die gerne den Zeigefinger heben, sollen mal so fühlen, wie ich gefühlt habe. Den möchte ich sehen, der diesen Gefühlen nicht nachgibt. Ich glaube aber, ich würde es soweit nicht kommen lassen. Denn ich habe ja gemerkt, dass sich da was anbahnt, dass ich ihn mag, wir so gut reden konnten, geflirtet haben. Aber ich fühlte mich sicher. Ich bin im Leben nicht auf die Idee gekommen, ernst zu machen. Bis da echte Gefühle waren. Überwältigende Gefühle. Und mit dieser Erfahrung denke ich, würde ich es heute nicht so weit kommen lassen. Nicht flirten. Ich weiß ja jetzt, was daraus werden kann. Und wie weh das am Ende tut.