Liebe mellowdrop, ich hab mich gar nicht angegriffen gefühlt, ehrlich.
Zu deiner Frage- seit in meinem Alltag keine alte Zecke mehr herumkriecht, realisiere ich oft erst jetzt, was das für Schäden angerichtet hat.
Und zwar in Bereichen, wo man es nicht vermuten würde, die mir aber fast lebenswichtig sind. Wenn man zB immer abwechselnd für seine Arbeit und auch Kreativität idealisiert und heruntergemacht wird, verliert man bisschen das Gefühl für den eigenen Selbstwert.
Ist das jetzt Wahnsinn und Klasse, was ich so schreibe, zeichne und modelliere- oder Durchschnitt und bisschen bemüht? Oder einfach gut- oder was?!? Soll
ichs bleiben lassen, bin ich faul, bin ich ungeschickt, bin ich ein Snob und arrogant wenn ich Andere kritisiere?
Ich hab mich entschieden, stundenweise zu unterrichten und ansonsten festangestellt in einem Kunsthandwerksbetrieb zu arbeiten- beste Entscheidung ever für den Moment. .
Ich hab den ganzen Tag Werkzeug in den lehmigen Pfoten, klasse und unkomplizierte Kollegen- und abends schaue ich in meine Regale und weiß ob ich gut war oder nicht. Easy. Entspannend. Befriedigend.
DAS heilt gerade mehr als irgendwas sonst nach dem Stress der letzten Jahre, so wenig es mit meinem Beziehungsleben zu tun haben mag.
Meine Farben, Pinsel und der Ton waren immer meine Zuflucht und mein Ausgleich, meine Quelle der Stärke. Indem ich mir das wieder zurückhole, werde ich auch gelassener und stärker.
Vielleicht liege ich meilenweit daneben- aber ich hab mir beim Durchlesen der posts oft gedacht, wieviel Macht eine ungesunde Beziehung über ein Leben haben kann. Man verliert mehr und mehr das Gefühl für sich, die eigenen Resourcen und Stärken. Und man beginnt um etwas und jemanden zu kreisen und gerät bei jeder Verletzung und Zurückweisung mehr ins Trudeln.
Und dann zu sagen- halt! Der gehört nicht in mein Leben, das will ich nicht- das verlangt einem ganz schön Stärke ab.
Ich freu mich für dich, dass du die Kraft gefunden hast, dich mehr auf dich zu konzentrieren- und wenns nur Listen sind, die du schreibst.
