So paradox das klingt, so wahr ist es....
"Denn wer seine Feinde liebt
findet Frieden.
Rache hat noch nie ein Unrecht gut gemacht. Und Hass heilt keine Wunden, er betäubt allenfalls kurzfristig den Schmerz. Wer seine Ressentiments pflegt und seine Feinde bekämpft, läuft große Gefahr, dass er dabei ausbrennt, dass ihn seine Wut und Verbitterung innerlich auffressen und sich beides am Ende sogar gegen jene Menschen richtet, die er eigentlich liebt. Vergebung dagegen beendet die Wutspirale, schließt die Vergangenheit ab und lässt einen wieder inneren Frieden finden."
Als früheres "HB-Männchen" ging ich früher durch die Decke, wenn mir Menschen "quer" kamen.
Ich war und bin nicht nachtragend, habe aber ein gutes Gedächtnis. Und diese Menschen hatte
ich auf meiner "Liste". Was hat das gebracht - NIX.
Mein Fokus lag immer nur bei DEN Menschen, sobald sie in mein Umfeld kamen - beruflich, privat, ehrenamtlich. Was war das Ergebnis - kein gutes. Das summierte sich. Wie kam ich darauf, dass das NIX brachte?
Bei einem Vortrag - gut 800 Menschen waren anwesend - rastete ein Zuhörer aus, schrie den Referenten an, er sei ein Scharlatan, ver@rsche mit seiner Masche alle Menschen, wütete rum, attackierte andere Zuhörer, verließ dann wutschnaubend den Saal. Der Referent entschuldigte
sich für den Fauxpas des Zuhörers und meinte anschließend: "Gegen DEN Mann Wut zu haben,
Hass zu haben, mich verärgert zu fühlen, bringt MIR gar nichts. DER Mann hat den Saal verlassen. DEN Mann sehe ich nie wieder - weil der meine Vorträge niemals mehr besuchen wird! Das war
jetzt ein kurzer Ruhestörer, ein "Aufreger" durch sein lautes Gebrüll...mehr nicht!"
Mit den Menschen in meinem Umfeld, die auf meiner "Liste" standen, bin ich anschließend ähnlich verfahren. Den Leuten vergeben und auch MIR vergeben, weil ich immer wieder "zurück geschossen" hatte. Manchen Leute habe ich es direkt sagen können, ihnen vergeben zu haben, bei denen es nicht direkt ging - von mir aus nicht - habe ich das auf Basis einer Visualisierung gemacht.
Das Geflecht aus Verärgerung, Wut, Enttäuschungen, Verletzungen löste sich mit der Zeit - nahezu von selbst.
Auf "meine" Affäre bezogen - die verh. Frau hatte die Affäre beendet - war ich zunächst auch verärgert, wütend, enttäuscht, verletzt. Was blieb? Die gesamte Affäre aufzuarbeiten, der Frau zu vergeben, um später loslassen zu können. JEDEN Stein umzudrehen, ohne Rücksicht zu nehmen - warum Rücksicht nehmen...auf wen, auf was? - zeigte dann auf, wie hart es ist, wirklich JEDEN
Stein umzudrehen. Das war höchst unangenehm, obwohl ich mich dadurch selbst viel besser kennengelernt habe.
Auf Grund einer heftigen Erkrankung war zuvor schon kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Im Umgang mit mir selbst, war das etwas total anderes....vom Prinzip her. Und doch zeigten sich Parallelen - um wen ging es jeweils.... nur um mich! Ja...das klingt jetzt arrogant. Aber nichts Anderes ist es, sich nach einem AUS um sich selbst kümmern zu MÜSSEN - das ist wiederum
nicht arrogant, sondern dient dem Selbstschutz, hilft die Selbstwertschätzung wieder zu aktivieren, baut die Selbstachtung wieder auf, lässt wieder Selbstvertrauen entstehen, lässt AUCH wieder Urvertrauen neu entstehen.
"An sich arbeiten", vergeben (sich und dem Gegenüber), um loslassen zu können!