Zitat:Denn die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Diese Liebe ist frei und schön und trägt keine Fäulnis der Bitterkeit bei sich.
Genau. Und zwar so lange, bis sich der geliebte Ehemann als mieser Betrüger entpuppt. Oder die geliebte Ehefrau als geldgierige, gefühlskalte Ausnutzerin.
So frei und schön ist die "Liebe"

- solange sie hält eben. Manchmal nur ein paar Monate, manchmal einige Jahre, und manchmal stellt man am Ende fest, dass man jahrelang einer Illusion von Liebe aufgesessen ist, die der vermeintlich liebende Partner gar nicht erfüllen konnte oder wollte. Demzufolge ergibt eine Affäre sogar Sinn, weil sie die eigenen Sinne schärft für die Liebe des anderen. Die meisten Frauen, die sich auf eine Affäre eingelassen haben und darin unglücklich wurden waren Frauen, die gerade eine lange Beziehung hinter sich hatten. Meistens war das Ende verbunden mit bösen Enttäuschungen, Betrug oder ähnlichem.
Daran sieht man doch schon, wo das Problem ist - man war ja schon an eine unzulängliche Liebe gewöhnt. Und die stand zwar im Licht, womöglich mit Ehering und Altersvorsorge und allem, und trotzdem ist man anschließend so bedürftig nach Liebe, dass einem die Aufmerksamkeit, Bestätigung und Zuneigung eines Affärenmannes völlig genügt und man das als große Liebe empfindet. Nur wer so bedürftig ist, fällt auf das anfängliche Gewese einer Affäre rein.
Meine Therapeutin sagte letztes Jahr zu mir: die Menschen mit dem geringsten Selbstwert, die zu mir kommen sind die, die seit Jahren in einer unglücklichen Beziehung stecken oder sich gerade daraus gelöst haben.
Eine Affäre ist eine
so unzulängliche Beziehung, dass die Entwicklung die gleiche ist, geht nur viel schneller. Wofür eine herkömmliche Beziehung 10+ Jahre braucht, reicht in einer Affäre ein halbes Jahr. Und schon geht es bergab - mit dem Selbstwert. Wenn man nicht rechtzeitig aufhört, bis zum bitteren Aufprall. Dann ist es erst vorbei, wenn der Selbstwert komplett am Boden liegt.