Zitat von Binaneu:
Ohne die falschen Worte, wären wir doch nicht so lange in der Konstellation geblieben.
Tatsächlich kommt es dadurch ja zu emotionaler Abhängigkeit, dem Teufelskreis, ich will den Schmerz hier , aber auch dort nicht ertragen.
Die Kraft sich zu lösen, wird immer mehr geschwächt.
Ich kriege nicht in Worte gefasst, was ich ausdrücken möchte.
Ich versteh Dich ja, Bina. Aber dennoch sehe ich es anders als Du: dass Du Deine vorherige Beziehung beendet hast, solltest Du für Dich auf der Haben-Seite verbuchen. Also was auch immer nun aus Euch geworden ist / noch wird - das hat er für Dich "getan" ... Du hast es geschafft, Dich aus einer für Dich doch sowieso nicht mehr guten Beziehung zu lösen.
Klar siehst Du das jetzt für Dich noch als "Soll" - weil Du nun gerade eben ganz ohne Beziehung dastehst. Aber das ist für mich (!) sowieso die einzig richtige Lösung aus einer Beziehung heraus - erstmal alleine sein, sich neu finden, sich neu orientieren, und dann, wenn man so weit ist, eine neue Beziehung. Warmwechsel kann nicht gesund sein, dabei bleibe ich, es ist für mich ganz einfach eine Charakterschwäche und es deutet ja darauf hin, dass man ein Beziehungsproblem hat. Denn ohne dieses bräuchte man den Warmwechsel nicht, man würde einfach selber springen. Verstehst Du?
Du hast aber doch jetzt die Chance, aus dieser Schwäche eine Stärke zu machen und eine andere, eine stärkere Bina zu werden. Ohne Beziehungsabhängigkeit, ohne emotionale Abhängigkeit. Das dauert natürlich, das braucht Geduld, und es tut Dir sicherlich noch ganz oft sehr sehr weh. Aber es ist auch eine unglaubliche Chance für Dich, daran zu wachsen. Und wenn Du dann erstarkt und erblüht bist, ist der Weg frei für etwas neues, offenes, ehrliches.
Ich fürchte, dass Dein AM genauso beziehungsabhängig ist wie Du und das ist die fatale Mischung bei Euch. Die Tatsache, dass er sich sogar scheiden lässt und dann doch den Absprung nicht schafft (ich glaube, das ist fast einmalig in allen Affärengeschichten

) spricht ja da Bände. Er kann nicht alleine sein, Du aber auch nicht. Was aus ihm wird, kannst Du jetzt nicht mehr beeinflussen, aber was aus DIR wird sehr wohl. Und aus Dir KANN jetzt eine starke, unabhängige, freie Frau werden. Die sich dann künftig auch nie wieder in Beziehungen abhängig machen, unterdrücken lassen, ausbeuten lassen wird.
Ich glaube, viele Frauen neigen dazu, ihren Beziehungen einen viel zu großen Raum im Leben zu geben. Das unterscheidet viele Frauen von vielen Männern, für die Beziehung nur ein nettes "Nebenbei" ist, aber nicht der Lebensinhalt, um den alles kreist. Gleichzeitig belastet viele Männer eine Frau, deren Gedanken permanent um den Mann und die Beziehung zu kreisen scheinen. Denn jedes "Beziehungsgespräch" bedeutet für Männer erstmal eins - Stress. Und für Frauen bedeutet so eine Fixierung auf die Beziehung auch eins - emotionale Abhängigkeit. Beziehung läuft gut - Frau glücklich. Beziehung lässt zu wünschen übrig - Frau unglücklich. Stress. Nicht gut.
Aus der Abhängigkeit kommt man nur raus, wenn man der Beziehung weniger Raum gibt als bisher. Wenn man den Fokus auf den Rest des Lebens richtet und nicht mehr auf den Partner und die Beziehung. Statt also morgens ewig am Handy zu sitzen und zu schauen, ob er online ist

hättest Du lieber etwas für Dich getan. Dir einen schönen Chai-Tee gekocht *gg*... lange geduscht, mit Massa.handschuh und Bodylotion und so weiter. Verstehst Du?
Du sagst, Du hast
für ihn so viel aufgegeben. Das ist aber auch genau falsch. Man gibt nicht für einen anderen Menschen Dinge auf, die einem wichtig sind. Das macht man höchstens für sich selbst oder eben gar nicht. Du willst es so sehen, dass Du Dich für ihn getrennt und Deine Familie aufgelöst hast. Jetzt willst Du dafür die "Quittung", den Ausgleich. Das ist Berechnung, keine Liebe. Wenn er jetzt zu Dir kommt, hast Du Deine Familie ja trotzdem nicht wieder. Irgendwie erwartest Du da von ihm etwas, das er Dir doch gar nicht geben
kann? Und das scheint er zu spüren und genau davor instinktiv zu flüchten ...
Für mich bedeutet Liebe immer, dass ich bei Gedanken an den anderen ein warmes, angenehmes Gefühl verspüre. Sobald das nicht mehr der Fall ist und ich beim Gedanken an den anderen womöglich etwas unangenehmes, beißendes verspüre, gar Schmerz oder Wut oder Trauer oder so was, dann ist das für mich auch keine Liebe (mehr). Oft Gewohnheit, noch viel öfter sogar Abhängigkeit. Und das ist schlicht und ergreifend Gift für die Seele!