Zitat von hanna111:
Ja. Goldrichtig. Dennoch kann ich Binas Denke nachvollziehen, da es bei mir 100% genau so ablief.
Ich habe Ozeane für ihn überquert und er ist nicht mal über ne Pfütze gesprungen.
Klar, meine Ehe hat NULL mit ihm zu tun. Die lag vorher schon im Argen. Er war mein Sprungbrett.
Klar, ich hatte mich "gefühlt auch WEGEN ihm getrennt". Ich wollte klare Verhältnisse. Er ja auch! Ich habe ihn nicht bedrängt. Er sagte zuerst: Ich will Ein Leben mit Dir. Keine Affäre.
Meine Psycho sagte damals auch, dass der Großteil aller Beziehungen auf ein Deal/ Geschäft basieren. Ich gebe Dir--Du gibst mir....Ich habe getan, also tust Du auch. Ich liebe Dich weil.....und wenn Du mich liebst dann.......
Letzteres gebe ich zu, hab ich ständig gedacht. WENN Du mich angeblich sooo liebst---warum sitzt Du dann bei ihr und ich hocke hier alleine.
Und schön formuliert, Katze, wo Wut---Trauer und Schmerz ist.....wie kann da Liebe sein?
Ich bin enttäuscht. Am meisten von mir selbst. Ich hab mich immer für selbstbewusst, geradlinig und tough gehalten....nix war ich. Ein bedürftiges, jammeriges, abhängiges Etwas.
Ich kann es (Euch) auch nachvollziehen. Mir ist es ja (fast) selber so gegangen, obwohl ich das noch nie, niemals in meinem Leben so erlebt habe. Ganz im Gegenteil. Mich hat das aber so furchtbar erschrocken, dass ich sofort, als ich damit anfing, die Notbremse gezogen habe und erstmal aus dem Zug gehüpft bin. Bis ich nach ein paar Wochen "Pause" wieder bei mir war. Dann bin ich noch mal eine Runde mitgefahren, die war dann schon viel "leichter", stressfreier für mich. Und so ging das die ganze Zeit. Aber ich kann verstehen, und das hätte ich vor einem Jahr überhaupt nicht getan, wie man in so was reingerät und wie schnell man in so eine Abhängigkeit gerät, wenn so ein schiefes Machtgefälle in einer "Beziehung" besteht. Und in den meisten Affären ist das nun mal eben so.
Ich hab auch während der Affäre ganz oft gedacht: hallo, was krieg ich hier eigentlich von dem? *gg* Dann hab ich mich gefragt: ja, aber was gebe ich ihm denn? Und da musste ich feststellen - öhm. Nicht wirklich mehr als er mir auch gibt. Im Gegenteil sogar habe ich teilweise sehr viel mehr von ihm bekommen als ich gegeben habe. Dass ich manchmal stundenlang über ihn/uns nachgedacht und gegrübelt habe - war ja mein Problem. Davon hatte und wusste er doch gar nix. Trotzdem fühlte es sich für mich an wie eine "Investition", was totaler Unsinn ist. Es ist eine emotionale Investition, vielleicht. Noch dazu eine völlig Überflüssige. Die ich mir künftig wieder erspare, indem ich einfach immer "bei mir" bleibe, denn da geht die Investition wenigstens nicht ins Nirwana
Ihr habt natürlich gefühlt viel viel mehr "investiert". Ihr habt Eure Beziehungen "für ihn" beendet, und dann habt Ihr eine entsprechende Gegenleistung erwartet. Das finde ich auch total verständlich, aber aus dem Gedanken-Hamsterrad kommt man ja nur raus, wenn man sich davon freimacht und löst. Ihr habt nicht "für ihn" Euer Leben und Eure Beziehung beendet, sondern Ihr habt das für
Euch getan! Und Ihr könnt jetzt die Früchte davon ernten, wenn Ihr wollt, und das tun, was Ihr auch sonst nach einer Trennung tun würdet und müsstet. Euch selbst wiederfinden. Nach dem langen "wir" wieder ein "ich" werden - aus dem dann irgendwann ein neues "wir" werden kann, aber das geht doch erst, wenn man überhaupt erstmal wieder ein "ich" ist. Und das dauert eben seine Zeit.
Und ja, vielleicht sogar ein "wir" mit ihm, wer weiß es? Vielleicht begegnet Ihr Euch in 2-3 Jahren wieder, seid dann beide getrennt, jeder auf seine Art, in seinem Tempo, ganz ruhig und ganz für sich. Wenn es wirklich Liebe ist, dann vergeht die ja nicht. Dann ist die auch in Jahren noch da. Vielleicht begegnet Euch unterwegs auch ein ganz anderer zum lieben und geliebt werden. Alles ist möglich. Nur das, was Ihr so akut und so dringend wolltet, weil Eure Bedürftigkeit aktuell so groß war/ist - das ist nicht möglich.