Zitat von Binaneu:Ich bin gerade so unendlich traurig.
Die Beziehung zu meinem Am war für mich mal was ganz Großes, ganz große Liebe, sehr tiefe, ehrliche Gefühle...
Im Moment bin ich nur so unsagbar enttäuscht und auch immer wieder verletzt.
Ich habe ja schon öfter beendet , mir war immer total wichtig, dass nicht alles ( ich spürte das) kaputt geht, dass etwas Gutes , Schönes in mir bleiben kann.
Es gab ja schließlich auch wunderschöne Zeiten zusammen.
Ich wollte das in mir bewahren.
Und jetzt bin ich total traurig, dass es " weg" ist, ich kann überhaupt gar nichts Schönes mehr sehen oder gar spüren.
Lange, lange Zeit habe ich mich sehr geliebt gefühlt, das war ein wertvolles Gefühl.
Die letzten Wochen haben soso viel kaputt gemacht, ich denke, das kann man nie mehr wieder holen.
Ich trauere sehr darum.
Ich kann Dich gut verstehen. Und ich fürchte langsam, dass es auf die eine oder andere Art manchmal "nötig" ist, dass es genau so endet - ohne zu viele Erinnerungen an etwas "Schönes". Denn solange man nur die Erinnerung an eine "schöne Zeit" hat, schließt man doch nicht damit ab ...? Dann trauert man ja immer noch der schönen Zeit nach und wünscht sich die vielleicht zurück. Wenn ich nach einer Trennung aus einer Beziehung ständig an die schönen Zeiten zurückdenke, werde ich doch damit auch nicht fertig, dann trauere ich ja ewig. Daher ist es meiner Meinung nach ein ganz natürlicher Vorgang, irgendwann besonders die nicht so schönen Dinge und Zeiten hervorzukramen um sich klarzumachen, dass das Ende der Beziehung/Affäre/Geschichte richtig und gut war.
Im Guten auseinandergehen kann man sicherlich nur, wenn einfach auf beiden Seiten zu gleichen Teilen die Gefühle erkaltet sind und beide sich einig sind, dass man nicht mehr länger zusammen sein möchte. Auch solche Trennungen gibt es ja - in Affären, wenn das gegenseitige Interesse halt nachgelassen hat. In Beziehungen, weil beide finden, man habe sich auseinandergelebt. Dann gibt es eine einvernehmliche Trennung und gut ist es.
Schwierig wird es ja immer dann, wenn einer noch Gefühle hat und der andere nicht oder nicht genug. Dann ist das Ende einer Affäre genauso schlimm wie die Trennung nach einer Beziehung. Auch wenn z.B. die Ehefrau von einer Affäre erfährt und sich deshalb trennt, tut sie das doch meistens, weil sie sich eben nicht mehr (genug) geliebt fühlt. Das ist im Prinzip der gleiche Schmerz. Verletzte Gefühle sind eben verletzte Gefühle, und im Falle einer Affäre, wo der Affärenmann aus Berechnung ständig gelogen und falsche Versprechungen gemacht hat, werden ja genauso Gefühle verletzt wie bei der betrogenen Ehefrau, die halt genauso belogen und mit falschen Versprechungen gehalten wurde.
Und ja, da liegt doch der Fehler eher beim Affärenmann als bei der Affärenfrau, wenn eine Affäre mit solchen Lügen einhergeht. Wäre er ehrlich gewesen und hätte von Anfang an klargestellt, dass er seine Frau niemals verlassen wird, wäre es doch meistens gar nicht erst so weit gekommen. Durch sein Rumgeeier, Hinhalten und so weiter hat er es aber doch erst so schlimm gemacht. Welchen Anteil nun die Affärenfrau daran hat, ist sicherlich in jedem Fall anders zu werten. Fakt ist aber für mich, dass ein Mann, der eine Frau so emotional manipuliert - sobald er weiß, dass sie mehr von ihm will und er genauso weiß, dass er das nicht bieten kann und will, sollte er die Affäre ganz einfach beenden, denn nur das wäre "fair" und verantwortungsbewusst - tatsächlich die "Hauptschuld" trägt.
Und die meisten Affären fangen ja so an - keiner hat Ansprüche, beide wollen sich nur eine gute Zeit miteinander machen. Bis es einem von beiden kippt und er plötzlich doch Ansprüche, Erwartungen, Gefühle hat. Sobald diese kommuniziert werden und das Gegenüber erkennt, dass er diese Erwartungen nicht erfüllen kann und will, muss er das deutlich machen und beenden. Nicht nur in Affären, sondern auch in anderen Beziehungen sehe ich das so. Wenn ich mit einem ungebundenen Mann ein lockeres Verhältnis beginne und er mir plötzlich seine Liebe gesteht, dass er gern mehr von mir will, dann beende ich das, wenn ich seine Gefühle nicht erwidern kann. Dann lüge ich aber nicht und halte ihn hin, nur um die Annehmlichkeiten dieser Verbindung weiterhin behalten zu können. Das ist und bleibt ganz einfach Ar..
Es sagt sich so leicht: dann musst Du eben gehen, Du hast Dich ja bewusst auf einen gebundenen Mann eingelassen. Wer jemals in seinem Leben aus Hoffnung an irgendwas festgehalten hat, weiß genau, dass das so einfach eben nicht geht, solange noch Hoffnung da ist. Und genau diese Hoffnung nähren ja manche Affärenmänner, indem sie eben nicht reinen Wein einschenken, sondern aus reinem Egoismus die Hoffnung der Affärenfrau immer weiter schüren und halten. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ... erst wenn die wirklich endgültig erloschen ist, kann man auch loslassen. Vorher geht das ganz einfach in den seltensten Fällen, in der Konstellation einer Affäre noch viel schwerer als sonst.