Vorerst nur kurz.
@Ema
Weil Du geschrieben hast, Du wüßtest nicht so genau, wann die romantische Liebe begonnen hat. Ich habe gerade gestern allen Ernstes darüber gelesen, in einem Buch, das sich konstruktivistisch mit der Liebe beschäftigt.
Das Geburtsjahr der Liebe wird mit 1274 angegeben, es war das Jahr, in dem sich der damals neunjährige Dante Alighieri unsterblich in Beatrice Portinari verliebt hat, die ihn durch Himmel und Hölle geführt hat und die er später in "Das neue Leben" und der "Göttlichen Komödie" verherrlich hat.
Wenn der zu jener Zeit neun Jahre alt war, wundert es mich auch nicht länger, warum es gerade in der Liebe oft dermaßen kindisch zugeht

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Und noch einiges Interessante habe ich erfahren. Z. B.: Der höchste Grad des Liebesgefühls sei nur von Künstlern (etwa seit Petrarca) erfahren und beschrieben worden.
Also offenbar geht es hier immer um Kinder oder Durchgeknallte

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Oder noch eine fundamentale Erkenntis, die letztlich jedes Tindern und Daten von vornherein erspart, zumindest einem Vernunftwesen:
Das Medium Liebe selbst ist kein Gefühl, sondern ein Kommunikationscode, nach dessen Regeln man Gefühle ausdrücken, bilden, simulieren, anderen unterstellen, leugnen und sich mit alldem auf die Konsequenzen einstellen kann, die es hat, wenn entsprechende Kommunikation realisiert wird.
Und weiter: Es gebe keine Äquivalenz von Gefühlen, Affekten, Gedanken und ihrem verbalen Ausdruck, es gebe höchstens den Zufall und das Glück, daß der Ausdruck so klingt wie die Wahrheit. Das sei die Kunst und der unvermeidliche Betrug. Die Sprache stelle Verbindungen her zwischen Körpern, aber niemals zwischen Sachverhalten.
Die Mitteilung "Ich liebe dich" habe nur nur in dem Augenblick Bedeutung, in dem es jemand ausspreche; es beinhaltet keine andere Information als seine unmittelbare Äußerung: keine Reserve, keinen Vorratsspeicher des Sinnes. Dem Gegenüber sei es prinzipiell unmöglich zu entscheiden, ob dem Geäußertem irgend etwas aus dem Phänomenbereich der gelebten und erlebten Liebe entspricht. Daher beginnen Liebe und Betrug genau dort, wo jemand zu einem anderen die Sprache des Verlangens spricht.
Somit bin ich als alter und überholter Poet nun vollkommen neutralisiert und kann mich frohgemut in Sprachpension begeben

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Ja, Ema, es gibt 150 Möglichkeiten der Zurückweisung auf dem längeren oder kürzeren Weg zwischen diesem und jenem Augenblick des Erschauerns (solltest Du Zweifel haben, kann ich Dir eine Fotokopie schicken

). Das geht auf den Männerrechtler Warren Farell zurück, der das nicht einfach geglaubt hat, wie man glauben könnte, sondern festgestellt

Also bevor ich mich durch die Hilfe eines Psychologen entkoppeln lasse von Schwarzwald und Trauma oder beides voneinander, bleibe ich lieber gleich in meinem eigenen Schwarzwald hocken und züchte das Trauma hoch bis zur verbalen Kirschtorte

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Was müßte denn das für ein Leben sein, so ganz ohne Traumen und Träumen, die aus dem Liebesleid geboren sind? Das würde mich erst irre machen!
Danke für Deinen Tipp, ich solle mein Glück nur noch im Schwarzwald versuchen! Noch gefälliger erscheint mir aber, dieses schwarzwäldige Glück erst gar nicht zu versuchen, dann klopft es einem auch nicht auf die Finger

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Also ich glaube, eine Beziehung (in diesem Sinne) tritt dann ein, wenn man EINEN Versuch gewagt hat und hinterher nicht gleich wieder austritt. Also es zumindest einen Zweitversuch gibt (sofern es sich dabei nicht um einen DNS handelt, das zählt vermutlich nicht, eine doppelte Hingabe an das Furchtbare kann ja auch einen flüchtigen Ausnahmezustand zum Grund haben).
@all
Ihr treibt es alle in Betten (bzw. auf Tatamis)?
Vielleicht sollte ich das auch einmal versuchen! Auch wenn sich das doch fast gar zu bequem und unabenteuerlich anhört. Schläft man da nicht mittendrin ein?
