Was für eine angenehme Diskussionskultur hier gerade herrscht, und das Thema.. ein interessanter Dauerbrenner

da kriegt man Lust sich den einen oder anderen Aspekt nochmal näher anzuschauen
Zitat von NurBen:Allein solch ein Verhalten lässt sie schon interessanter wirken, weil es eben mal "was Anderes" ist.
Kurioserweise höre ich fast immer von meinen Dates, dass ich ja so anders sei als andere, da man sich bei mir ja richtig bemühen müsse um überhaupt ein Treffen zu bekommen usw.; dies immer in sehr anerkennendem Tonfall und mit ein bisschen männlichem Stolz auf sich selbst, sich dies "erarbeitet" zu haben. Natürlich ist sowas eine Typfrage und auch eine Frage der jeweiligen Zielgruppe (Segment wurde das von Plentysweat genannt, ein trefflicher Begriff!)
Zitat von -Locke-:finden es auch deutlich schöner, wenn das Umwerben auf Gegenseitigkeit basiert.
Ich "umwerbe" ja auch, indem ich sein Werben wertschätzend und freudestrahlend annehme und IHM ein gutes Gefühl vermittle, er kann sich bei mir als toller Mann präsentieren. Von mir gibt es Flirt, Aufmerksamkeit (auch kleinere materielle, wenn er dahingehend vorlegt), Komplimente wenn mir sein Handeln oder etwas was ihn ausmacht besonders gefällt usw... nur überlasse ich persönlich dabei stets dem Mann, die treibende Kraft zu sein.
Zitat von NurBen:Viele Frauen verstecken sich hinter dem "Der Mann muss den ersten Schritt machen", weil sie im Grunde selbst Angst vor einen Korb haben. Wer möchte auch gerne abgewiesen werden.
Könnte man meinen, ist aber mMn etwas zu kurzfristig betrachtet. Meine anfängliche Passivität beim Kennenlernen errettet mich nämlich keineswegs vor meiner Angst, abgewiesen zu werden. Glaube mir, es ist VIEL schmerzhafter, wenn ein Mann sein anfängliches Interesse nach einiger Zeit und aufblühenden Gefühlen dann doch wieder verliert, als wenn man beim ersten Ansprechen einen Korb bekommt, der in dem Moment vielleicht ein bisschen am Ego kratzt.
Zitat von -Locke-:zb der Mann soll die schweren Sachen tragen, der Mann muss beim Dating den 1. Schritt machen, der Mann muss beim 1. Date bezahlen, der Mann ist für Auto und Reparaturen zuständig etc.
Die Männer, die ich so kenne, finden das mindestens inkonsequent (wenn nicht gar verlogen) und nehmen es so wahr, dass Frau sich ganz gerne die Rosinen rauspickt. Da wo es Frau in den Kram passt, besteht sie auf Emanzipation, da wo es eher nachteilig ist, soll Mann aber gefälligst sein altes Rollenbild erfüllen.
Das finde ich eine sehr interessante Fragestellung!
Gleichberechtigung bedeutet ja nicht, in jeder Hinsicht und ständig gleich zu
sein. Sondern die gleichen Rechte zu besitzen.
Die Emanzipation ermöglicht uns auf wunderbare Weise, über die Rollenverteilung zu
verhandeln! Es bedeutet nicht weniger, aber auch nicht mehr als dass wir nicht mehr zwingend ans klassische Rollenbild gebunden sind. Emanzipation bedeutet Wahlfreiheit über unterschiedliche Lebensmodelle, eine in meinen Augen fantastische Errungenschaft der vorherigen Generationen.
Ist es dann wirklich Rosinenpicken, wenn ich den körperlich stärkeren Mann die schweren Taschen tragen lasse, während ich anschließend die Einkäufe sortiere und einräume, ist es Rosinenpicken, wenn ich ihm die Pflege der Autos überlasse und dafür die Verantwortung für die Pflege der Wäsche übernehme usw.? Ist es Rosinenpicken, wenn ich ihm die Anbahnung der Beziehung überlasse und er dabei als ganzer Kerl aufblüht, während mir klar ist, dass in den folgenden Jahren ich diejenige bin, die den größeren Teil der Beziehungspflege aufbringen wird..?
Den Männern, die du kennst und die sich übers Rosinenpicken beschweren, würde ich ans Herz legen Verhandlungen mit ihren jeweiligen Damen zu starten, oder sich zu fragen, ob sie sich nicht vielleicht besonders egoistische Exemplare ausgesucht haben, anstatt ihre Probleme auf die Emanzipation oder auf Frauen generell zu schieben
