Liebe Miss Thoughty,
warum setzt du dich eigentlich selbst so unter Druck?
Du vergeudest doch keine Zeit, wenn du dich um deinen Seelenschmerz kümmerst und sei es "nur" durch Musik hören, lesen, TV gucken. Das ist zur jetzigen Zeit, in dieser Lebensphase doch nicht vergeudet. Es dient dazu, dass es dir besser gehen soll. Ich rede nicht davon, 7 Tage die Woche in diesem auch manchmal recht lethargischen Zustand zu verharren. Wobei ich das die ersten Wochen nach der Trennung immer gemacht habe, sobald ich mich mal um nichts wie Umzug, neue Wohnung etc. kümmern musste. Ich habe so irgendwie Kraft getankt. Und darum geht es ja. Seine Wunden pflegen, Kraft tanken, inne halten, weiter machen. Und das wohl immer im Wechsel. Für keine Ahnung wie lange. Bei mir schon ein halbes Jahr.
Du hast irgendwann mal geschrieben du zwingst dich 4 Dates /Termine mit Freunden und Familie in der Woche wahr zunehmen. Wahrscheinlich um dich abzulenken. Aber müssen es immer 4 sein? Wenn dir doch mal nicht danach ist, dann lass es doch bleiben. Sicher, hin und wieder zwinge ich mich auch dazu zum Sport zu gehen oder doch die Freundin zu besuchen, kurz zu meinen Eltern zu fahren...um wenigstens mal unter Leute zu kommen und weil ich weiß, dass es mir danach zumindest nicht schlechter geht. Aber immer zu etwas zwingen, was so gegen dein innerstes Gefühl ist scheint mir nicht zielführend.
Meine liebste Freundin sagte mir nach der Trennung und danach immer wieder folgendes: "es geht jetzt nur um dich. Mach was für dich richtig ist. Fühlt es sich falsch an, mach es nicht. Pick dir die Rosinen aus. Sei egoistisch bei den Menschen, die es verstehen und ertragen können." Und genau das mache ich noch immer. Ich handele irgendwie instinktiv so wie es gut für mich ist. Brauch ich Gesellschaft, suche ich Freunde/Familie, die Zeit für mich haben. Will ich alleine sein, sag ich auch mal kurzfristig eine Verabredung ab. Meine engsten Freunde und Familie kann das ab. Es wäre eine zusätzliche Belastung, wenn ich jetzt nicht einfach ICH mit all meinen Gefühlen sein könnte. Klar, auf der Arbeit reist man sich zusammen. Da wird nicht einfach so mal krank gemacht oder weiß der Geier. Aber im Privatleben mache ich gerade einfach nur das, was für mich gut ist.
Probier das mal aus! Das ist nicht vergeudet. Das ist Selbstfürsorge, vielleicht sogar Selbstliebe. Zumindest in Ansätzen
