justawoman
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Zitat von LebedeinLeben:@justawoman ich finde es sehr interessant was du beschreibst, insbesondere dein Bemühen mit ihnen auf Augenhöhe sein zu wollen. Das macht für mich ...
Naja. Es ist mehr oder weniger eine Lebensaufgabe für mich, damit fertig zu werden. Mein Vater ist jetzt schon lange tot und dadurch bin ich nicht mehr so oft mit dem Thema konfrontiert, das macht es leichter. Seine Memoiren habe ich bis heute nicht komplett gelesen (ich habe ihn als Jugendliche darum gebeten, seine Geschichte aufzuschreiben, in dem naiven Glauben, das würde ihm helfen).
Es war und ist immer noch schwierig für mich, einen gesunden Umgang mit meinen eigenen Emotionen zu finden. Ich habe mich als Jugendliche nicht getraut, meinen Eltern von meinen Panikattacken zu erzählen, wie hätten sie das verstehen sollen? Und sie haben auch nicht bemerkt, wie schlecht es mir ging, sie waren schlichtweg mit sich selbst beschäftigt. Ich messe mein eigenes Leid immer am maximalen Leid meines Vaters und lasse nicht gelten, dass ich es auch schwer hatte. Als ich das erste Mal in einer Klinik war, kam bald der Running Gag auf "Frau X bekommt 10 DM aus der Kaffeekasse, wenn sie sagt, wie es ihr geht".
Ich mache jetzt, mit fast 50, zum ersten Mal in meinem Leben eine Traumatherapie und auch das hat sich eher so ergeben, weil die Therapeutin zufällig auf Traumata spezialisiert ist. Ich habe mich erst ziemlich dagegen gewehrt, muss jetzt aber doch anerkennen, dass es mir hilft. Meine ständige Unruhe und dieses Gefühl des Getriebenseins sind viel besser geworden.