FrauDrachin
Mentorin
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Hier von mir eine Zusammenfassung so wie ich das Thema verstanden habe, bitte gerne um Ergänzungen.
Traumatisierungen machen etwas mit Menschen.
Die Erfahrung war so schmerzhaft, dass z.B. die Gefühle dazu, und damit das Fühlen allgemein abgeschaltet werden.
Die Menschen haben Flashbacks, können Situationen nicht mehr gut einordnen. Werden übervorsichtig und misstrauisch. Werden depressiv. Können nicht mehr gut auf Gefühle anderer eingehen. Somatische Beschwerden können dazu kommen. Das sind nur einige wenige mögliche Auswirkungen.
Wenn eine einzelne traumatisierte Person Eltern wird, wird die Chance groß sein, dass im Umfeld Personen sind, die die Folgen für das Kind zumindest teilweise auffangen können.
Nach dem zweiten Weltkrieg war eine ganze Generation traumatisiert. Soldaten, Zivilbevölkerung in Lufschutzbunkern, jeder verlor nahe Angehörige, Flucht, Vertreibung, Schuld und Scham, zum "Tätervolk" zu gehören.
Und eine Aufarbeitung fand so gut wie gar nicht statt. Das tägliche Überleben musste gesichert werden, Menschen mussten einfach funktionieren.
Dazu kamen sehr unmenschliche und der menschlichen Seele feindliche Erziehungsmethoden dazu, die schon seit mehreren Generationen üblich waren.
Was also passiert, wenn diese Generation Eltern wird?
Sie sind nicht in der Lage emotional für ihre Kinder da zu sein.
Vielleicht übernehmen die Kinder sogar unbewusst die Aufgabe, ihre z.B. seelischen Elternteile zu schützen und zu trösten.
Menschen, die mit Gewalt erzogen wurden, und für die Gewalt natürlich war, trugen diese Gewalt gegen ihre Kinder weiter.
Größere Familienverbände waren oft zersplittert, die Kleinfamilie war noch etwas isolierter.
Das "Wissen", dass nur Leistung und Stärke das überleben sichern, und Gefühlsdusseleien das Überleben gefährden, wurden weitergegeben.