mauspapa
Gast
den Mietvertrag habe ich meiner Ex-Partnerin gegeben kurz nachdem wir uns kennenlernten. Er ist beinahe neun Jahre alt. Unser Kind war ein Wunschkind. Es wurde drei Jahre nach dem Beginn des Mietverhältnisses geboren. Dass alles nun so gekommen ist, war natürlich nicht absehbar. Wie etwas kommt, weiss man vorher nie.
Auch die Anschuldigungen und Zuweisungen von Ex-Partnerin kamen erst in dieser Deutlichkeit vor vier Monaten. einerseits um sich abzugrenzen, zum anderen um das eigene Gewissen ruhig zu stellen.
Denn die Art, wie es vonstatten gegangen ist, war aus meiner Sicht hinterhältig und äußerst unfair. Sicher, das ändert nichts. Dann aber sich durch Drohgebärden und Schuldzuweisungen dahingehend absichern wollen, dass alles wie gewohnt weiterläuft, ist durchsetzt von ungeheurer Perfidie.
Die Ex-Partnerin weiss, dass ich sehr verletzt bin. Und auch woher dies rührt. Sie hat nie darüber geredet mit mir. Aber sie weiss es von ihrem Ex-Mann. Ich brauchte zwar einige Zeit, um darauf zu kommen, was dieses Ende bei mir auslöst, sie aber hat es vorausgesehen.
Nun ist mir auch klar, warum ihr Ex-Mann sich so benommen hat, wie er es tat. Er war ebenso verletzt wie ich. Nun geht jeder anders damit um. Ich werde sicher nicht um mich schlagen, aber ich werde keine Rücksicht auf sie nehmen, wenn ich weiss, wie es mir besser gehen kann.
Ich habe in der Vergangenheit oft mit meinem Vater Frieden machen wollen. Das habe ich immer wieder betont. Und ich weiss auch, dass das der bessere Weg ist. Aber immer wieder dringen diese alten Verhaltensmuster bei ihm durch.
Alles diente stets zum Erhalt der Fassade, besonders vor seinen Eltern. Alles nur Theater gewesen, damit er in gutem Licht dasteht. Ich war Weihnachten bei ihm, bin aber nach kurzer Zeit aufgestanden und gegangen. Er ist einfach geistig stehengeblieben. Für mein Problem hat er kaum echtes Verständnis zeigen können. Ich weiss, ich bin nicht wie er.
Als Jugendlicher und gerade als Kind konnte ich mich gegen einen Erwachsenen nicht durchsetzen. Allein wegen fehlender Erfahrung. Es hat sich nichts getan in seinem Kopf. Obwohl er nun auch von anderer Seite seine Defekte zu spüren bekommt. Ich bestimme über mein Leben. Und ich möchte ihn da einfach so wenig wie möglich haben.
Eine Liebe zu meinem Vater habe ich nicht gekannt. Insofern wusste ich nicht, was mir fehlt. Meine Tochter aber braucht mich, das merke ich deutlich.
Dass das von meinem Vater erlernte Verhalten mir auch in dieser Beziehung zum Verhängnis wurde, mag sein. Aber nun muss ich Schadensbegrenzung betreiben. Ich will dieses Haus, das ich so gut kenne, und in dem ich so betrogen und verletzt wurde, nicht mehr betreten. Ich nehme meiner Tochter nicht ihr Zuhause. Das sehe ich inzwischen nicht mehr so. Als Eltern tragen beide Teile Verantwortung. Meine Exe hat hausbezügliche Gedanken von mir als "geistigen Sondermüll" betitelt. Eine Formulierung, die ihr vermutlich ihr Neuer eingeflüstert hat.
In dem Haus hat es vor über fünfzig Jahren einen Kindstod (zwei Monate) gegeben, unzählige Streitereien zwischen Ehepartnern, ewig anhaltende Geschwisterzwiste. Baufällig ist es darüber hinaus. Es könnte nicht mal neu vermietet werden. Es wird nur noch Ärger machen und Geld verschlucken.