mauspapa
Gast
eine Therapie ist in Vorbereitung, dauert aber noch Monate. Ich habe diesen Menschen bereits kennengelernt und habe Zweifel daran, ob er mir helfen kann. Aber das wird sich ja dann zeigen. Kurzfristig war nichts anderes möglich.
Der Ursprung meiner Schuldgefühle liegt zum Teil in meiner Kindheit, zu einem anderen Teil in meiner (Spät-)Jugend. Teils im jüngeren Erwachsenenalter. Damit eng verbunden ist mein Vater, da ich durch seine diversen Missachtungen oft vor Ohnmachtssituationen stand. Er hat Bedürfnisse von mir und meiner Mutter einfach nicht erkannt. Also musste ich als junger Mensch damit leben, ohne zu wissen, ob das, was er machte gut war oder nicht. Schei..., es ist eben so, dachte ich oft. Jedes mal stand dann wohl eine Mauer mehr.
Als ich die Mutter nun gestern fragte, was sie während unserer Beziehung dachte, als ich sie nicht beachtete, antwortete sie ähnlich "Tja, Schei..., hat wieder nicht geklappt...", womit sie den Mann, mich, meinte, den sie sich gewünscht hätte. ("Hab gern hier gelebt und den Garten geliebt, nun ist es eben vorbei")
Sehr lange hat sie mich bekniet und gehofft. Irgendwann ist natürlich Feierabend. Hab ich nicht mal gemerkt, wann das war. Bis mein Filmriss kam, als ich wusste, jemand anders ist für sie da.
Jetzt ist alles Realität. Und ich muss loslassen. Das geht aber erst, wenn ich akzeptiere. Ich habe es mit verursacht. Ich habe sie Jahre lang oft enttäuscht. Sie hat mir ein Kind geboren, weil sie mich liebte und an uns glaubte. Sie hat mich in dieser Zeit immer und in allem unterstützt.
Bis vor drei Tagen standen wir uns mit aufgepflanzten Bajonetten gegenüber, weil ich meinen Schmerz auf sie projiziert habe, wodurch sie gereizt wurde und sich verteidigen wollte. Dabei ist sie einfach nur weit weg von mir. Ganz entspannt und ungefährlich. Um unser Kind besorgt. Mit neuem Freund. Bald aus dem Haus, in dem sie, wie sie immer noch sagt, gerne mit mir alt geworden wäre.
Das ist die Realität.
Seit heute Nacht fange ich an das zu sehen. Ich kann mich nicht mehr wehren. Und nun falle ich wohl in diesen tiefen Schmerz, dem ich mich aussetzen muss. Tapse wie ein Zombie achtlos mit der Zig. im Mund durch den Park. Bei der Arbeit zeitweise total abwesend und auch mal gedankenlos. Ohne Gewimmer und Gejaule ist hier eben ein Kornglas Tränen vollgelaufen. Der Schmerz fühlt sich etwas anders an als vorher.
Ein Gespräch mit ihr so wie das gestrige würde mir (noch) nicht guttun. Das hielte mir wieder vor Augen, wie weit sie weg ist. Und doch ist sie entspannt, das Leben annehmend.
Ich bin hier völlig starr und nur in diesem Moment. Ist das der Weg zu akzeptieren?