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Trennung aus dem Affekt?

Femira
Zitat von Odette:
Den Satz habe ich mir direkt rauskopiert, und er hilft bei dem Gefühl der Abwertung, welches ich gegen mich habe.

Meine Therapeutin hat mir damals das Modell hier beigebracht:
https://www.key-stone.de/wp-content/upl...odell-.pdf

Erschrick bitte nicht. Im Fließtext steht was von "schwer persönlichkeitsgestörten Personen" oder so ähnlich. Ursprünglich wurde es für diese Menschen entwickelt, hilft aber auch anderen.
Mit hat es total geholfen, um Altes zurückzulassen und Neues zu etablieren

x 3 #1966


A
Zitat von Odette:
Ich bin noch dabei herauszufinden, wie ich mir verzeihen kann.

Vielleicht ? in dem Du sagst: Ich möchte mir verzeihen. Ich habe so gehandelt, wie ich es konnte. Jetzt weiß ich mehr darüber / dazu. Aber ich bin Frau, ich bin Mensch, ich darf daneben langen oder irren. Das gehst du ihm ja ständig zu.

x 2 #1967


A


Trennung aus dem Affekt?

x 3


Nachtlicht
Zitat von Odette:
Also kann Mann mich Wochen lang auf Abstand halten und versuchen zu erziehen und am Ende ists dennoch ein irgendwie mein Anteil, dass er das dann nicht mehr trägt?


Liebe Odette, dein Anteil ist, dass Mann dich wochenlang auf Abstand halten und zu erziehen versuchen kann, ohne dass das die angemessene und gesunde Konsequenz nach sich zieht, dass du dich dauerhaft von dieser Person abwendest.

Du versuchst zu erzwingen, dass er jemand anderes ist als er ist, dich anders behandelt als er es tut. Deine (unbewusste) Methode, das zu erzwingen, ist Weinen, Angst, gesteigert bis zu Panikattacke weil, irgendwann muss er doch kapieren was er bei dir anrichtet? Tut er aber nicht, stattdessen passiert höchstwahrscheinlich das hier:

Zitat von Femira:
Ich glaube, dass er auf weinen eben mit dem Gefühl von Verachtung reagiert. Das geht vielen so, die lernen mussten, dass sie selbst nicjt weinen dürfen.


Bei dem Satz musste ich erstmal schlucken. Weil ich glaube, dass da leider sehr viel Wahrheit drin steckt.
Das Demonstrieren von Angst und Traurigkeit führt beim Gegenüber nicht zwingend zu warmer Empathie oder gar zum Einlenken. Verachtung ist eine mögliche Wahrnehmung beim Gegenüber. Eine andere wäre, das eskalierende Drama als Manipulation, als emotionale Erpressung zu interpretieren. Dazu passen mMn auch seine Kommentare bezüglich solcher Verhaltensweisen von dir:

Zitat von Odette:
Immer wenn ich aus Angst emotional wurde, und auch irgendwie von Anfang an kamen Sätze wie:
'Wir müssen lernen mit dem Teil von dir umzugehen.'
'Ich wusste ja, dass es hart wird, mit der Sache.'


Er bietet dir keine Sicherheit in der Beziehung, zeigt deutlich seine Überforderung mit deinen emotionalen Bedürfnissen. Du bist wiederum damit überfordert, suchst aber ausgerechnet in ihm die Lösung für euer beider Unreife. Das führt zu wiederkehrendem Drama zwischen euch, welches wiederum deinen Eindruck, das zwischen euch habe Bedeutung und sei wichtig, künstlich verstärkt. Es ist ein typisches Phänomen, dass instabile Beziehungen Drama nutzen, um am Laufen zu bleiben. Er hat sich nun erneut aus dieser Dynamik zurückgezogen (nachdem er am Entstehen der Dynamik ebenfalls erneut gewaltigen Anteil hatte).

Zitat von Odette:
Ich frage mich einfach: Was hätte ich anders machen können?

Naja, ehrlich gesagt ist die Antwort doch sehr einfach, liebe Odette: keine zweite Runde drehen.

Letztendlich läuft alles darauf zurück, dass du auf keinen Fall akzeptieren wolltest, dass dieser Mann kein geeigneter Partner für dich ist.

Alles hier - die Forumstherapie, das intensive Sezieren eurer Beziehungsdynamik und das Rätseln über mögliche Ursachen für deine Muster - ist im Grunde auch nur die Fortsetzung dieses Dramas mit anderen Mitteln. Wenn du aufhören kannst, diese Beziehung und ihr Scheitern mit überzogener Bedeutung zu beladen, kommst du vielleicht zu der einfachen und letztlich relativ gut zu verdauenden Erkenntnis, dass es wenig erfolgversprechend ist, etwas passend machen zu wollen, was von vornherein als nicht passend bekannt ist. Da muss es dann keinen mehr geben, der Schuld auf sich geladen hat.

Der Weg zur Heilung wäre wahrscheinlich wesentlich verkürzt, allerdings wäre der Preis dafür, dass dein Kandidat und das mit ihm verknüpfte innere und äußere Drama in milde Nostalgie bis hin zur Bedeutungslosigkeit versinken dürfen, wahrscheinlich erstmal eine große Leere. Für mich zumindest kling das so furchteinflößend, dass ich wahrscheinlich auch erstmal am Schmerzgeschehen festhalten und es mit Selbstzerfleischung weiter befeuern würde.

x 8 #1968


Odette
Liebes Nachtlicht,

Zitat von Nachtlicht:
Liebe Odette, dein Anteil ist, dass Mann dich wochenlang auf Abstand halten und zu erziehen versuchen kann, ohne dass das die angemessene und gesunde Konsequenz nach sich zieht, dass du dich dauerhaft von dieser Person abwendest.

100 % - das versuche ich mir gerade zu verzeihen. Mittlerweile konnte ich ein wenig einordnen, dass die Scham weniger ihm gilt, sondern eher mir vor mir selbst. Nicht komplett, aber größtenteils. Klingt das logisch?

Zitat von Nachtlicht:
Eine andere wäre, das eskalierende Drama als Manipulation, als emotionale Erpressung zu interpretieren.

Ich kann mir vorstellen, dass es eine Mischung aus beidem ist. Am Ende ist es egal, mir ist klar, dass es einfach nicht passt. Es tut dennoch weh, nach so einer furchtbaren Situation verlassen zu werden. Mit der Begründung durch mein Verhalten fühlt er sich schlecht behandelt. Das nagt an mir.

Zitat von Nachtlicht:
Das führt zu wiederkehrendem Drama zwischen euch, welches wiederum deinen Eindruck, das zwischen euch habe Bedeutung und sei wichtig, künstlich verstärkt

Ich glaube fest, dass unsere Beziehung von Bedeutung war. Betonung auf war. Und ich möchte nicht die Liebe oder aber die Kompatibilität (emotionale Bedürfnisse ausgeschlossen) in Frage stellen. Ich weiß nicht, ob ich dich missverstanden habe, aber ich denke nicht, dass die Beziehung wertvoller ist, als andere, welche ich geführt habe, oder haben werde. Ich lege nicht mehr Gewicht hinein. Hier bin ich gerade recht rational.

Zitat von Nachtlicht:
Er hat sich nun erneut aus dieser Dynamik zurückgezogen (nachdem er am Entstehen der Dynamik ebenfalls erneut gewaltigen Anteil hatte).

Und das ist der Punkt, der die erste Trennung wieder aufreißt. Und der weh tut. Es sind quasi die gleichen Gründe. Wieder habe ich zugelassen, dass mich jemand derart mürbe macht, aus der Mitte holt und meine Psyche so sehr in die Enge treibt, bis ich nicht mehr bei Sinnen bin.

Es nervt, dass er seinen Anteil nie sehen wird, irrelevant, ich weiß.

Zitat von Nachtlicht:
Naja, ehrlich gesagt ist die Antwort doch sehr einfach, liebe Odette: keine zweite Runde drehen.

Er hat so gekämpft, wirkte so reflektiert, wollte alles anders machen.
Aber du hast recht: das ist der springende Punkt.


Zitat von Nachtlicht:
Letztendlich läuft alles darauf zurück, dass du auf keinen Fall akzeptieren wolltest, dass dieser Mann kein geeigneter Partner für dich ist.

Weiß ich nicht, siehe oben. Bei der ersten Trennung, war ich ja komplett dabei alle Schuld auf mich zu nehmen, und konnte damals nicht sehen, dass ich Teil einer schlimmen Dynamik war. Ich dachte, da ich das Problem war, und mich ja 1,5 Jahre gefixt hatte, könne ich es jetzt besser. Gepaart mit seinem auftreten, dachte ich wirklich, wir machen es anders.

Und es tut weh, dass ich nicht sheen konnte, dass wir inkompatibel sind und sein Verhalten oder Umgang mit gewissen Dingen, eine ganz schlimme Seite an mir triggert.

Zitat von Nachtlicht:
Alles hier - die Forumstherapie, das intensive Sezieren eurer Beziehungsdynamik und das Rätseln über mögliche Ursachen für deine Muster - ist im Grunde auch nur die Fortsetzung dieses Dramas mit anderen Mitteln.

Empfinde ich anders. Ich brauche das gerade, um zu verstehen, dass ich eben nicht nur alleine "Schuld" bin. Ich ganz schlimme Situationen teilen kann, Meinungen dazu höre, für mich vernünftig wegsortieren kann. Es hilft mir bei der Verarbeitung, denn ich habe keine Lust, jetzt im Kummer unterzugehen, oder den Mann jemals wieder als Partner zu haben. Auch wenn es weh tut und ich mich hier manchmal emotional und irrational lese und dies künftig werde. Ein bisschen wie mein Tagebuch nur mit Feedback, weil es mir gerade hilft.

Ich gehe an den Erinnerungen und den kreiseln im Kopf sonst kaputt.

Zitat von Nachtlicht:
Der Weg zur Heilung wäre wahrscheinlich wesentlich verkürzt, allerdings wäre der Preis dafür, dass dein Kandidat und das mit ihm verknüpfte innere und äußere Drama in milde Nostalgie bis hin zur Bedeutungslosigkeit versinken dürfen, wahrscheinlich erstmal eine große Leere.

Weiß ich nicht. Also ich weiß, was du meinst. Aber ich bin wirklich irgendwie seltsam ruhig. Komplett anders als bei einer Trennung, von wem auch immer, jemals. Ich mag es gar nicht aussprechen, aber fast schon erleichtert. Eher erschöpft.
Ich habe eher das Gefühl, dass ich verkürze, weil ich jetzt direkt rein gehe.

Ab davon ist es gerade mal Tag 6.

x 1 #1969


S
@Odette
Nach der Trennung begann bei mir ein innerer Prozess, weil ich bereit war, alles zu fühlen, was meine Seele mir zeigen wollte. Mein ExFreund hat tatsächlich alle meine schweren Kindergefühle auslösen können. Danach wollte ich ihn verstehen. Auch das war ein Prozess, so ähnlich wie zu versuchen, im Dunkeln zu sehen. Jetzt bin ich in der Phase, in der ich meine Anteile an der Beziehungsdynamik erkennen möchte. Im nachhinein betrachtet, bin ich immer wieder in meinen Schmerz und dem inneren Chaos abgetaucht und immer wieder mit einem neuen Puzzleteil von meinem ursprünglichen ich wieder aufgetaucht. Auch sein Verhalten und die Beziehung waren wie ein zersplittertes Bild, was ich alleine nicht zusammen setzen konnte, um es mir mit Abstand ansehen zu können. Hier habe ich die letzten Hilfsmittel bekommen, um das tun zu können. Fast alles hat sich in mir beruhigt und ich fange an zu verstehen. Heute habe ich den 2. Tag mit tiefem inneren Frieden mit mir, mit ihm und mit dieser Beziehung. Ich bin im 9. Monat der Trennung. Vielleicht passiert das bei dir schneller als bei mir. Aber nach meinem Gefühl ist dein Weg richtig, nämlich alles zu Ende zu fühlen und alles verstehen zu wollen. Nach meiner Meinung sind für Überreaktionen alte unverarbeitete unbewusste seelische Wunden die Ursachen.

x 2 #1970


Femira
Zitat von Odette:
Es nervt, dass er seinen Anteil nie sehen wird, irrelevant, ich weiß.

Weiß ich nicht, ob der Punkt irrelevant ist. Ich glaube, dass du an dem Punkt an dem du stehst, diese Perspektive von ihm nicht mehr ändern kannst. Wohl aber kannst du daraus lernen und es das nächste Mal anders machen.

Er hat ja AUCH seine Anteile nicht gesehen, weil du deine Grenzen nur genannt hast, sie aber nicht vertreten/geschützt/mit Taten untermauert hast.
Als Beispiel nehme ich das Lügen. Er lügt. Du bist geschockt, dass er ein Lügner ist, sagst wahrscheinlich sowas wie "Ehrlichkeit ist mir wichtig. Wie soll ich dir jetzt wieder vertrauen" usw Er antwortet in etwa " Siehst du wie du ausrastest. Dir kann man ja gar nichts sagen. Was brauchst du, damit du nicjt mehr sauer bist?" Und nun müsste ja eigentlich kommen: mit einem Lügner kann ich nicht zusammen sein. Und gehen. Hätte er dann seine Anteile übernommen?
Keine Ahnung, aber es hätte die Wahrscheinlichkeit erhöht. Weil es klar ist und deutlich.

Was stattdessen passiert ist, ist, dass du keinen S** mit ihm haben konntest, dich schlecht gefühlt hast, ungeliebt usw und dann hat er dich in diesem Chaos sitzen gelassen.

Bitte lies das nicht vorwurfsvoll. Einem sind diese Sachen ja selber nicjt klar und ich kenne eigentlich niemanden, der gesunde Grenzsetzung von seinen Eltern gelernt hat. Diejenigen, die das könne , haben hart in vielen Jahren (deutlich mehr als 2) daran gearbeitet.
Nichtsdestotrotz finde ich,dass das der wichtigste Weg für einen selber ist. Klar mit sich und klar mit anderen. So sehr, wie wir es eben vermögen.


Zitat von Odette:
Ich dachte, da ich das Problem war, und mich ja 1,5 Jahre gefixt hatte, könne ich es jetzt besser. Gepaart mit seinem auftreten, dachte ich wirklich, wir machen es anders.

Hmm...auch damals war im Forum das Wegschieben deiner vermeintlichen Schuld stark Thema. Auch in deinen anderen Threads. Da das eines deiner Lebensthemen zu sein scheint, was kannst du diesmal anders mit dir machen, um das wirklich zu glauben?
Ich sag das nicht, um dich vorzuführen oder so. Ich finde auch nicht, dass du die Frage beantworten musst, aber den Gedankenimpuls möchte ich dir dennoch geben, denn wenn das Außen sagt, du bist nicht schuld, scheint dein Inneres es nicht zu glauben. Findest du ein Weg, mit "Schuld" einen anderen Zugang/Umgangsweise/Haltung zu finden?

x 2 #1971


H
Was ich dir weitergeben möchte: wenn dir jemand sagt, du seist zu* dies, zu* das: ich werde das bedenken, und ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie du mich gern hättest.

x 3 #1972


Odette
@Femira

Meine Antwort wurde leider gelöscht.
Ich antworte noch mal bald in Ruhe.

Nur kurz:
Lügen und 6 - Thematik kamen irgendwie falsch rüber.

Ich weiß auch, dass meine Aufgabe daraus ist, bei den Grenzen hinzuschauen. (Daher Mail an meinen alten Therapeuten)

Aber am Ende hat er sich viele miese Dinger geleistet. Niemals boshaft mit Absicht, aber es war kein gutes Verhalten.

Und ich weiß, dass ich da für mich ansetzen darf, aber ich möchte ihn auch einfach doof finden. Einfach aufschreiben, was für ein fruchtbarer @rsch er teils war.

Ich wollte/ werde hier noch mal Situationen schreiben. Ich verstehe erst nach und nach, was passiert ist. Und ab von meiner Aufgabe für mich und meine Zukunft, möchte ich ihn nicht weiter schützen. Zumindest nicht zu 100%.

(Sorry, Wutmodus gerade irgendwie.)

x 1 #1973


Femira
Zitat von Odette:
Meine Antwort wurde leider gelöscht.

Kenne ich. Sehr oft klappt ein paar Mal zurück klicken.


Zitat von Odette:
Aber am Ende hat er sich viele miese Dinger geleistet. Niemals boshaft mit Absicht, aber es war kein gutes Verhalten.

Das glaube ich auch.


Zitat von Odette:
Wutmodus

Willkommen Grinsendes grünes Gesicht

Gefühlsbandbreite ist doch was Gutes

x 1 #1974


A


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