Zitat von Odette: Ich weiß nicht, ob ich dich missverstanden habe, aber ich denke nicht, dass die Beziehung wertvoller ist, als andere, welche ich geführt habe, oder haben werde. Ich lege nicht mehr Gewicht hinein.
Ich zielte auf das Phänomen ab, dass Beziehungen, in denen Drama auftritt, oft mit vermeintlicher besonderer Gefühlsintensität einhergehen - diese aber in Wahrheit dem Drama geschuldet sind. Im Gegensatz zu vermeintlich langweiligen, weniger intensiven Beziehungen, die aber in Wahrheit bloß ohne Drama daherkommen und verlässlich und ruhig vor sich hin fließen. Du hast halt viel Drama geschildert. Vielleicht überinterpretiere ich da auch.
Zitat von Odette: Bei der ersten Trennung, war ich ja komplett dabei alle Schuld auf mich zu nehmen, und konnte damals nicht sehen, dass ich Teil einer schlimmen Dynamik war. Ich dachte, da ich das Problem war, und mich ja 1,5 Jahre gefixt hatte, könne ich es jetzt besser. Gepaart mit seinem auftreten, dachte ich wirklich, wir machen es anders.
Und es tut weh, dass ich nicht sheen konnte, dass wir inkompatibel sind und sein Verhalten oder Umgang mit gewissen Dingen, eine ganz schlimme Seite an mir triggert.
Ja, ich habe den Eindruck, dass du da auch weiterhin die Unterstützung gut gebrauchen kannst, dir immer wieder klar zu machen dass du Teil einer schlimmen Dynamik warst und nicht diejenige, die Schuld trägt. Das mit der Schuld ist sowieso eine furchtbar vertrackte Sache. Vielleicht kannst du versuchen, dich von dem Begriff etwas zu lösen. Du kannst Verantwortung für deine Anteile übernehmen - das ist etwas ganz anderes. Schuld sehe ich hier ohnehin gar keine. Du hast doch keine Schuld auf dich geladen, durch irgendwelche verbrecherischen oder grob fahrlässigen Handlungen, sondern immer nur im besten Glauben und Wissen gehandelt, soweit ich das mitverfolgen konnte.
Zitat von Odette: Ab davon ist es gerade mal Tag 6.
Du hast Recht. Natürlich seziert man dann noch alles. Bitte entschuldige.
Zitat von Odette: Es nervt, dass er seinen Anteil nie sehen wird, irrelevant, ich weiß.
Finde ich gar nicht so irrelevant. Bloß - du hast darauf keinen Einfluss. Lass ihn doch in seiner Uneinsichtigkeit verharren. Es ist für dich - auf lange Sicht - ohnehin irrelevant, weil er irgendwann egal wird. Denk langfristiger.
So, nun sind seit meinem Entwurf dieser Nachricht, die ich irgendwie vergessen habe abzusenden, noch Beiträge dazu gekommen, weil du momentan wohl eine traurigere, sehnsüchtigere Phase durchgehst.
Zitat von Odette: Er kann doch nicht aus den gleichen Gründen gehen.
Es ist total logisch, aus den gleichen Gründen zu gehen. Es ist auch nicht unüblich, dass zweite Anläufe an den selben Gründen wie beim ersten Mal scheitern. Deswegen sind zweite Versuche ja auch meist nicht empfehlenswert, es sei denn in ganz speziellen besonderen Problemlagen, die hier aber nicht vorliegen. Hier liegt eine generelle Inkompatibilität eurer jeweiligen Schwächen vor.
Zitat von Odette: Aber wenn er doch an sich arbeitet und ich besser in Kommunikation werde, und man die Vergangenheit aufarbeitet. Kann es dann nicht werden?
1. Er arbeitet nicht an sich
2. Du bist super in Kommunikation, du hast aber krasse Ängste, sobald du Unsicherheit in der Beziehung spürst, und agierst dann in Drama und Eskalation.
3. Sunken Cost Fallacy
4. Nein. Wozu all diese Energie in das tote Pferd stecken?
Zitat von Odette: Was wenn er sich auch ärgert? Was wenn es noch eine Chance geben kann?
Guck mal, liebe Odette, im Moment zeigst du genau das, was du vor kurzem noch abgestritten hast, als ich es thematisiert habe: krampfhaft etwas passend machen wollen, was nicht passt.
Warum kannst du einfach nicht loslassen, liebe Odette, auch wenn ALLES dafür spricht? Ja, es gab auch Passung und schöne Sachen zwischen euch, unbestreitbar. Aber unterm Strich passt es nachweislich nicht. Er hat sich zweimal getrennt, wieviel Beweis für fehlende Passung brauchst du noch? Für wieviel unter Wert möchtest du dich im dritten Versuch noch anbieten, nur um nicht loslassen zu müssen? Da würde ich an deiner Stelle mal genauer hinschauen.