Könnt ihr mit mir Dinge ordnen?
Ich hatte das Gefühl ab einem Punkt des 2. Versuchs unter Beobachtung zu sein.
Wenn ich Dinge angesprochen habe, die mich verletzt haben, wurde diskutiert. Entweder, bis er mir erklärt hat, dass ich das das nächste Mal so und so besser ausdrücken soll, bzw. mich anders verhalten soll oder ich mich am Ende entschuldigt habe. Manchmal auch unter Tränen.
Nach jedem Paartherapie-Termin war er entweder wütend und distanziert oder aber, als ich dieses komische Verhalten thematisiert habe, mussten wir 3 Tage sprechen, damit er auch sicher gehen konnte, dass ich meine Anteile sehe, und nicht nur er sich ändern muss.
Streit wegen meiner 'Ausbrüche' waren an der Tagesordnung. Selbst wenn irgendwas am gleichen Tag geklärt wurde, wurde mir deutlich gesagt, dass man es noch verdauen muss. Gerne auch 3 Tage später, da er solche Sachen immer zeitversetzt spürt.
Meine Gefühle waren, O-Ton, nicht sein Problem.
Ich würde alle Menschen in meinem Umfeld besser als ihn behandeln. Ich würde ihn allgemein schlecht behandeln.
Ausbrüche (damit meine ich Weinen und dieses hilflose) kamen oft, weil er mich ganz schwindelig geredet hat. Oft kam als Antwort auf meine verletzten Gefühle, oder ähnlichem, nur 'meine Wahrnehmung ist anders'.
Dass er mir damit meine Gefühle abgesprochen hat, sah er erst durch die Paartherapeutin ein.
Da ging es aber schon monatelang so.
Wenn es Streit gab, wurde er richtig wütend und abwertend. Eine Entschuldigung danach sollte es vergessen machen, aber ich hatte daran zu knabbern. Wurde ganz klein.
Er sagte, dass ich diese Seite an ihm rausbringe, er so gar nicht sein möchte/ ist ohne mich.
Es fühlte sich an, als hätte er noch Groll in sich mir gegenüber, und keinerlei Empathie.
Meine Bedingung zu Beginn war es, dass es ein Neustart ist und kein Weiterführen. Ich wollte die erste Beziehung aufarbeiten. Wir haben uns darauf geeinigt, dass das Alte Altes ist.
Nach 3 Monaten oder so, sagte er zu mir, dass ich nicht nochmal sein Leben zerstöre wie damals. Das hätte er sich geschworen. Und ab da ging es immer wieder nur um mich und mein Verhalten.
Als ich über vergangenes zwecks Aufarbeitung sprechen wollte, kamen Sätze wie 'Ständig hackst du auf der Mail rum', 'Ich konnte halt einfach nicht mehr';... da es immer Streit gab, habe ich das Thema dann vermieden.
Er hat sich auch entschuldigt und im Verlauf des 2. Versuchs wohl gemerkt, was er für einen Schaden angerichtet hatte. Ich hatte immer Versuch alles gut zu machen, wurde regelrecht nervös, wenn der Haushalt mal nicht top war. Da war er schon liebevoll.
Ich sprach bei der Paartherapie mal an, dass ich gerne die Trennung bearbeiten mag, da es ja ein massiver Vertrauensbruch war. Stieß aber auf Unverständnis, was für eine absurde Idee das sei.
Es gab so viele komische Ausflüchte bei Themen, die mir wichtig waren, und hätten seine Anteile erfordert.
Ich weiß nicht, ob es Lügen waren, aber ich wurde schwindelig im Kopf, was jetzt wahr ist, und was ich und meine Sorgen waren.
Ganz oft, waren Situationen laut seiner Aussage nicht so, wie ich sie erinnere. Und nach guten, konstruktives Gesprächen, blieben bei ihm Dinge hängen, die ich so nie gesagt habe.
Beispiel der Ausbruch 3 Wochen vor Trennung. Wir hatten ja geredet und ich habe gesagt, dass ich mich besser um mich kümmern möchte, damit das nicht passiert, etc. 3 Tage später platze aus ihm heraus, dass ich gesagt hätte, das könne nun mal vorkommen, und er muss damit Leben. Niemals habe ich sowas gesagt. Das ist weder meine Art, noch mein Anspruch.
Und zwischen all dem Mist, kam immer wieder, wie toll er mich findet. Was für ein tolles Leben wir haben können. Er hält mich für schön, unfassbar klug und stark.
Er hat mich in dem einen Jahr furchtbar vermisst, und würde es wieder.
Und bei jedem Streit ging er an die Substanz.
- Er ist unglücklich mit mir
- Ohneeinander sind wir besser dran
- Er will mehr unter Leute (dabei bekam ich ihn kaum raus)
- Ich verbiete (?!) ihm Kontakt zu Freunden, und mache immer Stress (ne, ich fand die Kommunikation manchmal nicht gut, und dass es der Kreis seiner Ex-Flamme war)
- Er hätte keine Kraft mehr für andere Dinge, meinetwegen
- Ist unzufrieden, weil ich so unberechenbar bin
... die Liste ist endlos. Und immer wieder habe ich mich entschuldigt. Es ihm sogar geglaubt. Hatte Angst, dass er wieder geht. Was er ja letzten Endes auch getan hat.
- Ich würde ihn nicht unterstützen
Versprechen wurden nicht eingehalten, Dinge nicht geplant. Dafür gab es kein sorry, sondern nur Begründungen, dass ich daran Schuld sei. Er war so unzufrieden mit allem.
Ein kleiner Teil der hier mal raus musste.
Ich merke, wie es meinem Kopf hilft, Dinge hier zu fixieren.
Gerne Bratpfannen von Euch.
Ich sage nicht, dass ich keine Fehler gemacht habe, aber desto mehr ich darüber nachdenke, ist es hier nicht meine ängstliche Art, die das ganze rausgeholt hat. Ich hatte das Jahr der Trennung niemals das Nervöse in mir, nie Ausbrüche in anderen Situationen, kann auch Streiten mit Personen in meinem Umfeld.
Es ist mir unangenehm das hier zu teilen. Ich finde es alles ganz absurd, denn es war ja nicht immer alles so mies.
Es gab Pläne, gute Zeiten, etc.
Ich habe mit einer einzigen Freundin nur ganz leicht darüber gesprochen. Ich habe mich geschämt. So hab ich es doch wieder verbockt.