Mindtricks
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Zitat von Odette:Ich habe nur keine Lust mehr, ihn zu schützen, alles bei mir zu sehen.
Ich bin gut. Ich bin loyal, Ich bin liebevoll zu meinem Umfeld. Ich wollte ihm nie etwas böses. Habe alles in meiner Kraft stehende getan. Und am Ende wurde mir durch diese Dynamik die Ruhe in mir selbst genommen, die ich mir über 12 Monate erarbeitet habe. Das und auch meinen Selbstwert wieder hinbekommen kostet mich so viel Kraft.
Und gleichzeitig tut es weh. Weil ich ihn vermisse. Und mich nervt dieser innere Kampf so sehr.
Plus die Angst, dass er nicht aushalten wird, uns sich meldet.
Oder möchte ich das in ein paar Wochen? Für mein Ego?
Das könnte von mir sein. Ich ziehe im Kopf immer unweigerlich Parallelen zu meinem Fall und erkenne mich in so vielen Beiträgen hier wieder.
Waren es anfangs Fassungslosigkeit und Schock, wurden diese irgendwann von Wut abgelöst:
Wut auf sie, weil sie mich so einfach abserviert hat (nach allem, was wir durchgemacht bzw. was ich für sie getan habe) und auch Wut auf mich, weil ich es seit Ende des letzten Jahres mit mir habe machen lassen.
Sie hat es geschafft, meinen Selbstwert zu torpedieren, meine Grenzen aufzulösen und mich als emotional, klammernd oder übrtrieben reagierend darzustellen (dabei war ich nur besorgt, weil es ihr selbst bescheiden ging).
Und dadurch, genau wie du es beschreibst, wurde mir die Ruhe in mir selbst genommen. Schlechter Schlaf, Grübeleien den ganzen Tag hinweg, Gewichtsverlust waren die Folge.
Irgendwann kam dann in den letzten Wochen der Punkt, wo ich im Auto saß und mir gedacht habe: "Was lässt du hier eigentlich mit dir machen? Wo ist sein Selbstwert geblieben? Warum gibst du dieser Person so viel Macht über dich?".
Ja, es tut trotzdem weh - mal mehr und mal weniger. Je nach Tagesform. Die Emotionen fahren Achterbahn: Wut, Gleichgültigkeit, Vermissen, verstehen wollen...diese neue Leere im Leben. Es nervt und kostet Kraft. Noch immer.
Und natürlich ist auch die Hoffnung mit dabei, dass sie sich meldet nach Wochen der Funkstille - so, wie es Vermeider oft tun, wenn der Druck der Nähe raus ist und sie merken, was sie eigentlich gerade dabei sind zu verlieren.
Ist es für das eigene Ego? Ist es die Dopamin-Sucht? Ist es insgeheim der Wunsch, den alten Zustand wiederherzustellen? Vielleicht ein Mix aus allem.
Zwischendrin kommt mir meine ganze Situation vor, wie ein einziger Traum. Surreal...so als sei ich nicht Herr des Drehbuchs sondern Statist. Kennst du das?
Zu dir:
Ich glaube, dass sich diese Phase noch eine Weile hinziehen wird. Bis das Gehirn endlich den Absprung schafft und man wieder nach vorne schauen kann. Dann bleibt der/die Ex maximal eine nette Erinnerung - ein Kapitel im Buch des eigenen Lebens. Man hört auf, sich über die Warums Gedanken zu machen. Man kann ihnen ein gutes Leben wünschen und sich auf sein eigenes konzentrieren. Aber bis dahin ist es ein steiniger Weg.
Das hat bei mir schonmal ein Jahr gedauert, mal war es kürzer.
Den Cut zu setzen ist aktuell noch nicht wirklich denkbar bei uns - also bei dir und mir. Dazu sind wir noch zu tief drin.
Irgendwann kommt man aber an den Punkt, an dem man sich fragt, ob man zukünftig überhaupt noch eine Beziehung eingehen möchte. Weil man einfach weiß, wie nah Freud und Leid hier beieinander liegen. Das haben wir ja alle sicher nicht erst nur einmal durchgemacht.
Zitat von Odette:Es tut mir leid. All das, was ich hier schreibe ist nicht konstruktiv. Es ist auch nicht hilfreich, denke ich. Ich platze nur bald. Ich habe das Gefühl, ich war da Jahre lang in was ganz krankem verstrickt, und wollte es nicht sehen. Liest sich, als wäre ich das Opfer.
Ich glaube ich spreche hier für alle wenn ich schreibe, dass es genau so richtig ist, wie du es machst.
Von der Seele schreiben hilft!
Du bist maximal "Schuld", weil du das Gute in der Beziehung erkannt hast und dafür eingestanden bist, anstatt frühzeitig die Reißleine zu ziehen...was dich extrem viel Kraft und kurzzeitig deinen Selbstwert gekostet hat. Wenn einer der Partner nicht mehr will und der andere versucht, die entstandene Leere aufzufüllen, dann ist das extrem kräftezehrend. Offenbar hat "er" deinen Einsatz nicht erkannt oder wertgeschätzt und dich im Hamsterrad laufen lassen.
Tragisch...
(Und dann muss man sich eigentlich die Frage stellen, warum man diese Person insgeheim noch irgendwie zurück im Leben haben möchte...eine Person, die es im Grunde nicht wirklich verdient hat).
