Zitat von Tonimann:Diese Verantwortung konnte/wollte sie nicht mit tragen. "Es ist nicht mein Vater" war oft ihre Begründung. Dazu muss man aber sagen, dass mein Dad viel für uns und damit auch für sie getan hat. Bsplw. Die komplette Wohnung von uns aufgebaut und oft beim gemeinsamen Hobby ausgeholfen, wenn mein technischer Verstand nicht ausreichte. Klar, sie hatte ihren Vater ebenfalls vor ein paar Jahren verloren, hatte es aber nicht live sondern nur entfernt mitbekommen. Ich will das nicht runtermachen, aber es tat mir schon weh, diese Worte zu hören. Ich bekam noch letztens den Vorwurf, dass ich sie "nötigte" meinen totkranken Dad nochmal zu besuchen. Habe ich da echt so viel verlangt? Ich meine, ich konnte das genauso wenig, ihn so zu sehen.
Wir kennen die Geschichte nun nur von Deiner Seite, nicht von ihrer. Ich nehme an, dass Du sie nicht dazu gezwungen hast, Deinen todkranken Vater mit zu besuchen, aber sie darum gebeten hast - weil es Dir wichtig war. Finde ich legitim.
Auf mich wirkt sie, als sei sie auf einem ziemlichen Egotrip.
Zitat von Tonimann:Ich fühle mich fallengelassen wie einen alten Sack Kartoffeln.
Verstehe ich gut. Ich glaube aber, dass sie es Dir damit - unbewusst! - leichter macht, mit der Beziehung abzuschliessen. Denn, wie schrieb ich schon, willst Du wirklich mit so jemandem Dein Leben teilen?
Manchmal zeigen Menschen erst nach vielen Jahren ihr wahres Ich.
Keiner von uns weiss, wie die Dynamik in Eurer Beziehung war. Aber auf mich wirkt das jetzt aus der Ferne so, als sei es ihr ziemlich egal, was Du gerade durchmachst. Und das macht sie nicht sonderlich sympathisch.
Zitat von Tonimann:Freunde habe ich keine, denn sie hat im Vorfeld eigentlich alle auf ihre Seite gezogen. Die haben jetzt ein Bild von mir, als sei ich ein riesen A*loch. Super.
Was hat sie denen denn erzählt, dass die von Dir so schlecht denken? Und alle tun das bestimmt nicht - schließlich wurdest Du zu Weihnachten eingeladen!
Zitat von Tonimann:Ich hatte nie viele Freunde. Das macht es nur umso schlimmer. Meinen besten Kumpel habe ich wegen ihr "verlassen" und alle nachkommenden sind durch unsere gemeinsamen Hobbys entstanden. Aber ich will nicht alles aufgeben, was eigentlich meine Leidenschaft war und sie jetzt vor meiner Nase mit anderen genießt.
Das ist ziemlich bitter, und ich kenne das sowohl aus eigener Erfahrung als auch mit anderen. Schreib mir gerne mal PN, um was für ein Hobby es da geht.
Ich mache gerade ähnliches durch. Habe aber für mich entschieden, dass ich mir dieses Hobby nicht nehmen lasse.
Ein guter Freund von mir hat durch die Scheidung sein grösstes Hobby verloren. Seine Ex-Frau hat ihn da richtiggehend rausgedrängt, ausgeschlossen, auch aus dem sozialen Milieu. Da er sie verlassen hat, hatte er ein schlechtes Gewissen, und hat sie gewähren lassen. War ein Fehler, sie nutzt ihn nur aus, auch finanziell, und fährt einen einzigen Egotrip. Und SIE hat einen Neuen! Und ihm fehlt sein altes Hobby.
Zitat von Tonimann:Meine Schwester ist im Moment nicht gut auf sie zu sprechen, hat mir vorhin aber angeboten, mal mit ihr zu reden. Ob das eine gute Idee ist?
Sagen wir so, Du hast nichts mehr zu verlieren. Insofern ist es keine ganz schlechte Idee. Ob bei dem Gespräch viel herumkommt, wage ich aber zu bezweifeln. Wie nahe stehen sich Deine Schwester und Deine Ex?
Halt durch - ich bin ziemlich beeindruckt, wie gut Du Dich schlägst! Kann halt auch eine Art Schockzustand sein.