Zitat von Vienne:Ich habe noch einmal über deine Fragen nachgedacht. Ja, die Art der Beziehung, wie wir sie bezeichnet haben, war immer ein Problem. Da konnten wir uns nämlich nicht einigen. Am Anfang hatten wir schnell eine Beziehung...aber sie zerbrach, weil er Bindungsangst hatte. Es war ihm zu eng. Nach einem gemeinsamen sehr ...
So ich fange mal hinten an mit dem Abarbeiten der Kommentare

Da ist aber einiges los bei euch. Klingt echt nicht so gesund insgesamt.
On - Off, hin - und her. Am besten ist immer, eigentlich egal bei was,
wenn eine Seite recht konstant unterwegs ist. Klare Aussagen, Abmachungen,
bei sich bleiben. Wenn der andere das nicht so kann,
dann bleibt wenigstens dieser eine rote Faden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass es dann funktioniert.
Aber es gibt wenigstens für die Seite mit der klareren Position,
eine gewisse Stabilität. Dass man aber seine Nerven und seine Selbstliebe
sehr beisammen haben muss, um mit einem unsicher gebundenen Menschen
auszukommen, ist definitiv so. Dessen bin ich mir bewusst.
Ich kann ja nur für mich und von meinen Erfahrungen sprechen.
Und finds auch insgesamt problematisch über Menschen einen allgemeinen Layer zu legen.
Der und der ist so, dann sind alle so. Es gibt soviele Facetten, gerade in Bindungsbereichen
und was man mit der "Brandmarkung" bindungsängstlich immer ausklammert,
dass es immer auch einen sehr individuellen jeweiligen Kontext gibt,
in den sich alles einbettet. Auch die feinen Reaktionen, das Reagieren auf alles,
spielt eine ziemlich große Rolle.
Und wie vorher schon in den Kommentaren erwähnt, ist halt eben auch die Frage,
was für einen Bindungstyp man anzieht, welcher Bindungstyp einem eigentlich gut tun würde
und wie die "Arbeit" daran aussehen würde, dass man einen zu einem passenden Bindungstyp findet.
Am Ende ist es eine Selbstwert- und Selbsteinschätzungssache.
Da ich selbst nicht mit übergroßem Selbstbewusstsein gesegnet bin
(und da können mir dann X Menschen das positive Feedback geben, wie ich aussehe und ankomme
in deren Augen, spielt alles keine Rolle - man muss es selbst spüren und entwickeln,
dieses Selbstwertgefühl), habe ich auch ähnliches angezogen.
Der Unterschied zwischen mir und denjenigen, die ich anzog, ist der Umstand,
dass ich mir aber mein Selbstwertgefühl nicht aus der Partnerschaft ziehe (ausschließlich),
sondern daran interessiert bin, mein Leben auf mehreren Pfeilern zu gründen.
Auch an der eigenen Entwicklung interessiert. Eine Beziehung ist mir wichtig,
absolute Priorität, aber ein Baustein in vielem, was wichtig ist.
Und da traf ich auch auf Menschen, die die Beziehung komplett in allem,
bis zur Selbstaufgabe auf Nr.1 setzen, alles andere vergessen und überhaupt nicht
mehr als entwickelnswert und wichtig empfanden. Und das wiederum triggerte mein Ohnmachtsgefühl,
weil diese Ausschließlichkeit eben so übersteigert dem Ganzen eine Prominenz gibt,
die einfach auch zu einer enormen Fallhöhe führt. So mein Empfinden.
Das nur als Erklärung, wieso meine Reaktionen in Rückzug oder getriggerte Ängste so kamen,
wie sie kamen. Ich kann dem Gegenüber zeigen, gerne nahe, was Phase ist.
Und ich ziehe mich auch nicht wochenlang zurück. Im Gegenteil.
Und auch eine Perspektive zusammen entwickelt sich im Guten,
wenn die Anteile mit eigener Zeit und gemeinsamer Zeit gut verteilt sind,
für beide Seite gehört und wichtig. Nur dieses Gefühl, dass das ganze Glück
nur an dieser Beziehung hängt (und damit auch an meinen Taten und Verhalten),
stresste mich oft wahrlich ab, bzw. setzte mich unter Druck.
Und wie Menschen unter Druck reagieren (können), muss ich glaube ich nicht erklären.