Zitat von PizzaPeperoni: Das Ding ist, dass ich selbst dann noch empathisch bin, wenn man sich mir gegenüber nicht mal besser verhalten hat. Klingt total bekloppt
Weil du eigene Werte und Moralvorstellungen hast. Empathie bedeutet erstmal nicht, dass du wertest, sondern verstehst und nachvollziehen kannst.
Zitat von PizzaPeperoni: Ich hab kein Problem damit mal härter zu reden, das erfordert allein schon mein Beruf, dann aber möglichst professionell, aber sobald ich mir darüber im klaren bin, dass ich jemanden verletzt habe, wen sei jetzt mal dahingestellt, stell ich mir vor wie es sich jetzt gerade für den anderen anfühlen muss und dann tuts mir leid
In einer Geschäftsbeziehung bin ich auch eher der harte Hund - im Privaten, wenn mir Menschen was bedeuten, dann sieht das schon anders aus.
Aber dazu sage ich dir mal was, was ich auch noch nicht so lange weiss und beherzige: Wenn der andere verletzt ist, dann (so kalt es erstmal klingt) ist es SEIN Problem, nicht deines. Du gehst ja nicht mutwillig hart mit ihm/ihr ins Gericht. Du wirst deine Gründe auf Basis deiner Wert- Und Moralvorstellungen haben. Dementsprechend gibt es dort keinen Vorsatz. Es ist vielmehr eine Reaktion auf etwas, was dich triggert. Auch ist es völlig ok, wenn dein Gegenüber mal verletzt ist oder durch deine Worte traurig. Aber das ist nicht deine Baustelle im ersten Step. Du machst doch einen aufgeräumten Eindruck, darum wiederhole ich nochmal: Du tust es nicht mit Vorsatz und vermutlich auch eher klar und nicht abwertend/beleidigend (das nehme ich einfach mal an). Das was es in deinem Gegenüber auslöst, ist Kompensation, also ein Weg damit umzugehen. Diese Gefühle wollen und müssen angenommen werden. Die Konsequenz daraus kann unterschiedlich ausfallen: Tränen, Angriff auf dich und deine Person, Rückzug, usw. Alles nicht deine Baustelle. Also warum sollte es dir leid tun (und das ist das Fazit daraus) wenn du deine Bedürfnisse klar und angemessen kommunizierst. Lass mich raten... du kannst es nicht aushalten, wenn ein von dir geliebter Mensch vor dir weint, oder? Du hast sofort den Impuls zu trösten, richtig? Je nach Situation kann das eher der falsche Weg sein. Auch das habe ich gelernt und möchte es dir nahebringen, mal darüber nachzudenken, warum trösten in dem Moment nicht immer richtig ist.
Zitat von PizzaPeperoni: obwohls mir eigentlich egal sein könnte, aber ich weiß halt selbst das es sich nicht schön anfühlt.
Nö, könnte es nicht und ist es offensichtlich nicht. Manche Dinge im Leben fühlen sich einfach nicht schön an. Wenn mir ein Arzt sagt: Sie haben Krebs und werden nur noch 6 Wochen leben - das macht er wahrscheinlich nicht gerne, aber es ist richtig und wichtig mir das zu sagen, obwohl meine Welt dann zusammenbrechen würde. Gewisse Dinge sollten und dürfen klar kommuniziert werden, auch wenn sie alles andere als schön sind und ggf. weh tun.
Zitat von PizzaPeperoni: Außerdem bin ich allgemein auch total streng mit mir und finde es im Nachhinein nicht schön so eine Schwäche gezeigt zu haben, indem ich rede wie ein kleiner Junge.
Ich finde noch immer nicht, dass du dich wie ein kleiner Junge gezeigt hast mit deinen Aussagen. Du hast Grenzen gesetzt und auch du hast Gefühle und darfst sie zeigen/kommunizieren. Du bist mal wirklich für dich und deine Bedürfnisse eingestanden. Klar, fühlt sich das erste Mal immer kacke an, wenn man sonst anders gehandelt hat. Sowas ist meines Erachtens Übungssache - und da übe ich selbst noch.