Zitat von Ivori:Sicher wirkt die TE hier teilweise recht egoistisch und uneinsichtig. Aber wenn man normal und sachlich kommuniziert, kommt dabei glaube ich mehr rum. Denn Worte wie Assi, Prinzessin und Schmarotzer finde ich nicht förderlich. Das ist aber nir meine bescheidene Meinung
Liebe Ivori,
es sollte hier gar nicht meine Absicht sein, egoistisch oder uneinsichtig herüberzukommen. Sollte ich diesen Eindruck hier erweckt haben, tut es mir leid, das war und ist nicht meine Absicht.
Dennoch danke, dass zumindest Du Verständnis und Empathie zeigst. Und Du hast vollkommen recht: Solange man die sachliche Ebene der Kommunikation nicht verlässt und sich nicht in Vorurteilen, Worthülsen, Pauschalierungen ohne jegliches Hintergrundwissen verliert, macht dies eine Kommunikation erst sinnvoll und hilfreich. Danke also für Deine Worte.
Und nochmal: Die Menschen, die das Sozialsystem wirklich bewusst ausnutzen und sich nur auf die faule Haut legen, verurteile ich ebenso und heiße deren Verhalten ebenfalls nicht gut. Aber was mich wirklich ungemein auf die Palme bringt (um es noch vornehm auszudrücken), sind Menschen, die sich absolut kein Urteil über Einzelfälle und entsprechend betroffene Menschen bilden können, sondern immer nur ins selbe Horn *beep*, auf dem steht: "ALGII Empfänger sind alle faul und schmarotzen nur herum."
Das ist einfach nur herablassend, arrogant und beleidigend gegenüber den Menschen, die wirklich aus triftigen Gründen nicht arbeiten können.
Und nochmal: Die Menschen, die glauben, sich das Recht herausnehmen zu können, alle Menschen, die Sozialleistungen beziehen, über einen Kamm scheren und über diese urteilen zu können, sollten sich mal die Frage stellen:
"Was ist denn, wenn ich selbst irgendwann mal über längere Zeit auf Sozialleistungen angewiesen bin und dann so über mich geurteilt wird?" Oder wenn diesen dann einfach gesagt wird: "Nein, sie bekommen nichts. Die anderen Menschen haben schlicht keine Lust, ihre wertvoll erarbeiteten Steuergelder für andere Menschen auszugeben"? Wobei dieser Anteil der steuerlichen Ausgaben wirklich verschwindend gering ist, aber das wird auch gerne gekonnt ignoriert.
Dann vergeht ihnen vermutlich sehr schnell ihre große Klappe. Aber man redet hier wohl gegen Windmühlen...leider...
Zitat:Was die Privatinsolvenz betrifft: In in ihrem Alter schon heftig. Aber sch.... baut jeder mal. Oder gerät wie auch immer darein. Man kann eben nur hoffen, dass sie daraus lernt und Hilfe annimmt.
Absolut richtig. Und ich habe daraus gelernt und bin zur Schuldenberatung gegangen. Vermutlich wird es auf eine Insolvenz hinauslaufen. Im Übrigen hat mich auch mein Ex in diese Richtung gebracht. Ich habe dies lange Zeit abgelehnt, aber nach langen Gesprächen darüber konnte mich mein Ex davon überzeugen, Hilfe zu holen in Form der Schuldnerberatung.
Daher fühle ich mich auch wirklich sehr mies damit, wenn ich bedenke, dass sich mein Ex sogar selbst für mich hoch verschuldet hat, damit er mir und unserem Kind etwas bieten konnte. Dafür hat er sich wirklich hohe Summen aufgebürgt, die er jetzt in kleinen Raten zurückzahlt, obwohl er sogar selbst damals eine Privatinsolvenz durchlaufen hat. Ich fühle mich wirklich richtig mies damit, auch wenn es natürlich seine Entscheidung war, mir dieses Geld zu geben.
Soll ich ihn jetzt deswegen verurteilen, sich wieder mal verschuldet zu haben, mir aber selbst rät, zur Schuldnerberatung zu gehen? Oder eher dankbar, dass er sich für mich finanziell aufgeopfert hat? Diese Frage vermag ich mir selbst, nicht zu beantworten.
Zitat:Aber ihm sagen, dass du für ihn da bist, wenn er dich braucht, wäre ein Anfang.
Das kling wirklich gut. Nur fallen mir solche Worte sehr schwer, gerade natürlich bedingt durch die momentane Situation und wenn ich bedenke, wie schlecht es ihm wegen der Trennung geht. Momentan tut er mir wirklich einfach nur leid und ich fühle mich auch ziemlich schuldig, was das betrifft.
Zitat:Warst du denn schon mal mit zu einer Therapiesitzung? Da sähe er, dass du dich dafür interessierst und dich damit auseinander setzt.
Damals hatte ich mal die ein oder andere Therapie, aber das hatte andere Gründe. Und einmal war ich mit ihm bei seinem Therapeuten zu einer Sitzung. Aber es fällt mir leider sehr schwer, mich fremden Menschen zu öffnen. Ich habe das bei meinem Ex schon kaum geschafft, obwohl er letztendlich wirklich der einzige Mensch ist, der wirklich ALLES über mich und mein Leben/meine Vergangenheit weiß, die ich wirklich keinem wünsche.
Zitat von Brightness:Die Frage ist, wie der Kontakt von Februar bis zum Sommer ausschauen soll. Es ist undenkbar, dass der Vater euer Kind monatelang nicht betreut und das Kind seinen Vater nicht erleben darf und dann due beiden ins kalte Wasser feschubst werden. Das kann weder für euer Kind noch für deinen Ex due Lösung sein.
Danke erstmal für Deinen Beitrag. Schön zu sehen, dass es hier doch noch Leute zu geben scheint, die ein gutes Beispiel dafür sind, dass man auch ohne jegliche Vorurteile und voreingenommen Meinungen bar jeglichen Hintergrundwissens sachlich kommunizieren kann. Wirklich schön.
Zum Zitat: Genau so sehe ich das ja auch. Ich möchte einfach, dass er unser Kind sieht. Und ich weiß ja im Gegenzug auch, dass er unser Kind weiterhin sehen möchte. Ich würde auch nicht im Traum daran denken, ihm dies vorzuenthalten. Aber wenn er sich so strikt dagegen weigert, mich zu sehen (was sich aber kaum vermeiden lässt, zumindest nicht bis zum Zeitpunkt des KiTa Eintritts), dann sehe ich kaum noch eine Lösung.
Zitat: Wie schaut es mit Spielgruppen aus, Kindertunen, Vorlesezirkeln. Kannst du dort im Rahmen solcher Veranstaltungen euer Kind kurz in die Obhut eines Betreuers geben, von wo aus dein Ex es dann weiter betreut und damit an seinem Leben teilnehmen kann? Rückgabe wieder über den Betreuer eures Vertrauens?
Das sind doch wirklich mal hilfreiche und vernünftige Vorschläge. Vielen Dank dafür. Darüber werde ich auf jeden Fall mal nachdenken und mich ggf. darum kümmern. Danke nochmals.
Zitat:Für die schwere Erkrankung deines Ex kannst du keine Verantwortung übernehmen. Depressionen gehören von Fachleuten behandelt, die wissen, was sie tun. Das einzige, was du aus meiner Sicht tun kannst, ist sein Bedürfnis nach Distanz zu dir respektieren und schauen, wie das Vater-Sohn Gespann trotzdem funktionieren kann. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit eines seitens seines Therapeuten moderierten Gespräches, um gangbare Lösungen zu finden.
Auch in deinen jungen Jahren solltest du die Akzeptanz für die Krankheit deines Ex aufbringen. Der Umgang mit depressiven Partnern ist allerdings auch für reifere Persönlichkeiten nicht leicht und kann Menschen an ihre Toleranzgrenzen bringen.
Dafür alles Gute für Euch!
Da hast Du so recht. Es ist wirklich schwer, damit umzugehen, wenn es dem Freund bzw. Ex-Freund so schlecht geht und man im Grunde nicht viel für ihn tun kann. Das fängt mit den ständigen Schlafstörungen an, die mich ja auch betreffen, wenn man zusammen in einem Bett schläft. Und auch sämtliche andere Symptome, die solch eine Krankheit mit sich bringt, sind für den Partner wirklich schwer.
Wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich auch unter eine psychischen Krankheit bzw. Störung leide, diese aber bisher nicht habe behandeln lassen. Diese ist auch mit einer der Gründe dafür, warum ich so extrem eifersüchtig und misstrauisch bin und die auch schon oft dazu geführt hat, dass ich meinen Ex oft schwer beleidigt oder sonst irgendwie heruntergeputzt habe. Im Nachhinein tut mir das wirklich verdammt leid.
Jetzt kommen wahrscheinlich wieder unsere Kandidaten "Sahnekirsche" und "Otten82" ins Spiel, die natürlich jetzt empörend vor sich hinkrähen: "Beide psychisch am Ende, aber Kinder in die Welt setzen. Ihr solltet erstmal Euer eigenes Leben auf die Reihe kriegen...bla...bla...bla..." Ich höre sie schon von Weitem rufen, unsere zwei Spezies.
Dass wir uns aber trotzdem liebevoll um unser Kind kümmern können, wird natürlich auch hier dann wieder gekonnt ignoriert.
Ich danke Dir dennoch sehr für Deinen Beitrag, "Brightness".
Zitat von Ivori:Ich habe eben bei manchen Menschen das Gefühl, dass es wichtig ist, dass das alles hat, um mithalten zu können, aber Liebe und Zuneigung da zu kurz kommen. Denn das wird dann in solchen Fällen selten erwähnt.
Zitat:Zitat:Ich habe dennoch ab und an bei einigen den Eindruck, dass es wichtiger ist, viel Geld reinzubringen, als für das Kind da zu sein. Was ich für Kinder immer schlimm finde.
Ganz genau so sehe ich das auch. Natürlich ist Geld nicht unerheblich, keine Frage. Aber ich finde es auch viel wichtiger, dass man dem Kind in erster Linie Liebe und Geborgenheit entgegenbringt, dass man immer für das Kind da ist, anstatt sich damit zu brüsten, wieviel Geld man hat und was man ja alles tolles davon kaufen kann.
Aber auch das wird immer gerne ignoriert und mit Vorurteilen entgegen "argumentiert".