@ Änn:
Du fragtest, wie man sich finden/annehmen kann? Ich befürchte leider, da muss jeder für sich auf Entdeckungsreise gehen.... Aber: Gefühle zulassen, sie herauslassen, darüber sich mit anderen austauschen, offen aussprechen - wie es Strange gerade tut - ist ein Schritt von vielen. Kinder sehen das Leben noch als Abenteuer. Ist doch im Grunde auch. Leider auch mit unschönen Überraschungen und traurigen Momenten, aber auch mit sehr viel Glück. Strange hat in dem Moment des gemeinsamen Abschiedsessens trotz der heruntergeschluckten Tränen auch das Glück gesehen, daß man diese Gemeinsamkeit hatte und noch einmal erleben konnte. Er hat sich über diese, im Grunde Kleinigkeit, gefreut. Auch das halte ich für enorm wichtig.
Sich über die kleinen Dinge freuen zu können, auch an und in sich selbst. Dazu sollte man auch mal aus dem gewohnten Einheitsbrei, den man sonst tagein, tagaus macht, raus. Immer nur in kleiner, bekömmlicher Dosis. Ich z. b. habe ein Musikinstrument spielen gelernt. Habe einen Motorradführerschein gemacht. Was war das für ein tolles Gefühl, endlich das erste klitzekleine Liedchen spielen zu können! Und alleine ein Motorrad zu bewegen! Die Neugier auf das Leben wieder zu lernen.
Aber auch stolz auf sich selbst zu sein! Sich selbst zu betrachten und zu mögen, und das nicht von der sogenannten äußeren Schönheit abhängig machen, sondern besonders von der inneren. Ob es das Lachen ist, das Wesen, die Hände, irgendwas. Und dann immer mehr! Selbst das Herz, das mutig und tapfer weiter schlägt, auch wenn man meint, es wäre manchmal zu viel. Ist es nicht. Es trägt uns weiter durchs Leben.
Was ich damit sagen will: Für mich persönlich sind es diese kleinen Dinge, die ICH schaffe, mich ausmachen, die immer wieder neu hinzukommen, meine Selbstliebe, Selbstannahme, meinen Respekt für mich mehr und mehr formen und wachsen lassen.
Ich hoffe, dieser Ausflug war nicht zu wirr, bin da nicht "vom Fach"...
