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Trennung nach 14 Jahren Er war mein Retter

Waldfee47
Zitat von Löwenzeh:
Ich weiß, dass ich es nicht allein schaffen muss.

Sehr guter Satz, danke dafür.
Oft bieten auch die Caritas etc. Beratungsmöglichkeiten an, wo man schneller einen Termin bekommt.

x 4 #46


Z
Hallo zusammen,

ich möchte noch etwas sehr Wichtiges zu meiner Vergangenheit und unserer Dynamik ergänzen, weil ich merke, dass das hier für das Verständnis fehlt.

Zuerst einmal: Danke waldfee47 für deine liebevolle Nachricht. Du hast völlig recht. Ich bin sehr dankbar für unsere Zeit. Er hat mir aus einer Welt geholfen, in der ich verloren war, und das werde ich ihm nie vergessen. Dass wir die Tür für die Zukunft nicht zuschlagen und vielleicht irgendwann, wenn wir beide komplett geheilt und eigenständig sind, als zwei völlig neue Menschen wieder aufeinandertreffen, steht bei uns tatsächlich auch genau so im Raum. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg für mich.

Mein Start ins Leben (Mein Elternhaus)
Um zu verstehen, warum ich so extrem unselbstständig in diese Beziehung gegangen bin: Meine Eltern sind beide Narzissten. Sie haben sich nie für mich interessiert, sondern immer nur ihren Willen durchgesetzt. Ich habe von ihnen absolut nichts beigebracht bekommen, um selbstständig zu werden. Ich habe erst auf einer Klassenfahrt in der Grundschule gelernt, wie man sich ein Brötchen schmiert – geschweige denn, wie man duscht. Meine Mutter hat einfach jeden Tag alles für mich gemacht, ohne den Sinn dahinter zu sehen, mir etwas beizubringen.
Wenn ich als Kind versucht habe, eine eigene Meinung zu bilden, wurde sie sofort schlechtgemacht, sobald sie nicht der meiner Eltern entsprach. Ich wurde nie gefragt: "Was möchtest du dieses Wochenende machen?" Ich musste immer funktionieren und mitlaufen. Ich kannte das Konzept eines „eigenen Willens“ schlichtweg nicht. Es war für mich normal, dass andere mein Leben organisieren.

Unsere Dynamik und was ich für ihn getan habe
Als ich mit 18 zu meinem Ex kam, musste ich Dinge wie Haushalt, Kochen und Einkaufen von null auf lernen. Das habe ich getan. Ich schmeiße heute den kompletten Haushalt und er muss in diesem Bereich nichts mehr machen.
Aber das Problem liegt tiefer: Es geht um eigene Meinungen, Eigeninitiative, Selbstbewusstsein. Er hat in den 14 Jahren nicht nur den Alltag, sondern die Beziehung an sich gepflegt und komplett für uns mitgedacht. Er hat immer überlegt, was wir am Wochenende unternehmen können, und wenn wir dann etwas gemacht haben, hat er sämtliche Planung übernommen. Durch meine Erziehung schalte ich in solchen Situationen fast unbewusst auf "Autopilot" und lasse mich treiben, weil ich dieses aktive Mitdenken und Planen erst noch selbst mühsam erlernen muss.
Er hat mich zudem durch mein Studium getrieben und mich jeden Tag zum Lernen motiviert, weil ich aus mir heraus den Antrieb nicht fand. Da es mir psychisch oft sehr schlecht ging, musste er mich ständig trösten und auffangen. Ich verstehe heute, dass diese dauerhafte Verantwortung einen Menschen irgendwann komplett ausbrennt.

Wie ich jetzt an mir arbeite
Ich lerne jetzt – mit 32 –, mir selbst Sicherheit zu geben. Ich arbeite ganz aktiv daran:

Freunde: Ich habe leider kaum eigene Freunde, bin aber gerade dabei, mir ein eigenes Umfeld aufzubauen (unter anderem treffe ich gezielt Leute über Apps zum Freunde finden), um nicht mehr so fixiert zu sein.

Meinung & Resonanz: Ich zwinge mich im Alltag ganz pragmatisch, teilweise sogar mit Checklisten, eigene Meinungen zu bilden und soziale Eigeninitiative zu ergreifen, um diesen Autopiloten auszuschalten.

Beruf & Auszug: Ich werde noch von meiner Familie finanziert und habe keinen Job. Aber ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums. Sobald ich den habe und einen Job finde, werde ich ausziehen und auf eigenen Beinen stehen.

x 5 #47


A


Trennung nach 14 Jahren Er war mein Retter

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A
Zitat von ZeldaFan:
Ich werde noch von meiner Familie finanziert und habe keinen Job. Aber ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums. Sobald ich den habe und einen Job finde, werde ich ausziehen und auf eigenen Beinen stehen.

Wie viel Zeit wird da ins Land gehen? Was schätzt du?

#48


Waldfee47
Zitat von ZeldaFan:

Zuerst einmal: Danke waldfee47 für deine liebevolle Nachricht

Gerne. Das mit dem Autopilot kenne ich etwas. Irgendwie hat Dir Dein Partner und Unterstützer, zumindest wie ich es hier lese, sehr geholfen etc., aber dann auch wieder (unbewusst und unbeabsichtigt) die Rolle übernommen Deiner Eltern, die Du schon kanntest. Du bist dann wieder "mitgelaufen". Was schön sein kann (ich kenne das), aber wenn man sicherer und eigenständiger wird, dann kann das problematisch werden.
Euer "Noch-Zusammen-Wohnen" könntet Ihr ja dahin gegen nutzen, dass Du jetzt mal den Ton angibst und ihn fragst, was er denn braucht..
Ich finde du machst viel und hast viel gemacht und bist auf einem guten Weg (und der muss vielleicht auch mal aus der Beziehung rausführen, dass Du weiter wachsen kannst)

x 3 #49


Stella31
Die Dynamik hört sich sehr ungesund an!
Allerdings frage ich mich auch, weshalb dein Ex das alles so die ganze Zeit weitergemacht hat.

Anfangs kann ich es aufgrund deiner Erzählungen noch nachvollziehen.
Aber innerhalb 14! Jahren?

Da muss doch bereits viel früher mal der Zeitpunkt gekommen sein, dass er sagte, so geht das nicht weiter.

Ich höre auch nur davon, was du nicht konntest und er für dich getan hat.
Was hast du ihm gegeben?
Wovon hat er profitiert?

Und deine Eltern,die angeblich BEIDE Narzissten sind, haben sich nicht um dich gekümmert, dir aber weder alltägliche Dinge beigebracht noch dich irgendwie unterstützt, aber dir alles abgenommen (so wie offensichtlich dein Ex auch) und finanzieren dich bis heute?

Das passt irgendwie nicht zusammen.
Du hast, so wie ich das bisher lesen kann, deinen Partner total ausgenutzt, dich selbst gehen lassen, dir während der Beziehung keine Hilfe von außen gesucht und alles, was du geschafft hast, geht nur auf sein Konto?

Wenn das so sein sollte, hat das ebenfalls narzisstische Züge!
Definitiv ist es unfassbar ungesund und ich begreife nicht, wie so eine Dynamik eine Partnerschaft jahrelang aushalten konnte.

Und wenn du jetzt denkst, dass ihr vielleicht irgendwann eine Chance auf Beziehung 2.0 habt, wieso ist dann nicht schon viel früher ein Anfang passiert?

x 1 #50


Heloise
Zitat von ZeldaFan:
Sie haben sich nie für mich interessiert, sondern immer nur ihren Willen durchgesetzt. Ich habe von ihnen absolut nichts beigebracht bekommen, um selbstständig zu werden. Ich habe erst auf einer Klassenfahrt in der Grundschule gelernt, wie man sich ein Brötchen schmiert – geschweige denn, wie man duscht. Meine Mutter hat einfach jeden Tag alles für mich gemacht, ohne den Sinn dahinter zu sehen, mir etwas beizubringen.

Also so schlimm das alles ist: aber da bist du wirklich kein Einzelfall. Ich sehe da waren meine Eltern nicht viel anders. Nur haben die sich auch am Wochenende nicht um mich gekümmert. Gab es denn niemand anderes, von dem du hättest lernen können? Oma Opa? Onkel Tanten? Eltern von Schulfreunden? Warst du nicht im Kindergarten? Gab es keine gemeinsamen Mahlzeiten, so dass du lernen konntest ein Brötchen zu schmieren? Mir hat das auch keiner beibringen müssen. Man macht das einfach nach. Meine Mutter hat mich auch nie an den Herd gelassen. Ich hab da auch erst später kochen gelernt. Meiner Meinung nach ist da was anderes das Problem.

Ich denke, du machst es dir etwas zu einfach hier. Irgendwie musst du ja in einem Umfeld aufgewachsen sein, in dem es dir möglich war, Abitur zu machen und ein Studium fast fertig zu kriegen. Dass du ihnen mit 32 dafür noch auf der Tasche liegst, naja.

Kann es sein, dass dein bevorstehender Studienabschluss und die nahende Selbstständigkeit dir Angst machen?

Du kannst nicht ewig die Schuld auf die Eltern schieben. Aber dein Freund war mit dir offensichtlich überfordert? Warum? Wenn einer den Haushalt schmeißt und der andere ist für die Planung der Freizeit zuständig, ist das doch ne gute Aufteilung.. wo ist das Problem?

x 1 #51


A
Zitat von ZeldaFan:
Er hat alles gegeben, bis er komplett ausgebrannt ist. Der Stress und das ständige "Für-mich-da-sein" haben ihn so sehr belastet, dass er sogar einen Tinnitus bekommen hat. Um sich selbst irgendwie zu retten und nicht komplett unterzugehen, musste er sich emotional extrem von mir distanzieren.

wie gehts ihm denn aktuell?

x 5 #52


Waldfee47
Zitat von Akelei76:
wie gehts ihm denn aktuell?

Interessante Frage.

x 3 #53


alleswirdbesser
@ZeldaFan danke für deine ausführliche Erklärung, so kann ich das besser nachvollziehen. Verständlich, dass die Situation für dich um so schwerer ist, weil du jetzt erst die Selbständigkeit erlernen musst. Sogar was die eigene Meinungsbildung betrifft.

Und wer weiß, wenn er eines Tages sieht was für Fortschritte du gemacht hast, merkt, dass er nicht mehr die ganze Verantwortung tragen muss, vielleicht wird es noch was mit euch. Aber bis dahin muss einiges passieren und an Zeit vergehen.

x 4 #54


A
Zitat von ZeldaFan:
Beruf & Auszug: Ich werde noch von meiner Familie finanziert und habe keinen Job. Aber ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums. Sobald ich den habe und einen Job finde, werde ich ausziehen und auf eigenen Beinen stehen.

Du hast dein Leben 14 Jahre nicht auf die Kette gekriegt und denkst, dass du nach Abschluss deines Studiums so easy peasy einen Job bekommst? Die Zeiten haben sich geändert und selbst Akademiker finden heute kaum noch Jobs. Du wirst wahrscheinlich deinen bisherigen Unterstützern (angeblich narzisstischen Eltern und ausgebranntem Ex) noch länger auf der Tasche liegen.

Kein Wort von dir, wie es deinem bedauernswerten und aufopferndem Ex geht. Danke dem Universum, dass dir dieser Mensch geschickt wurde.

x 1 #55


Waldfee47
Zitat von Anacapri:
Du hast dein Leben 14 Jahre nicht auf die Kette gekriegt und denkst, dass du nach Abschluss deines Studiums so easy peasy einen Job bekommst? Die Zeiten haben sich geändert und selbst Akademiker finden heute kaum noch Jobs.

Ja, die Zeiten haben sich geändert und leicht ist es nicht. Aber ich glaube daran, dass sie es schafft.
Lasst uns uns gegenseitig ERmutigen.

x 4 #56


A
Zitat von Waldfee47:
Lasst uns uns gegenseitig ERmutigen.

Da hast du recht und ich möchte @ZeldaFan ermutigen, Verantwortung zu übernehmen

Bisher, aber das ganz den Umständen eines Forums geschuldet sein, lese ich, wie schlimm sie alles erlebt hat, was sie jetzt alles vor hat.

Aber ich denke in dem Zusammenhang auch an den Ex. Der ist, lt. der TE, so fix und fertig, dass er sich getrennt hat und jetzt möchte sie in alle Ruhe alles auf die Kette kriegen (Abschluss, neuer Job) - das kann locker auch mal ein Jahr dauern - und er muss das wieder aushalten.

Sie kann auch in eine neue Bude ziehen. Täte ihr vermutlich auch gut. Von dem Mann ist eigentlich insgesamt für meinem Geschmack zu wenig zu lesen.

Aber das kann, wie gesagt, den Umständen des Forums geschuldet sein. Ich warte mal ab ob sie auf die gestellten Fragen mal antwortet. Lachendes Gesicht

x 1 #57


Z
Hallo zusammen,

erst einmal danke für die vielen Rückmeldungen. Ich merke, dass hier einige Annahmen über mich und meinen Ex-Partner getroffen werden, die einfach nicht der Realität entsprechen. Um das Bild geradezurücken, möchte ich auf einige eurer Punkte und Vorwürfe ganz sachlich eingehen.

1. "Was hast du ihm gegeben? Hast du ihn nur ausgenutzt?"
Der Vorwurf, ich hätte ihn ausgenutzt und mich nur bedienen lassen, ist schlichtweg falsch. Wir hatten eine ganz klare, funktionierende Aufteilung: Während er den Bereich Freizeitplanung und Orga übernommen hat, habe ich zu 100 % den kompletten Haushalt, das Einkaufen und das Kochen getragen. Er musste sich in 14 Jahren nie um diese Dinge kümmern. Zudem haben wir uns die Kosten für unser Leben immer geteilt. Ich habe ihm Halt, Sicherheit, unbedingte Loyalität und ein gemachtes Zuhause gegeben. Von "auf der Tasche liegen" oder "ausnutzen" kann hier absolut keine Rede sein.

2. Wie es ihm aktuell geht und seine Seite der Dynamik
Einigen hier scheint mein Ex als der rein aufopferungsvolle Heilige und ich als die Belastung zu erscheinen. Die Realität ist komplexer: Für ihn ist diese Situation jetzt gerade mindestens genauso schwer. Er studiert mittlerweile seit 12 Jahren, weil er sich extrem auf mich konzentriert und sein eigenes Studium vernachlässigt hat. Er muss nun wegen eines Prüfungsordnungswechsels Klausuren wiederholen und verliert bald seinen Werkstudentenjob. Gleichzeitig geht es ihm mental jetzt besser. Er hat vor einem halben Jahr mit Yoga angefangen, was seinem Tinnitus sehr hilft. Seit der Trennung ist er sogar aufmerksamer und mehr für mich da als am Ende der Beziehung. Warum? Weil für ihn der Druck weg ist, als Partner "funktionieren zu müssen". Wir haben auch darüber gesprochen, dass er über die Jahre das Muster entwickelt hat, seine eigenen Probleme komplett vor mir zu verschweigen, weil ich früher oft weinte und er mich schonen wollte. Dadurch hat er selbst eine riesige Mauer hochgezogen und ebenfalls einen "Autopiloten" entwickelt. An dem muss er jetzt genauso arbeiten wie ich an meinem.

3. Warum ich nicht von anderen (Oma, Opa, Freunden) gelernt habe
Wer nicht in einem toxischen Familiensystem aufgewachsen ist, kann sich das vielleicht schwer vorstellen. Meine Großeltern und die restliche Familie waren exakt genauso wie meine Eltern. Wenn man in so einer geschlossenen Blase aufwächst, ist das die einzige Normalität, die man kennt. Man weiß als Kind nicht, dass andere Familien am Esstisch Dinge erklären oder beibringen. Dass da bei mir etwas fundamental schiefgelaufen ist, habe ich erst durch meinen Ex-Partner überhaupt erkannt.

4. Therapie und die Angst vor der Selbstständigkeit
Der Vorwurf, ich hätte mir nie Hilfe gesucht, stimmt nicht. Ich war während der Beziehung bei einem Psychologen. Leider hat es menschlich nicht gepasst und ich habe dort nur gehört, was ich schon wusste. Mir fehlte damals einfach die psychische Kraft und das Wissen, den Prozess abzubrechen und mir jemand Neues zu suchen. Heute bin ich reifer und gehe das Thema gezielt an. Und ja, natürlich macht mir die nahende komplette Selbstständigkeit nach dem Auszug Angst. Wir haben beide noch nie alleine gewohnt. Auch ihm macht das Angst! Aber wir werden das beide schaffen. Zu der Frage, wie lange das dauert: Ich stehe kurz vor dem Abschluss, danach suche ich einen Job. Das kann Wochen oder Monate dauern. Bis dahin leben wir in unserer WG-Dynamik.

Fazit:
Wir haben uns nicht getrennt, weil wir uns hassen, sondern weil wir eine ungesunde Dynamik entwickelt haben, die uns beide ausgebrannt hat. Er weiß alles, was ich für ihn getan habe, sehr zu schätzen. Er hat mir selbst gesagt: Wenn ich eine so schreckliche Partnerin gewesen wäre, wie manche hier vielleicht hineininterpretieren, würde er nicht um jeden Preis für den Rest unseres Lebens mit mir eng befreundet bleiben wollen.
Ich stehe zu meinen Baustellen und arbeite hart daran, aber ich lasse mir hier nicht absprechen, dass ich ebenfalls sehr viel in diese 14 Jahre investiert habe.

#58


Heloise
@ZeldaFan

Zurück zu deiner Frage. Du wolltest wissen, wie die Foristen hier die zeit nach der Trennung überstanden haben. Also ich hab geheult und weitergemacht. Weil morgen wieder die Sonne aufgeht… und wer weiß, was die Flut bringt.

#59


Z
Ja, es ist eine harte Zeit aber man wird sie irgendwie durchstehen. Man wird sich daran gewöhnen. 14 Jahre sind eine lange Zeit. Man hat eben sehr viele Gewohnheiten und wir haben uns beide selbstverständlich eine gemeinsame Zukunft miteinander vorgestellt.

#60


A


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