Zitat von MaryAnne:Sie wird nicht aus Mitleid bei dir bleiben. Bzw würdest du das ja auch nicht wollen.
Das denke ich ebenfalls. Denn nach wie vor scheint es hier ausschließlich um dich zu gehen, nicht aber tatsächlich um die Gefühle deiner Frau. Du hast aus verständlichen oder weniger verständlichen Gründen ihre Lage und Depressionen nicht mitbekommen. Das wäre für mich der Punkt nachzuhaken. Warum hast du es nicht bemerkt oder bemerken könne? Wie ist der Gedankentunnel für dich entstanden und warum scheinst du ihn weiter zu verfolgen? Das ist nicht böse gemeint, sondern es fällt mir auf, dass du dir auch jetzt weniger Gedanken um sie und ihre Lage machst als um deine eigene. Wahrscheinlich hat sie erkannt, dass sie in ihrer Rolle und eurer Beziehung nicht bleiben kann, wenn sie für ihre eigene Heilung sorgen will. Das wirst du leider nicht ändern können, so traurig es wirklich ist, aber du könntest tatsächlich deine Anteile klar benennen und für sie einstehen - ohne den Hintergedanken, dass sie damit zurückkommen soll.
Sie scheint in der Vergangenheit zwar von deiner Arbeit und deinem Verdienst profitiert zu haben. Warum aber konnte sie dir ihre Situation nicht so beschreiben, dass du sie hören konntest? Warst du zu sehr in deiner Gedankenwelt, in der alles in Ordnung war? Oder gab es Zwänge von außen, z.B. Familie und Freunde, die ihr regelmäßig bestätigt haben, dass sie mit einem Mann wie dir und dem Leben, das du ihr geboten hast glücklich sein kann und muss? Möglicherweise war auch ein Paartherapie für sie nicht mehr nötig, da sie in der Behandlung ihrer Depression die nötige Klarheit gewonnen hat?
Es ist natürlich erst einmal das Ende der Welt. Und es ist unendlich schwer jeden neuen Schritt zu gehen.
Wenn ich mich aber in die Lage deiner Frau versetzen würde, dann hätte ich jetzt mit deiner Trauer, deinen Versuchen, alles wieder zu richten massiven Druck. Was kannst du tun, um ihr diesen Druck zu nehmen? Damit die Situation auch wieder für euch zu entstressen und eine Basis für einen guten Kontakt in der Zukunft zu schaffen?
Wenn du ihr handwerklich hilfst, dann hilfst du ja auch seinen Kindern. Vielleicht kannst du Hilfe anbieten und z.B. die Zimmer der Kinder renovieren? [/quote]
Das stimmt nicht! Ich mache mir seit langer Zeit Gedanken um ihren Zustand! Ich sehe dass es ihr schlecht geht, ich wollte und will ihr helfen, und wenn sie meine Hilfe nicht will dann soll das ein Profi tun. Ich sehe dass es ihr schlecht geht und sie aus dem letzten Loch pfeift. Und mir tut das sehr weh, auch der Kinder wegen. Es mag der Eindruck entstehen dass es nur um mich geht, aber ICH bin hier im Forum um Hilfe zu suchen, nicht sie. ICH versuche für mich einen Weg zu finden um mit der Situation besser umgehen zu können.
Sie sagte, sie habe in ihrer Therapie erkannt dass man einen Menschen nicht ändern kann. Meiner Meinung nach hat sie es nicht mal versucht. Möglicherweise hat sie mir Signale gegeben und ich habe diese nicht erkannt, aber kann ich das dann als Chance oder als Hilferuf für mich werten? Dann hat sie Ellbogen entwickelt! Enorme Ellbogen! Und mit diesen marschiert sie jetzt durch ihr Leben, schaut nicht nach links und nicht nach rechts. Ich kann sie da ein Stück weit verstehen, sie ist enttäuscht von mir, ich habe ihre Erwartungen nicht erfüllt. Erwartungen die sie mir aber nie, bzw. zu spät gesagt hat.
Sie sagte sie muss gehen weil sie wieder leben will. Sie brauche Luft zum Atmen. Sie will Ruhe und Frieden.
Sie hat ihre Entscheidung getroffen. Und die akzeptiere und respektiere ich auch. Auch wenn sie unendlich weh tut.
Ich habe schon mehrmals hier geschrieben dass ich weiß was ich falsch gemacht habe, ich diese Fehler sehr bereue und auch die Verantwortung dafür übernehme. Ich habe mich schon sehr oft dafür entschuldigt und habe diese auch nie abgestritten.
Ich weiß nicht warum ich nichts gemerkt habe. Ich denke es war eine denkbar schlechte Kombination daraus, dass ich zu sehr beschäftigt war mit meiner Arbeit, ehrenamtlichen Tätigkeiten und meinem Leben. Sie kann solche Dinge sehr gut überspielen, reden tut sie über solche Dinge nur sehr sehr ungern. Ich habe auch nicht die allerfeinsten Antennen für sowas. Ich bin eher jemand dem muß man sowas sagen. Die Kombination aus all diesen Dingen habe letztlich dazu geführt dass es ist wie es ist.
Ich mache ihr keinen Druck! Das ich ein gebrochener Mann bin kann ich ihr nicht verheimlichen, sie kennt mich 24 Jahre. Ich habe ihr angeboten die neuen Böden zu verlegen und den Kindern Betten zu bauen, gemeinsam mit diesen. Ich habe ihr gesagt wenn sie bei irgendwas Hilfe braucht soll sie es sagen. Wie sie aber eher nicht tun da sie da sehr stolz ist.