Gebrochenermann
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Ich bin neu hier im Forum und möchte mir meinen ganzen Müll von der Seele schreiben, meinen ganzen Kummer, meine ganze Verzweiflung.
Zu unserer Situation: ich bin 42 Jahre alt, meine Frau wird 40. wir haben zwei wundervolle Kinder im Alter von 4 und fast sieben Jahren. Ich bin selbstständig, verdiene gutes Geld, wir haben ein schönes Häuschen im Grünen mit großem Garten. In der Hinsicht fehlt es uns an absolut nichts.
In unserer Ehe krieselt es schon länger, etwas 1,5-2 Jahre offensichtlich. Sie distanzierte sich von mir, vor allem körperlich, erst da gingen bei mir die Alarmglocken an. Sie sagte mir ich hätte sie die letzten Jahre vernachlässigt, mich zu wenig um die Familie gekümmert. Sie hat mir dies aber nie gesagt, und ich habe dies schlichtweg nicht gesehen! Ich habe über Jahre sehr viel gearbeitet, ich wollte meiner Familie etwas bieten können. Als wir das erste mal darüber gesprochen haben, habe ich sehr viel verändert: ich habe viel mehr mit der Familie und den Kindern unternommen, bin mehr auf meine Frau eingegangen, habe mich eingebracht wo es nur ging. Aber scheinbar war es zu spät!
Ich habe 1,5 Jahre die meiste Zeit nur Ablehnung erfahren, die hat mich nicht an sich ran gelassen, ich hatte keine Chance. Ich habe ihr Briefe geschrieben, obwohl sie das nicht mag, ich habe ihr geschrieben wie sehr ich sie und die Kinder liebe. Ich nehme seit geraumer Zeit Antidepressiva weil ich mit der Situation nicht klar gekommen bin. Ich habe auch in dieser Zeit viele Fehler begangen, der vermutlich größte: Ich habe Druck aufgebaut, obwohl ich das nicht wollte. Ich habe sie immer wieder gefragt ob sie mit mir zur Paartherapie gehen würde, hat sie immer abgelehnt.
Letzten Herbst hatte sie eine OP am Kopf, ist Gott sei dank alles gut verlaufen, hätte auch ganz anders ausgehen können. Die hat sie sehr verändert, ich denke sie hat sehr viel über das Leben nachgedacht und beschlossen dass ich darin keinen Platz mehr habe. Sie ist in den letzten Jahren zu einer sehr starken Frau geworden mit viel Ellenbogen, aufgrund dass ich sie vernachlässigt habe.
Letzte Woche kam der Schock: Sie sagte sie hätte keine Gefühle mehr und würde für sich und die Kinder eine Wohnung suchen, stand heute hat sie die bereits. Wir hatten lange Gespräche, ich sagte ihr ich kann nicht ohne sie und die Kinder. Aber sie ist da ein Eisklotz und völlig unemotional und sagt sie hätte keine Kraft mehr für einen letzten Versuch, sie hätte Angst wieder auf die Schnauze zu fallen. Ich habe meine Fehler erkannt und würde diese ganz sicher nicht wieder begehen, aber dazu fehlt ihr das Vertrauen in mich.
Ich bin im Moment ein gebrochener Mann, ich kann kaum mehr schlafen, kaum mehr essen. Ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst. Ich liebe sie und die Kinder so sehr, ich kann nicht ohne sie leben. Ich würde alles in Kauf nehmen die Trennung zu verhindern. Ich habe ihr so viel vorgeschlagen: ich würde für einige Wochen und Monate ausziehen, dass wir beide wieder Kraft tanken können. Sie solle mir sagen was für Veränderungen sie sich wünscht. Will sie alles nicht! Sie ist durch die im Moment sehr anstrengenden Kinder und die Situation sehr ausgelaugt und kraftlos. Sie hat die letzten Monate immer nur das schlechte in mir und meinem Tun gesehen.
Und ich gebe mir so lange so wahnsinnig Mühe unsere Ehe zu retten. Vergeblich! Ich begreife nicht dass sie einfach 22 Jahre wegwirft. Nicht auch kämpfen will? Sie hätte sehr lange gekämpft, ich auch! Aber GEMEINSAM haben wir nicht gekämpft. Gemeinsam wäre doch sehr viel erfolgsversprechender, jetzt wo jeder weiß (vor allem ich) wo die Fehler lagen.
Ich weiß dass ihre Entscheidung entgültig ist, was sie sagt das tut sie auch. Schon aus Stolz heraus. Sie wird nicht zurück rudern und das durchziehen.
Ich bin nun an einem Punkt in meinem Leben wo ich nicht mehr weiter weiß, wo ich nicht mehr weiter will! Ich bekomme Panik und Angstzustände wenn ich an meine Zukunft ohne sie denke. Ich kann das nicht! Ich will das nicht! Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen!
Danke fürs lesen, ist doch etwas länger geworden.
