Gebrochenermann
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Zitat von berliner1962:
Vielleicht ist so ein Brief an sie auch für Dich die bessere Lösung?
Du wirst sehen: Erstens hat das Schreiben auch eine "therapeutische" Dimension und zweitens musst Du dabei Deine Empfindungen ein wenig ordnen und gliedern. Auch das hilft und ist konstruktiv.
Ich habe so einen Abschiedsbrief bereits in der Schublade liegen, im übertragenen Sinn. Also schon geschrieben und ab und
zu ändere ich noch ab. Diesen würde ich ihr beim Verlassen des Hauses übergeben. Ich persönlich finde das gut.
Und darin geht es NICHT um Schuldzuweisungen, Vorwürfe oder Ähnliches. Es geht darum dass wir von den fast 23 Jahren
die allermeiste Zeit schöne Zeiten hatten. Und ich finde das sollte auch "gewürdigt" werden. Ich habe keinen Hass und keinen
Groll auf sie. Und man sollte sich bei sowas auf keinen Fall den Frust von der Seele schreiben, das mache ich schon hier.
22 schöne Jahre, nur das letzte war schlecht, und davon die letzten Monate besonders, da sollte man seinen Focus nicht nur
auf die schlechten 5% legen, sondern auch auf die 95% gute Zeiten. Natürlich sollte dies alles auf Augenhöhe, respektvoll und
ohne Vorwürfe geschehen. Und das was man schreibt sollte man nicht irgendwann bereuen.
Ich finde auch dass schreiben viel wirksamer ist als reden. Einen Brief kann man immer wieder durchlesen und viel mehr verinnerlichen. Außerdem sagt man nichts im Affekt was falsch verstanden wird oder falsch ankommt, man kann sich seine Worte sehr gut überlegen. Ich habe in der Vergangenheit meiner Frau schon Briefe geschrieben. Hat nichts gebracht wie man sieht, aber trotzdem finde ich es gut.