Ich wünsche trotzdem und umso mehr einen guten Morgen.
Ich glaube, hier ist etwas Abgrenzung gefragt. Natürlich solltest Du für Versorgung sorgen, aber über das Folgende muss das m.E. nicht hinaus gehen.
Sorg dafür, dass der Hund untergebracht wird (Hundepension/-sitter, Nachbarn, die selber Hunde haben, Tierheim). Es ist nicht Deine Verantwortung, dass Dein Ex offenbar für solche Fälle keine Vorsorge getroffen hat.
Wenn es Deinem Ex so schlecht geht, warum habt Ihr keinen Krankenwagen gerufen, damit er im Krankenhaus versorgt werden kann? Die Sorge um Krebs ist nicht abwegig, aber diffus und sie wird ihm bestimmt nicht genommen, indem er ignoriert, dass er sich kaum auf den Beinen halten kann. Aber das wirst Du ihm selber gestern alles gesagt haben. Dennoch: ab mit ihm in ärztliche Obhut.
Dein Sohn ist erwachsen. Wenn ich mich richtig erinnere, ist es der geschiedene junge Mann, der im gleichen Haus wie Du wohnt und nicht gerade durch seine sozialen Interaktionen Dir gegenüber auffällt. Oder verwechsele ich da was?
Er wird, wie andere erwachsene Kinder in derartigen Situationen, diese Situation mehr oder weniger gut meistern. Klar, steh´ ihm zur Seite, aber Ex bleibt Ex. Da kann ich mich einem vorherigen Beitrag anschließen.
Wie schriebst Du vor kurzem sinngemäß noch so schön "Ich habe mich auch gewundert, als er (nach 32 Jahren) einfach so gegangen ist.
Mit seinem Gehen hat er die Entscheidung getroffen, dass er Dich nicht mehr braucht. D.h. er hat auch die Fürsorge füreinander hingegeben. Dass seine Lebensgefährtin einen Schlaganfall hatte, ist tragisch, aber damit geht die Verantwortung nicht automatisch wieder an Dich über.
Rein objektiv endet Deine da, wo Du für Hund und Ex eine Grundversorgung sicher gestellt hast. Darüber hinaus geht sie in keiner Form. Wenn Du beides sicher stellst, reicht es, um ein gutes Gewissen haben zu können.
Natürlich ist das schwer, denn wir sind Menschen und haben Mitgefühl. Aber wie gesagt: Abgrenzung! Umso mehr, wenn es um Menschen geht, die sich um unser Wohl eher weniger geschert haben.
Abgrenzung auch dabei, wie Dein Sohn sein Verhältnis und die Fürsorge für seinen Vater managt. Kümmer Dich um die Enkelin, falls nötig. Kaufe meinetwegen für ihn ein .. aber nimm ihm nicht die "Liebesdienste" oder die Verantwortung für seinen Vater ab. Zumal Dein Sohn, wenn ich das richtig erinnere, der junge Mann ist, der sich Dir gegenüber auch nicht gerade durch soziale und rücksichtsvolle Interaktion auszeichnete.
Ach Mensch, natürlich fällt das schwer, denn Ihr habt so viele Jahre miteinander verbracht, aber im Krankenhaus ist Dein Ex zumindest körperlich gut versorgt und Du bist für sein Gemüt nicht verantwortlich. Es gibt dort Seelsorger. Er hat einen Sohn, eine Ex-Schwiegertochter, eine Enkelin, vielleicht Freunde und andere Verwandte (und wenn nicht: Pech! Dann hat auch das seine Gründe).
Ich wünsche Dir Kraft und Durchhaltvermögen. Pass auf Dich auf und versuche Dich frei zu machen von all den Verpflichtungen, die Du immer fühlst! Not your circus, not your monkey. Er hat es so gewollt.
Ja, da sprach sie wieder, die nüchterne KBR!
