Zitat von Kiki66: Das ging mir genauso, ich habe die ganzen Monate alles leergeräumt, den Garten alleine gemacht, ich habe mich glaube ich noch nie so allein gefühlt, wie in dieser Zeit. Ich habe sozusagen unsere gemeinsamen Jahre dort alleine entsorgt. Fürchterlich. Und immer der Gedanke dabei, dass er in seinem neuen Umfeld mit Next ein schönes, neues Leben lebt, wochenlang mit ihr in den Urlaub fährt und sich um nichts schert, was hier passiert. Ich weiß, es liest sich alles sehr verbittert, aber es ist wie es ist. Es wird wohl irgendwann verblassen.
Kiki, Du bist jetzt ein Jahr hier und in diesem Jahr ist sehr viel passiert. Das Haus verkauft, gelernt alles alleine zu machen und die Verbitterung über ihn nicht überhand nehmen zu lassen. Du bist weit gekommen in diesem Jahr. Manches ist schon am Verblassen und der Rest kommt auch noch.
Und auch er hat nicht nur Glück im Leben, denn jeder wird irgendwann mit Lebenskrisen konfrontiert.
Gestern schaute ich "37 'Grad" an, wo immer über Menschen in besonderen Lebenssituationen berichtet wird. Eine Frau aus dem Hessischen, Studium, Heirat, sie lebten zunächst in den USA. Mit ihrem Vater hatte sie seinerzeit eine Zerwürfnis. Worum es ging, wurde nicht gesagt. Aber sie war weit weg und hatte ihn längere Zeit nicht mehr gesehen. Dann war sie zum zweiten Mal schwanger, wovon ihr Vater nichts wusste, als er überraschend relativ früh verstarb.
Sie sagte, es tut alles andere als gut, wenn man im Unfrieden lebt und keine Möglichkeit mehr zu einer Versöhnung hat. Das hat sie lange Zeit beschäftigt. Und dann starb noch ihre Schwester, die sie viel zu jung an Krebs verloren hatte. Ein Jahr nach dem Tod der Schwestert war sie wieder mit dieser Krankheit konfrontiert, die dieses Mal ihren Mann traf. Er lebte noch vier Jahre und sie war 38 mit zwei Kindern, als sie Witwe wurde. Ihr Mann war 44, als er starb.
Sie funktionierte noch schon wegen der Kinder. Sie lebten nun schon einige Jahre in Australien, wo sie heute noch lebt.
Vater verloren, Schwester in Deutschland verloren, den Mann verloren. Da fragt man sich schon, was kommt denn noch alles? Dennoch rappelte sie sich immer wieder auf und gab nicht auf. Sie ist mittlerweile schon länger wieder in einer Beziehung mit einem früheren Geschäftspartner ihres Mannes, dessen Frau auch verstorben war.
Die Mutter daheim in Deutschland wurde dement und eines Tages erhielt sie nachts um 2 Uhr einen Anruf, dass sie gestorben sei. Also ab nach Deutschland, Beisetzung organisieren und wieder "funktionierte" sie und tat das, was getan werden musste.
Sie hatte nie aufgegeben und nie den Glauben daran verloren, dass wieder bessere Zeiten kommen würden. Dagegen sieht eine Trennung von einem Ehepartner eher klein aus, aber auch die will durchlebt werden.
Jeder muss mal durch Lebenskrisen gehen, nach denen keiner jemals gerufen hat. Und doch trifft es ausnahmslos jeden, früher oder später. Aber aus Krisen kann man auch gestärkt heraus gehen.